Die drei Landeskirchen betonen die problematischen Seiten von Grenzziehung, Ablehnung und Zurückweisung

„Völkerrecht und Menschenrechte verhindern, dass Rechtsstaaten ihre Grenzen beliebig abschotten können“, betonen Bischof Charles Morerod, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, Pfarrer Gottfried Locher, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, und Bischof Harald Rein der Christkatholischen Kirche der Schweiz. Doch Völkerrecht und Menschenrechte allein garantieren weder umfassende Humanität noch geschwisterliche Solidarität.
© Doris Salcedo, The Unilever Series: Shibboleth, October 2007 - April 2008, Turbine Hall, Tate Modern (London)

Grenzen sichern nicht nur einen Raum von Zugehörigkeit, sie definieren auch wer dazu gehört und wer nicht, wer eintreten darf und wer draussen bleiben muss. Die Selbstverständlichkeit von Grenzen täuscht leicht über ihr meist willkürliches Zustandekommen und die Unmenschlichkeit der damit aufgerissenen menschlichen Gräben hinweg. Denn die vorhandenen Grenzen in unserer vermeintlich globalisierten Welt sind für die einen durchlässiger als für die anderen.

Die drei Landeskirchen fragen sich deshalb, ob es ausreicht, die Humanität allein dem Völkerrecht und den Menschenrechten zu überlassen. Müssen diese Rechtsinstitutionen nicht durch Zugänge gestärkt werden, die das Recht selbst nicht bieten kann? Angesichts der hässlichen Realitäten von ethnischer Diskriminierung, religiöser Verfolgung, willkürlicher Gewalt, politischer Unterdrückung, wirtschaftlicher Perspektivlosigkeit und ökologischer Fluchtgründe darf der Gedanke der Geschwisterlichkeit und der einen Menschheitsfamilie für Christinnen und Christen nicht dort enden, wo das Recht an seine Grenzen stösst.

Ergänzt wird diese ökumenische Aktion zum Tag der Menschenrechte durch ein Dossier „Folter und Migration“ von ACAT Schweiz und einer Petition zum besseren Schutz der Opfer von Folter und anderen unmenschlichen Behandlungen.

Dossier