Kirchenbund lehnt Ecopop-Initiative ab

Für den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK gibt die Ecopop-Initiative eine Scheinantwort auf eine falsch gestellte Frage. Die starre Politik ist nicht zielführend und mit dem christlichen Verständnis von Heimat unvereinbar. In seinem Flyer "Heimat ist Geschenk" nennt der Kirchenbund fünf Gründe für seine Position zur Abstimmung vom 30. November. Der Flyer kann auf www.sek.ch kostenlos bestellt werden.

5 Gründe, die Ecopop-Initiative abzulehnen:

1. Heimat ist ein Geschenk Gottes, kein Besitz. Aus christlicher Sicht können abwehrende Grenzziehungen nicht die leitende Perspektive für unser Verhältnis zu unserem Land sein. Die starre Kontrolle der Einwanderung, wie sie Ecopop vorschlägt, dient vor allem dazu, die Privilegien einiger zu erhalten. Sie vergisst, dass wir Menschen gemeinsam ein- und denselben Planeten bewohnen. So äussert sich der Kirchenbund in seiner Stellungnahme «Heimat ist Geschenk» zur eidgenössischen Volksinitiative «Stopp der Überbevölkerung – zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen» (Ecopop).

2. Abschottung bewahrt nicht die Schöpfung. An Ecopop ist nur der Name ökologisch: Um die uns anvertraute Erde zu schützen, müssen wir zuerst unseren eigenen Ressourcenverbrauch senken. Von dieser Perspektive lenkt die Abschottung nach aussen nur ab, ist der Kirchenbund überzeugt.

3. Entwicklungszusammenarbeit ist mehr als Geburtenratenbegrenzung. Der Vorschlag von Ecopop, 10% der Entwicklungsgelder für die Senkung der Geburtenrate einzusetzen, ist nicht zielführend. Entwicklungszusammenarbeit heisst Armutsbekämpfung, Bildung, wirtschaftliche Selbständigkeit, politische Mitsprache. Nur so und nur mit gestärkten Rechten und verbesserten Lebensmöglichkeiten – besonders von Frauen und Mütter – gelingt Familienpolitik.

Ecopop ablehnen und den Zusammenhalt in der Schweiz bewahren

4. Wer nach aussen abschottet, spaltet nach innen. Die Schweiz ist ein Modell für Einheit in Vielfalt, sie ist Willensnation. Die Abschottung gegen aussen beeinflusst die Fähigkeit, andere Menschen innerhalb der eigenen Grenzen zu akzeptieren: sie setzt unseren Zusammenhalt aufs Spiel.

5. Die Ecopop-Initiative gefährdet den Schutz der Menschenwürde. Die Schweiz hat sich seit dem 19. Jahrhundert vorbildlich und prägend für die Menschenwürde eingesetzt. Die Ecopop-Initiative schränkt die Einhaltung der Genfer Flüchtlingskonvention unzulässig ein. Die Kirchen stehen für die Wahrung der Menschenwürde: sie ist nicht verhandelbar.

Hinweise
Der Flyer mit 5 Botschaften des Kirchenbundes kann hier bestellt werden.
Die ausführliche Stellungnahme des Rates des Kirchenbundes kann hier heruntergeladen werden: