Aufnahme von 3'000 syrischen Flüchtlingen: Der Kirchenbund begrüsst den Beschluss des Bundesrates

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK begrüsst den Beschluss des Bundesrates, in den nächsten drei Jahren zusätzlich 3'000 syrische Flüchtlinge in der Schweiz aufzunehmen. Seit mehreren Jahren setzt sich der Kirchenbund bei den Behörden dafür ein, die Massnahmen der Schweiz zur Unterstützung der Bevölkerung in dieser Region zu verstärken, in welcher seit vier Jahren eine der grössten humanitären Katastrophen der Geschichte herrscht. Schon 2009 hat sich der Rat des Kirchenbundes für die Neuansiedlung von Flüchtlingen aus Krisengebieten ausgesprochen.
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Anlässlich seines Besuches in der Schweiz am 3. Dezember 2014 berichtete der Patriarch der syrisch-orthodoxen Kirche, Ignatius Ephrem II. Karim, von der verheerenden Situation in Syrien und seinen Nachbarländern. Christen sind in dieser vom Bürgerkrieg verwüsteten Region die am stärksten bedrohte Minderheit. Auch in den Flüchtlingslagern werden Christen benachteiligt, so der Patriarch in Bern. Der Kirchenbund begrüsst die Entscheidung der Behörden, eng mit dem Hochkommissariat für Flüchtlinge der Vereinten Nationen UNHCR zusammenzuarbeiten, um den Beschluss des Bundesrates umzusetzen. Das UNHCR richtet sein Augenmerk auf die besondere Verletzlichkeit der hier aufgenommenen Flüchtlinge. Es betont die Notwendigkeit, ihnen im Rahmen der Neuansiedlungsprogramme in Drittländern Schutz zu gewähren. Angehörige religiöser Minderheiten, darunter die christliche Bevölkerung, sind in dieser Konfliktregion besonders gefährdet.

Die Kirchen werden die Behörden weiterhin unterstützen, indem sie für die in der Schweiz aufgenommenen Flüchtlinge Betreuungs- und Integrationsprogramme anbieten und bei der Suche nach Unterbringungsmöglichkeiten helfen. Das unter anderem von der reformierten Kirche Zürich finanzierte Hilfswerk CAPNI (Christian Aid Program North Iraq) unterstützt Flüchtlinge vor Ort.

Bereits im Herbst 2014 hatte die Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes einstimmig eine Resolution der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn angenommen, welche die Schweiz auffordert, 5’000 syrische Flüchtlinge aufzunehmen und die Hilfe vor Ort zu intensivieren. Diese Resolution wurde dem Bundesrat Ende November 2014 persönlich von Ratspräsident Gottfried Locher übergeben. Der Kirchenbund begrüsst daher die weiteren am vergangenen Freitag vom Bundesrat zum Schutz der Opfer des Konflikts in Syrien angekündigten Massnahmen.