Kirchenbund für erleichterte Einbürgerung der dritten Ausländergeneration

Der Kirchenbund empfiehlt analog zum Parlament und zum Bundesrat die erleichterte Einbürgerung der 3. Ausländergeneration zur Annahme: faktisch sind sie bereits Schweizerinnen und Schweizer. In vielen Kirchen des Kirchenbundes dürfen sie wählen. Beteiligung schafft gemeinschaftliche Solidarität. Davon profitieren alle.

Bei der dritten Ausländergeneration handelt es sich um Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt in der Schweiz haben. Ihre Grosseltern lebten hier, ihre Eltern wurden bereits hier geboren. Sie arbeiten hier, sind im gesellschaftlichen Leben fest verankert. Sie engagieren sich politisch und manchmal auch in den Kirchen. Die Schweiz ist ihr Zuhause.

Faktisch sind Ausländerinnen und Ausländer der 3. Generation bereits Schweizerinnen und Schweizer. Trotzdem bleiben ihnen die Rechte und Pflichten von Staatsbürgern verwehrt. So sind sie zwar von Volksentscheiden betroffen, können aber weder wählen noch abstimmen. Sie sind aus demokratischen Prozessen ausgeschlossen und gehören nicht zum Souverän.

Politische Rechte ermöglichen Mitgestaltungsmöglichkeiten dort wo man lebt. Auch für die Reformierten sind Mitgestaltungsmöglichkeiten zentrale Anliegen. So kennen viele Mitgliedkirchen des Kirchenbundes das Ausländerstimmrecht für hier lebende reformierte Christen.

Die mit der Staatsbürgerschaft verbundenen Rechte und Pflichten führen zu Fragen der Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Auch die Erteilung und das Vorenthalten der Bürgerrechte ist eine Frage der Gerechtigkeit. Gerecht ist eine Gesellschaft dann, wenn sie allen Mitgliedern gleiche Chancen eröffnet, am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzunehmen, es aktiv zu gestalten und ihre Anliegen wirkungsvoll einzubringen. Diese partizipativen Prozesse stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Davon profitieren nicht nur Eingebürgerte, sondern alle. Beteiligung schafft gemeinschaftliche Loyalität.

Der Kirchenbund hat sich bereits im Rahmen von Vernehmlassungsverfahren für die erleichterte Einbürgerung der 3. Ausländergeneration ausgesprochen. Das zur Abstimmung vorliegende erleichterte Einbürgerungsverfahren ist zudem nicht neu. Es hat sich bereits bewährt. Ehepartnerinnen und Ehepartner von Schweizern können sich schon heute mit diesem erleichterten Verfahren einbürgern lassen.