Energieethik

CC/Tony Hisgett

2007 fürchtete man einen Rohölpreis von 100 Dollar pro Barrel. Inzwischen hat er diese magische Grenze schon längst überschritten. Die Erschöpfung der fossilen Energien, der weltweite Klimawandel, der «neue Kalte Krieg» um Energie, die strukturelle Ungerechtigkeit der Ressourcenverteilung – all das zeigt uns: Das fossile Zeitalter geht zu Ende.

Was kommt danach? Das ist eine ethische Frage, in die die Kirchen ihre Wertüberzeugungen einzubringen haben. Aber auch in ihrer geistlichen und seelsorgerlichen Kompetenz sind sie gefordert, denn: Die Energiekrise ist eine spirituelle Krise. Es geht darum, «Ballast abzuwerfen» und jenseits von Verdrängen, Aufbegehren, Aufschieben und Sich-Hängen-Lassen neue Zuversicht zu gewinnen.

Können wir mit dreimal weniger Energie und sechsmal weniger fossiler Energie leben – also in einer «2000-Watt-Gesellschaft»? Wir können es. Die Grundlagenstudie des Kirchenbundes möchte dazu Mut machen – ethisch, spirituell und nicht zuletzt materiell: Auch die richtigen Signale im eigenen Betrieb gehören zur Energiebotschaft der Kirchen.