Persönliche Strategien und Lobbying für erfolgreiche Frauen

Jesu Aufruf «Seid klug wie die Schlangen» ermutigt dazu, sich Wissen und Kompetenzen anzueignen, alte Muster abzulegen und nach einem gezielten Ein-satz der eigenen Fähigkeiten zu fragen. An der Frauenkonferenz des Schweize-rischen Evangelischen Kirchenbunds am 24. Oktober 2017 in Bern setzten sich die Tagungsteilnehmerinnen mit den gesellschaftlichen und strukturellen Grün-den auseinander, die für die Zurückhaltung qualifizierter Frauen verantwortlich sind.

Mit Organisationstalent, Teamfähigkeit und Einsatzbereitschaft gestalten viele Frauen ihr Berufs- und Privatleben. Frauen sind dank ihrer Qualifikationen auch zunehmend in Kirche, Wirtschaft und Politik mitbestimmend. In leitenden Gremien und Kaderstellen bleiben Erfahrung und Kompetenzen der Frauen jedoch oft ungenutzt. In der gesellschaftlichen Wahrnehmung fehlt die Stimme der Frauen zu wichtigen Themen. Christine Marchetto, Fachfrau für Kommunikation und Leadership, zeigte im Hauptreferat auf, wie Frauen Themen und Anliegen erfolgreich einbringen und durchsetzen können. Sie beleuchtete zudem Erfolgsstrategien im Rahmen von Nominationsverfahren und im persönlichen Wahlkampf. „Ich wünsche mir, dass Frauen einschränkende Normen ablegen, erschwerte Rahmenbedingungen mit klugen Strategien überwinden, eigene Werte vertreten und an der Macht teilhaben“ so Christina Marchetto.

Rita Famos, Pfarrerin mit Leitungsfunktion, diskutierte im Gespräch mit Monika Hirt Behler das Thema: Frauen leiten Kirchen. Sie erklärte Konkretisierungen im kirchlichen und kirchenpolitischen Bereich.

Die drei Workshops am Nachmittag: Mehr Reichweite dank Social Media mit Vera Kluser, Online-Redaktorin reformiert., 10 Gebote für starke Frauen mit Christine Marchetto und Geistreich leiten mit Sabine Scheuter, Präsidentin der Frauenkonferenz dienten zur Vertiefung und konkreten Umsetzung der Referate.

Im Anschluss an die Konferenz besuchten die Teilnehmerinnen gemeinsam die siebte Ausgabe des Licht- und Tonspektakels Rendez-vous Bundesplatz. Anlässlich 500 Jahre Reformation hat sich der Schweizerische Evangelische Kirchenbund als Content Partner engagiert. RESET heisst die künstlerische Inszenierung der facettenreichen Geschichte der Reformation. In der VI. Szene stellt das Handspiel zwischen Anna Reinhart und Huldrych Zwingli die Ablehnung des Zölibats und die Geburt des evangelischen Pfarrhauses dar. Die Einführung durch Brigitte Roux, Produzentin und Geschäftsleiterin von Starlight Events www.rendezvousbundesplatz.ch, zeigte in pragmatischer Form auf, welche Erfolge Frauen mit Visionen, Kreativität und ungebrochenem Durchhaltewillen erreichen können.

RESET: zurück auf vorwärts. Reset verlässt nicht das System, sondern ist Teil davon und meint das Vermögen, die eigenen Routinen zu unterbrechen und ohne Verlust des Systems von neuem beginnen zu können – dies galt für die Reformatoren vor 500 Jahren. Vielleicht auch für die Frauen von heute?

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