Schweizer Predigtpreis 2017: Preisverleihung und Buchvernissage am 6.November

Der zweite Schweizer Predigtpreis des Kirchenbundes geht an Philipp Roth (reformiert, Basel-Stadt), Alessandro Esposito (Waldenserkirche, Italien) und Erich Häring (katholisch, Thurgau; Spezialpreis). Die Doppeljury für die Kategorien deutsch-rätoromanisch und französisch-italienisch hatte insgesamt 172 Predigten erhalten. Die Preisverleihung findet zusammen mit einer Buchvernissage im Rahmen der Abgeordnetenversammlung am 6. November ab 17.30 Uhr in Bern statt. Publiziert werden die drei prämierten Predigten und zehn weitere nominierte. Sie alle zeigen die Vitalität und Kreativität einer Predigtkultur, zu der die Schweizer Reformation des 16. Jahrhunderts entscheidend beitrug.

In einem «Krimigottesdienst» wurde die Predigt über Richter 11 gehalten: Philipp Roth erzählt einfühlsam und packend das tragische Schicksal des Kriegshelden Jiphtach und seiner einzigen Tochter; und aus der Erzählung wachsen grundsätzliche Gedanken zum Gottesbild. Ziviler Ungehorsam als Ausdruck der Liebe Gottes zum Leben steht im Mittelpunkt der aus dem hebräischen Urtext schöpfenden Predigt von Alessandro Esposito: über die Hebammen der Hebräerinnen (Exodus 1,15-17) und über Solidarität mit Flüchtenden heute. Einem Zapfenzieher und einem Schaf legt Erich Häring die Lektion über das „Sich-finden-lassen vom Verlorenen“ in den Mund (Lukas 15,3-10): knapp, witzig und tiefsinnig.

Drei Frauen hatten sich 2014 den ersten Predigtpreis geteilt, 2017 sind es drei Männer. Die Jury beurteilt anonymisierte Predigten. Sie strebe keinerlei Quoten an, betonen Caroline Schröder Field und Jean-Luc Blondel als Co-Präsidien der Jury. Auch dass ein katholischer Preisträger dabei ist, wurde erst im Nachhinein mit Freude festgestellt. Eine konfessionelle Einschränkung für die Teilnahme gab es diesmal nicht, etwa 30 Predigten kamen von katholischer Seite, ausserdem mehrere aus den Reihen der Freikirchen.

Die zehn weiteren, durch die Aufnahme in die Publikation ausgezeichneten Predigten wurden eingereicht von Brigitte Becker Linder (BE), Judith Engeler (TG), Ralph Kunz (ZH), Alain Monnard (VD), Sabine Müller Jahn (BE), Markus Perrenoud (BL), Jean-François Ramelet (VD), Christine Sieber-Feitknecht (BE), Antoine Schluchter (VD) und Markus Zürcher (BE). „Die Predigt ist für die Kirchen und die Gesellschaft eine Chance, heute vielleicht mehr denn je. Eine Gelegenheit, von dem zu sprechen, was uns leben, hoffen und lieben lässt, sich von Gott ansprechen und transformieren zu lassen, um seinem Ruf in der Welt besser folgen zu können“ – so Ratspräsident Gottfried Locher.

Die Predigttexte sind ab dem 7. November 2017 in Buchform und elektronisch auf www.sek.ch erhältlich.

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