Diakonie

Diakonie ist solidarisches Handeln der christlichen Kirchen und Werke innerhalb der christlichen Gemeinden und der Gesellschaft. Die Diakonie nimmt die Nöte von Personen und benachteiligten Bevölkerungsgruppen wahr und versucht angemessen darauf zu reagieren. Indem sie auf die Ursachen der verschiedenen Formen von Ausgrenzung aufmerksam macht, ermutigt sie auch alle Beteiligten dazu, die Gerechtigkeit und den sozialen Frieden wieder herzustellen. Diakonie geschieht in diakonischen Einrichtungen, in religiösen Gemeinschaften und direkt vor Ort in den Kirchgemeinden. Sie nimmt die Kirche in die Pflicht, für Menschen am Rande der Gesellschaft und für diejenigen, die in unwürdigen Verhältnissen leben müssen, Partei zu ergreifen. Die Diakonie bezieht ihre Motivation aus dem Handeln Jesu Christ, der von sich selbst sagte, dass er nicht gekommen sei, „um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben als Lösegeld für die Vielen zu geben“ (Mk 10,45; Mt 20,28). Der Ausdruck „Diakonie“ geht zurück auf das griechische Wort „diakonein“, dienen. Die Diakonie ist die Konkretisierung der Liebe Gottes zum Menschen und gehört zum Gesamtauftrag der Kirche ebenso wie Gottesdienst und Predigt.

Die Diakonie stellt die untrennbare Verbindung zwischen Wort und Handeln sicher. Sie ist Partizipation am Aufbau des gesellschaftlichen Zusammenhalts durch die Geste und das Gebet: „Dein Reich komme …“

Weitere Texte des Neuen Testaments sind grundlegend für das soziale Handeln der Kirchen. Sie alle übermitteln die Bedeutung von Dienst in der Nächstenliebe durch den sich das Gebot der Nachfolge Christi konkretisiert:

„Wenn jemand mir dient, so folge er mir nach, und wo ich bin, da wird auch mein Diener sein.“ (Joh 12,26)

„…, sondern wer unter euch gross sein will, sei euer Diener, …“ (Matth 20,26)

„Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mich getränkt; ich war fremd, und ihr habt mich beherbergt; nackt, und ihr habt mich bekleidet; ich war krank, und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen. (…) Wahrlich, ich sage euch : Wiefern ihr es einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr es mir getan.“ (Matth 25,35-40) Auch das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10,29-37) ist ein berühmtes Beispiel der Konkretisierung von Nächstenliebe.