"Ein wacher Geist und ein grosses Herz vereint"

Kirchenbundspräsident Gottfried Locher äussert sich zum angekündigten Rücktritt des EKD-Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider.

„Nikolaus Schneider hat unserer Kirche viele Jahre geschenkt. In seiner Art hat er dem Amt ein glaubwürdiges Gesicht verliehen. Dass er nun dem gemeinsamen Weg mit seiner Frau alle Zeit widmen möchte, ist eine weise Entscheidung, die mich mit Respekt erfüllt. Sie zeigt einmal mehr: Hier sind ein wacher Geist und ein grosses Herz vereint.“

Mit diesen Worten äusserte sich Gottfried Locher, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, zum heute angekündigten Rücktritt des Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider. Aufgrund der Krebs-Erkrankung seiner Frau wird Schneider Mitte November als Ratspräsident und Mitglied des Rates der EKD zurücktreten.

Die EKD und der Kirchenbund pflegen namentlich unter Nikolaus Schneider eine intensive, freundschaftliche Zusammenarbeit. Im vergangenen Oktober veranstalteten sie einen internationalen Kongress zum Reformationsjubiläum in Zürich. In diesem Zusammenhang erinnert Gottfried Locher an Worte von Nikolaus Schneider zur Reformationsbotschaft: „Menschen - getrimmt auf Leistung und Erfolg - brauchen den anderen Klang, der von der Barmherzigkeit Gottes spricht. Menschen - getrimmt auf die Durchsetzung eigener Vorteile und Interessen - brauchen den anderen Klang, der von der Nächstenliebe spricht.“

Locher weiter: „Mit dem Respekt vor der Entscheidung Nikolaus Schneiders geht meine Betroffenheit um die Erkrankung von Anne Schneider einher. Ebenso mein Bedauern um den Verlust, den die evangelische Stimme in Deutschland und darüber hinaus verlieren wird. Mögen Anne und Nikolaus Schneider, gemeinsam mit ihrer Familie, unsere Kirche als das empfinden, wozu sie berufen ist: als die Gemeinschaft, die trägt.“