Finanzkrise

Gerechtes Haushalten und faires Spiel - Studie zu den jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrisen aus evangelischer Sicht

CC/Luis Villa del Campo

Der Kirchenbund beteiligt sich am wirtschaftlichen Diskurs und ist als evangelische Stimme präsent in Fragen der Wirtschaftsethik. Der Kirchenbund bezieht im Rahmen seines Wächteramtes Stellung für diejenigen Menschen, denen in ökonomischen Zusammenhängen Unrecht widerfährt.

Die Finanz- und Wirtschaftskrisen jüngster Zeit haben die Gesellschaft auf tiefliegende Probleme aufmerksam gemacht: Ohne Vertrauensbeziehungen unter den verschiedenen Akteuren ist ein stabiles internationales Finanzsystem nicht möglich. Vertrauen ist verknüpft mit ethischen Werten. Diese betreffen politische und rechtliche Strukturen (Ordnungsethik), die Unternehmenskultur (Ethik-Kodizes) sowie das persönliche Verantwortungsbewusstsein jedes Einzelnen (Individualethik). Die vorliegende Studie analysiert in der Tradition protestantischer Wirtschaftsethik nach Arthur Rich die Finanzkrisen von 2008 und 2010 und macht auf einer praktischen Ebene Vorschläge, wie ethische Werte das internationale Finanz- und Wirtschaftssystem nachhaltig und zum Nutzen Aller stabilisieren können. Ziel einer Ethik des Finanzsystems muss aus protestantischer Perspektive sein, zu einem «menschengerechten» und «lebensdienlichen» Wirtschaften beizutragen. In diesem Sinne plädiert die Studie abschliessend für das umfassende, über Finanzfragen hinausgehende Konzept des «Global Green New Deal».