Verfassungsrevision des Kirchenbundes: Ergebnisse der Vernehmlassung

Das Projekt zur Revision der Verfassung des Kirchenbundes wird fortgesetzt. Nun veröffentlicht der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK einen Bericht über die Ergebnisse der Vernehmlassung im letzten Jahr. Er zeigt, dass die Mitgliedkirchen für eine Stärkung der Beziehungen zwischen den evangelischen Kirchen sind. Der Kirchenbund wird nun Wege suchen, wie dies am besten zu bewerkstelligen ist.

Der «Bericht zur Vernehmlassung» zeigt, dass sich eine grosse Mehrheit der Kantonalkirchen für eine Stärkung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes ausgesprochen hat. Die Kantonalkirchen wollen dieses Ziel auf unterschiedlichen Wegen erreichen. Auch die Erwartungen an den SEK unterscheiden sich stark voneinander.

Zwei Vorschläge des Verfassungsentwurfes erhielten breite Zustimmung. So soll die Abgeordnetenversammlung durch eine nationale Synode ersetzt werden, die mehr Delegierte umfasst und eine wichtigere strategische Rolle hat. Ferner soll ein öffentlicher „Tag der Kirche“ eingeführt werden. Im Gegenzug möchten die Mitglieder des Kirchenbundes der geplanten Synode keine kirchenrechtliche Basis verleihen, sondern der bestehenden Verbandsorganisation treu bleiben.

Die SEK-Abgeordnetenversammlung vom Juni 2014 in Scuol (GR) wird sich grundsätzlich über Form und Inhalt einer möglichen zukünftigen Verfassung austauschen. Die Delegierten werden sich insbesondere mit der Organisation der drei Kirchenebenen (Gemeinde-, Kantons- und Bundesebene) und ihrem Miteinander befassen. Dann soll auch erörtert werden, auf welchem Weg Gemeinschaft und Einheit unter den evangelischen Kirchen gestärkt werden können. Weitere Themen werden die Leitung des Kirchenbundes sowie der Vorschlag sein, den SEK in «Evangelische Kirche in der Schweiz» umzubenennen.

2011 beauftragte die Abgeordnetenversammlung des SEK den Rat, eine neue Verfassung auszuarbeiten. Der Entwurf, den der SEK vom 4. Juni bis zum 30. November 2013 in die Vernehmlassung schickte, stiess auf grosses Interesse. Alle 26 Mitgliedkirchen antworteten darauf. Rund 30 Privatpersonen, mehrere kirchliche Verbände (Oeku, Evangelische Frauen Schweiz, Landeskirchen-Forum) sowie die Theologischen Fakultäten der Universität Basel und Zürich reichten dem SEK ebenfalls eine Stellungnahme ein.

Der «Bericht zur Vernehmlassung» gibt die Ergebnisse der Vernehmlassung wieder, ohne sie zu bewerten oder zu interpretieren. Der vollständige Text und die Antworten der Mitgliedkirchen können hier heruntergeladen werden.