Diakoniekonferenz des SEK debattiert bedingungsloses Grundeinkommen

Die Diakoniekonferenz des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds vom 6. Mai in Bern hat sich mit dem "bedingungslosen Grundeinkommen" befasst. Ziel war nicht, sich für oder gegen die eidgenössische Volksinitiative auszusprechen, die im vergangenen Herbst eingereicht wurde. Vielmehr wurden die Fragen erläutert, die dieses Modell angesichts unserer Vorstellungen von Arbeit, Wirtschaft und sozialer Solidarität aufwirft.
© SEK/Flügge

Das bedingungslose Grundeinkommen revolutioniere unsere Denkweise, denn es schafft die Pflicht zur Arbeit ab, so Lucas Zapf, Mitorganisator der Diakoniekonferenz des SEK und Doktorand am Zentrum für Religion, Wirtschaft und Politik (ZRWP) an der Universität Basel. Es stelle die Sichtweise in Frage, den Wert eines Menschen an seinem Lohn und an seiner Berufstätigkeit zu messen: „Dieses Konzept rüttelt am ökonomischen Menschenbild.“

Revolutionär am Modell, das die Volksinitiative vorschlage, sei das Wort „bedingungslos“, unterstrich Konrad Meyer, Präsident der Diakoniekonferenz und Leiter der Fachstelle Diakonie der Evangelisch-reformierten Kirche Basel-Stadt. Es gehe um die Würde jedes Menschen. „Muss jemand sich immer erklären und sozusagen vollständig ausziehen, wenn er etwas braucht?“. Diese Frage stellte er den rund 50 Delegierten der Konferenz „Bedingungsloses Grundeinkommen - Menschenbilder von Arbeit und Ökonomie“, die sich hauptsächlich aus Sozialdiakonen und Sozialdiakoninnen der 26 Kirchen des SEK sowie aus Vertreterinnen und Vertretern protestantischer Hilfswerke zusammensetzten.

Emotional sei er für die Initiative, „ökonomisch kriegen wir das aber nicht hin“, sagte Gastreferent Volker Meinhardt, Wirtschaftswissenschaftler und Lehrbeauftragter in Berlin.

Im geschäftlichen Teil gegen Ende der Konferenz wurde der Zürcher Urs Woodtli in den Ausschuss der Diakoniekonferenz gewählt. Der Lehrer, Sozialpädagoge und Pfarrer arbeitet in der Fachstelle Diakonie Aus- und Weiterbildung der Reformierten Kirche des Kantons Zürich.

Die Diakoniekonferenz ist eine Reflexionsplattform des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Sie findet zweimal jährlich statt und bietet die Gelegenheit, über soziale Fragen zu diskutieren. Unter den Teilnehmenden befinden sich jeweils die Diakonieverantwortlichen der 26 Kirchen des SEK sowie Delegierte der diakonischen Einrichtungen und Organisationen und der protestantischen Hilfswerke. Für die Organisation der Diakoniekonferenz vom 6. Mai waren die Mitglieder des Ausschusses Antoinette Killias, Bereichsleiterin Inland HEKS, Hélène Küng, Direktorin Centre social protestant vaudois, und Stephan Schranz, Leiter Sozialdiakonie der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, zuständig – in Zusammenarbeit mit Lucas Zapf und dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund. Die nächste Konferenz findet am 11. November 2014 in Bern statt.

Für detailliertere Auskünfte verweisen wir Sie auf die Website der Diakoniekonferenz