Reformierte Kirchen: Sommer-Abgeordnetenversammlung des SEK in Bern

Die Abgeordneten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK haben vom 19. bis 20. Juni 2017 im Berner Rathaus getagt. Die Versammlung stand im Zeichen des Jubiläums „500 Jahre Reformation“. Am Sonntag fand ein nationaler Festgottesdienst mit ökumenischen Gästen im Berner Münster statt.
Thomas Flügge, SEK

Der Präsident des Synodalrates der gastgebenden Kirchen Bern-Jura-Solothurn, Pfarrer Andreas Zeller, hiess die rund 70 Abgeordneten aus den 26 Mitgliedkirchen des Kirchenbundes und ihre Gäste im Rathaus von Bern willkommen.

Wahlen

Infolge des angekündigten Rücktritts von Peter Schmid, Vize-Präsident des Rates des Kirchenbundes, haben die Abgeordneten Frau Ruth Pfister-Murbach als Nachfolgerin gewählt. Sie tritt ihr Amt am 1. Januar 2018 für den Rest der Amtsdauer 2015-2018 an.

Michel Müller, Kirchenratspräsident der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich, wurde in das Vize-Präsidium der Abgeordnetenversammlung für den Rest der Amtsdauer 2017-2018 gewählt.

Andrea Trümpy, Vize-Präsidentin des Kirchenrates der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Glarus, wurde als Mitglied der Nominationskommission gewählt, welche zukünftig von Koni Bruderer, Kirchenratspräsident der Landeskirche beider Appenzell, präsidiert wird.

Wort des Ratspräsidenten

In seinem traditionellen Wort des Ratspräsidenten erwähnt Gottfried Locher drei „Schätze“, die uns im Jubiläumsjahr geschenkt wurden, und auf welchen in den kommenden Jahren aufgebaut werden soll: 
«Geist der Einheit»: Er fördert das Gemeinsame und schützt die Vielfalt. „Die Gesellschaft wartet darauf, dass die christlichen Konfessionen zusammenrücken - machen wir vorwärts“, so Gottfried Locher.
«Glaubensgewissheit»: Die Basis des christlichen Denkens und Handels ist der Glaube. „Wir haben eine gemeinsame Mitte, Jesus Christus. Das soll jederzeit klar gesagt sein.“
«Goodwill»: Wer in unseren Kirchen Verantwortung trägt, hat Vertrauen verdient. „Hochherzigkeit ist das Markenzeichen der Kirche. Widerstehen wir der Verlockung des Schlechtredens. Unterstützen wir die, die unseren Kirchen ein Gesicht geben.“

Bündelung der Kommunikation

Die Abgeordneten nahmen den Bericht zur Bündelung der kirchlichen Kommunikation zur Kenntnis. Die vorgeschlagenen Massnahmen wurden konkretisiert. Zukünftig soll der Kirchenbund mehr Initiativen ergreifen und eine führende Rolle übernehmen.

„Healing of Memories“

Mit einem Postulat von Michel Müller (ZH) und weiteren Mitunterzeichnenden wird der Rat des SEK eingeladen zu prüfen, ob und wie ein ökumenischer Prozess zur „Heilung der Erinnerungen“ initiiert und durchgeführt werden kann als Vertiefung der nationalen Reformationsfeierlichkeiten. Die Delegierten äussern damit den Wunsch, dass die ökumenische Offenheit, die im Rahmen des nationalen Gedenk- und Feiertages „500 Jahre Reformation – 600 Jahre Niklaus von Flüe“ am 1. April in Zug gelebt wurde, ein Auftakt für die Versöhnung der Kirchen und kein Endpunkt wird. Der Rat hat das Postulat entgegengenommen.

Protestantische Solidarität Schweiz

Die AV hat beschlossen, die Konferenz Protestantische Solidarität Schweiz einzurichten, welche die Aufgaben des gleichnamigen Vereins übernimmt. Die Aufgabe der neuen Konferenz wird es sein, die jährliche Kollekte zum Reformationssonntag zu organisieren. Die Gelder unterstützen Kirchen und Kirchengemeinschaften in der Diaspora.

Jahresrechnung und –bericht 2016 des SEK

Die Rechnung 2016 hat mit einem Ertragsüberschuss von CHF 7‘327 abgeschlossen. Die Abgeordneten nahmen sowohl die Jahresrechnung als auch den Tätigkeitsbericht, beide nach den Legislaturzielen strukturiert, an.