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RB 14: The Westminster Shorter Catechism

Altes Englisch

In gegenwärtigem Deutsch

  1. Frage: Was ist das höchste Ziel des Menschen?
    Antwort: Das höchste Ziel des Menschen ist, Gott zu verherrlichen und sich für immer an ihm zu erfreuen.
  2. F: Welche Regel hat Gott uns gegeben, um uns darin zu leiten, ihn zu verherrlichen und uns an ihm zu erfreuen?
    A: Das Wort Gottes, das aus den Schriften des Alten und Neuen Testaments besteht, ist die einzige Regel, die uns darin leitet, wie wir ihn verherrlichen und uns an ihm erfreuen können.
  3. F: Was lehren die Schriften im Wesentlichen?
    A: Die Schriften lehren im Wesentlichen, was der Mensch von Gott glauben soll, und welche Pflichten Gott vom Menschen fordert.
  4. F: Was ist Gott?
    A: Gott ist Geist, unendlich, ewig und unveränderbar in seinem Sein, in Weisheit, Kraft, Heiligkeit, Gerechtigkeit, Güte und Wahrheit.
  5. F: Gibt es mehr als einen Gott?
    A: Es gibt nur einen, den lebendigen und wahren Gott.
  6. F: Wie viele Personen sind in der Gottheit?
    A: Es sind drei Personen in der Gottheit: Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist; und diese drei sind ein Gott, derselbe in Substanz, gleich in Kraft und Herrlichkeit.
  7. F: Was sind die Ratschlüsse Gottes?
    A: Die Ratschlüsse Gottes sind seine ewige Absicht entsprechend dem Rat seines Willens, wodurch er zu seiner eigenen Ehre vorherbestimmt hat, was immer passieren soll.
  8. F: Wie führt Gott seine Ratschlüsse aus?
    A: Gott führt seine Ratschlüsse durch das Werk der Schöpfung und durch seine Vorsehung aus.
  9. F: Was ist das Werk der Schöpfung?
    A: Das Werk der Schöpfung ist die Erschaffung aller Dinge aus dem Nichts, durch das Wort seiner Kraft innerhalb von sechs Tagen, und das alles sehr gut.
  10. F: Wie schuf Gott den Menschen?
    A: Gott schuf den Menschen als Mann und als Frau, nach seinem Bild mit Erkenntnis, Gerechtigkeit und Heiligkeit, mit Herrschaft über die Geschöpfe.
  11. F: Was sind Gottes Werke der Vorsehung?
    A: Gottes Werke der Vorsehung sind sein heiliges, weises und kraftvolles Bewahren und Leiten aller seiner Geschöpfe und aller ihrer Handlungen.
  12. F: Welche spezielle Handlung der Vorsehung wirkte Gott gegenüber dem Menschen in dem Zustand, in dem er geschaffen wurde?
    A: Als Gott den Menschen schuf, trat er in einen Bund des Lebens mit ihm, unter der Bedingung des perfekten Gehorsams, indem er ihm verbot, von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zu essen, mit der Androhung des Todes.
  13. F: Blieben unsere ersten Eltern in dem Zustand, in dem sie geschaffen wurden?
    A: Unsere ersten Eltern, der Freiheit ihres Willens überlassen, fielen aus dem Zustand, in dem sie geschaffen wurden, durch die Sünde gegen Gott.
  14. F: Was ist Sünde?
    A: Sünde ist jeder Mangel an Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes oder jede Übertretung desselben.
  15. F: Was war die Sünde, wodurch unsere ersten Eltern aus dem Zustand, in dem sie geschaffen wurden, gefallen sind?
    A: Die Sünde, durch die unsere Voreltern aus dem Zustand in dem sie geschaffen wurden fielen, war ihr Essen von der verbotenen Frucht.
  16. F: Fiel die ganze Menschheit in Adams erster Übertretung?
    A: Der Bund, wurde mit Adam nicht nur für ihn selbst gemacht, sondern für seine Nachkommenschaft; die ganze Menschheit, die von ihm abstammt, sündigte in ihm und fiel in ihm in seiner ersten Übertretung.
  17. F: In welchen Zustand brachte der Fall die Menschheit?
    A: Der Fall brachte die Menschheit in einen Zustand von Sünde und Elend.
  18. F: Worin besteht die Sündhaftigkeit des Zustandes, in welchen der Mensch fiel?
    A: Die Sündhaftigkeit des Zustandes, in welchen der Mensch fiel, besteht in der Schuld von Adams erster Sünde, der Mangel an ursprünglicher Gerechtigkeit und die Verderbnis seiner ganzen Natur, welche gewöhnlich Ursünde genannt wird, zusammen mit allen tatsächlichen Übertretungen, die aus ihr folgen.
  19. F: Was ist das Elend des Zustandes, in welchen der Mensch fiel?
    A: Die ganze Menschheit verlor durch ihren Fall die Gemeinschaft mit Gott und ist unter seinem Zorn und Fluch und wurde so verantwortlich für all das Elend seines Lebens, für den Tod selbst und die Schmerzen der Hölle für ewig.
  20. F: Liess Gott die ganze Menschheit zugrunde gehen in diesem Zustand der Sünde und des Elends?
    A: Gott, der aus seinem Wohlgefallen heraus von Ewigkeit her einige zum ewigen Leben erwählt hat, trat mit ihnen in einen Bund der Gnade, um sie aus dem Zustand der Sünde und des Elends zu retten, und um sie in den Zustand des Heils zu bringen durch einen Erlöser.
  21. F: Wer ist der Erlöser von Gottes Erwählten?
    A: Der einzige Erlöser von Gottes Erwählten ist der Herr Jesus Christus, der als ewiger Sohn Gottes Mensch wurde und war und bleibt so Gott und Mensch in zwei Naturen und in einer Person für immer.
  22. F: Wie wurde Christus, der Sohn Gottes, Mensch?
    A: Christus, der Sohn Gottes, wurde Mensch, indem er einen wahren Leib und eine vernünftige Seele annahm, empfangen durch die Kraft des Heiligen Geistes im Leib der Jungfrau Maria, geboren von ihr, jedoch ohne Sünde.
  23. F: Welche Ämter führt Christus als Erlöser aus?
    A: Als Erlöser führt Christus die Ämter eines Propheten, eines Priesters und eines Königs aus, in beidem, seinem Zustand der Erniedrigung und der Erhöhung.
  24. F: Wie übt Christus das Amt eines Propheten aus?
    A: Christus führt das Amt eines Propheten aus, indem er uns durch sein Wort und durch seinen Geist den Willen Gottes für unser Heil offenbart.
  25. F: Wie übt Christus das Amt eines Priesters aus?
    A: Christus übt das Amt eines Priesters aus, indem er sich einmal als ein Opfer gab, um die göttliche Gerechtigkeit zu erfüllen, und um uns mit Gott zu versöhnen, und indem er fortdauernd für uns eintritt.
  26. F: Wie übt Christus das Amt eines Königs aus?
    A: Christus übt das Amt eines Königs aus, indem er uns sich selbst unterordnet, uns regiert und verteidigt und all seine und unsere Feinde zurückhält und überwindet.
  27. F: Worin bestand die Erniedrigung Christi?
    A: Christi Erniedrigung bestand darin, dass er als Mensch geboren wurde, und dies in einer niedrigen Stellung, unter das Gesetz getan, das Elend dieses Lebens, den Zorn Gottes und den Tod eines Verfluchten am Kreuz ertragend; dass er begraben wurde und für eine Zeit unter der Macht des Todes blieb.
  28. F: Worin besteht Christi Erhöhung?
    A: Christi Erhöhung besteht darin, dass er wieder von den Toten auferstand am dritten Tag, aufstieg in den Himmel und zur Rechten Gottes, dem Vater sitzt und wiederkommt, um die Welt zu richten am letzten Tag.
  29. F: Wie werden wir zu Teilhabern der Erlösung gemacht, die durch Christus erworben wurde?
    A: Wir werden zu Teilhabern der Erlösung gemacht, die durch Christus erworben wurde, indem diese durch den Heiligen Geist wirksam an uns angewandt wird.
  30. F: Wie wendet der Geist die durch Christus erworbene Erlösung an uns an?
    A: Der Geist wendet die durch Christus erworbene Erlösung an uns an, indem er in uns Glauben wirkt und uns dadurch mit Christus vereint in unserer wirksamen Berufung.
  31. F: Was ist wirksame Berufung?
    A: Wirksame Berufung ist das Werk von Gottes Geist, der uns von unserer Sünde und unserem Elend überzeugt, indem er unseren Geist erleuchtet in der Erkenntnis Christi, und indem er unseren Willen erneuert, überzeugt und befähigt er uns, Christus anzunehmen, der uns grosszügig angeboten wird im Evangelium.
  32. F: Welche Wohltaten erfahren diejenigen, die wirksam berufen sind, in diesem Leben?
    A: Diejenigen, die wirksam berufen sind, haben in diesem Leben Anteil an der Rechtfertigung, Sohnschaft, Heiligung und an mehreren Wohltaten, die diese entweder begleiten oder aus ihnen fliessen.
  33. F: Was ist Rechtfertigung?
    A: Rechtfertigung ist ein Akt von Gottes freier Gnade, wodurch er alle unsere Sünden vergibt, uns als Gerecht in seiner Sicht annimmt, allein wegen der Gerechtigkeit Christi, die uns angerechnet wird, und die durch Glauben allein empfangen wird.
  34. F: Was ist die Sohnschaft?
    A: Sohnschaft ist ein Akt von Gottes freier Gnade, wodurch wir in der Gemeinschaft der Söhne Gottes aufgenommen werden und all ihre Vorrechte geniessen.
  35. F: Was ist Heiligung?
    A: Heiligung ist das Werk von Gottes freier Gnade, wodurch wir erneuert werden in den vollkommenen Menschen nach dem Ebenbilde Gottes, und mehr und mehr befähigt werden, der Sünde zu sterben und der Gerechtigkeit zu leben.
  36. F: Was sind die Wohltaten, die in diesem Leben die Rechtfertigung, Sohnschaft und Heiligung begleiten oder aus diesen fliessen? A: Die Wohltaten, die in diesem Leben die Rechtfertigung, Sohnschaft und Heiligung begleiten oder aus diesen fliessen, sind Zusicherung von Gottes Liebe, Friede des Gewissens, Freude im Heiligen Geist, Wachstum in der Gnade und das Beharren darin bis zum Ende.
  37. F: Welche Wohltaten empfangen Gläubige von Christus beim Tod?
    A: Die Seelen der Gläubigen werden bei ihrem Tod vollkommen gemacht in Heiligkeit und gehen unmittelbar in die Herrlichkeit über, und während sie mit Christus vereinigt sind, bleiben ihre Körper im Grab bis zur Auferstehung.
  38. F: Welche Wohltaten empfangen Gläubige von Christus bei der Auferstehung?
    A: Bei der Auferstehung werden die Gläubigen zur Herrlichkeit erhoben und werden öffentlich anerkannt und freigesprochen am Tag des Gerichts, und werden vollkommen gesegnet durch die vollkommene Freude Gottes in alle Ewigkeit.
  39. F: Was ist die Pflicht, die Gott vom Menschen fordert?
    A: Die Pflicht, die Gott vom Menschen fordert, ist Gehorsam gegenüber seinem offenbarten Willen.
  40. F: Was offenbarte Gott zuerst dem Menschen als Regel seines Gehorsams?
    A: Die Regel, die Gott zuerst dem Menschen offenbarte für seinen Gehorsam, war das Moralgesetz.
  41. F: Worin ist das Moralgesetz zusammengefasst?
    A: Das Moralgesetz ist in den Zehn Geboten zusammengefasst.
  42. F: Was ist die Summe der Zehn Gebote?
    A: Die Summe der Zehn Gebote ist, den Herrn, unseren Gott mit unserem ganzen Herzen, unserer ganzen Seele, mit unserer ganzen Kraft und unserem ganzen Verstand zu lieben und unseren Nächsten wie uns selbst.
  43. F: Wie lautet das Vorwort der Zehn Gebote?
    A: Das Vorwort der Zehn Gebote sind die folgenden Worte: Ich bin der Herr dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Sklaverei, geführt hat.
  44. F: Was lehrt uns das Vorwort der Zehn Gebote?
    A: Das Vorwort der Zehn Gebote lehrt uns, dass, weil Gott der Herr und unser Gott und unser Erlöser ist, wir verpflichtet sind, alle seine Gebote zu halten.
  45. F: Wie lautet das erste Gebot?
    A: Das erste Gebot heisst: Du sollst keine anderen Götter vor mir haben.
  46. F: Was wird gefordert im ersten Gebot?
    A: Das erste Gebot fordert von uns, Gott als den allein wahren und als unseren Gott zu erkennen und anzuerkennen, ihn anzubeten und ihn zu verherrlichen.
  47. F: Was ist verboten im ersten Gebot?
    A: Das erste Gebot verbietet das Verleugnen, das nicht Anbeten oder das nicht Verherrlichen des wahren Gottes als Gott und als unseren Gott; und die Anbetung und Ehrerbietung einem anderen zu geben, die IHM allein gehört.
  48. F: Was werden wir speziell in den Worten vor mir gelehrt?
    A: Die Worte vor mir im ersten Gebot lehren uns, dass Gott, der alle Dinge sieht, bemerkt und sehr verärgert ist über die Sünde, einen anderen Gott zu haben.
  49. F: Wie lautet das zweite Gebot?
    A: Du sollst dir nicht irgendein geschnitztes Bild oder etwas Ähnliches machen von etwas, das im Himmel oben oder unten auf Erden, oder das im Wasser unter der Erde ist. Du sollst dich nicht vor ihnen beugen noch ihnen dienen, denn ich bin der Herr dein Gott, ein eifersüchtiger Gott, der die Missetat der Väter an den Kindern bis in die dritte und vierte Generation heimsucht, von denen, die mich hassen, und der Gnade erzeigt an Tausenden von Generationen derer, die mich lieben und meine Gebote halten.
  50. F: Was wird gefordert im zweiten Gebot?
    A: Das zweite Gebot fordert das Empfangen, Beachten und rein und ganz Halten allen Gottesdienstes und aller Anordnungen, die Gott in seinem Wort eingesetzt hat.
  51. F: Was ist verboten im zweiten Gebot?
    A: Das zweite Gebot verbietet das Anbeten Gottes durch Bilder, oder auf jede andere Weise, die in seinem Wort nicht bestimmt ist.
  52. F: Was ist ferner im zweiten Gebot enthalten?
    A: Was ferner im zweiten Gebot enthalten ist, sind Gottes Souveränität über uns, sein Anspruch an uns und die Eifersucht, die er hat in Bezug auf seine Anbetung.
  53. F: Wie lautet das dritte Gebot?
    A: Das dritte Gebot heisst: Du sollst den Namen des Herrn nicht zu Nichtigem gebrauchen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zu Nichtigem gebraucht.
  54. F: Was wird gefordert im dritten Gebot?
    A: Das dritte Gebot fordert den heiligen und ehrfurchtsvollen Gebrauch von Gottes Namen, Titeln, Eigenschaften, Anordnungen, Wort und Werken.
  55. F: Was ist verboten im dritten Gebot?
    A: Das dritte Gebot verbietet alles Entweihen oder Missbrauchen dessen, durch das sich Gott selbst bekannt macht.
  56. F: Was ist ferner im dritten Gebot enthalten?
    A: Im dritten Gebot enthalten ist, dass, wenn auch immer die Übertreter seines Gebotes menschlicher Bestrafung entkommen, so wird doch der Herr sie nicht seinem gerechten Gericht entkommen lassen.
  57. F: Wie lautet das vierte Gebot?
    A: Das vierte Gebot heisst: Gedenke des Sabbat-Tages, dass du ihn heilig hältst. Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk tun; aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn deines Gottes, an ihm sollst du keine Arbeit tun, du nicht, noch dein Sohn, noch deine Tochter, dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremder, der in deinen Toren ist; denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht, das Meer und alles was darinnen ist, und er ruhte am siebten Tag, deshalb segnete er den Sabbat-Tag und heiligte ihn.
  58. F: Was wird gefordert im vierten Gebot?
    A: Das vierte Gebot fordert, solche Zeiten heilig zu halten vor dem Herrn, die er in seinem Wort eingesetzt hat; im Besonderen einen ganzen Tag von sieben, dass er ein heiliger Tag für ihn sei.
  59. F: Welchen Tag von sieben hat Gott eingesetzt, dass er der wöchentliche Sabbat sei?
    A: Von Anfang der Welt bis zur Auferstehung Christi bestimmte Gott den siebten Tag der Woche, dass er der wöchentliche Sabbat sei, und seit damals bis zum Ende der Welt den ersten Tag der Woche, welcher der Christliche Sabbat ist.
  60. F: Wie muss der Sabbat geheiligt werden?
    A: Der Sabbat muss geheiligt werden durch ein heiliges Ruhen diesen ganzen Tag, nämlich von solchen weltlichen Beschäftigungen und Vergnügen, die an anderen Tagen rechtmässig sind; und durch das Verbringen der ganzen Zeit in Ausübung öffentlicher und privater Anbetung Gottes, ausgenommen die notwendigen Werke und Barmherzigkeit.
  61. F: Was ist verboten im vierten Gebot?
    A: Das vierte Gebot verbietet die Unterlassung oder die nachlässige Ausübung der geforderten Pflichten, und das Entweihen des Tages durch Trägheit oder das Tun dessen, was sündhaft ist, oder durch unnütze Gedanken, Worte oder Werke, über unsere weltlichen Angelegenheiten und Vergnügen.
  62. F: Was ist ferner im vierten Gebot enthalten?
    A: Im vierten Gebot ferner enthalten ist, dass Gott uns sechs Tage gewährt für unsere eigenen Angelegenheiten, seine Einladung für eine besondere Sitte am siebten Tag, sein eigenes Beispiel und sein Segnen des Sabbat-Tages.
  63. F: Wie lautet das fünfte Gebot?
    A: Das fünfte Gebot heisst: Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit deine Tage lange währen in dem Land, das der Herr dir gibt.
  64. F: Was wird gefordert im fünften Gebot?
    A: Das fünfte Gebot fordert die Beachtung der Ehre, das Ausüben der Pflichten, die jedermann gebührt in der jeweiligen Stellung und Beziehung, als Vorgesetze, Untergebene oder Gleichgestellte.
  65. F: Was ist verboten im fünften Gebot?
    A: Das fünfte Gebot verbietet das Missachten oder das Verletzen der Ehre und Pflicht, die jedermann gebührt in der jeweiligen Stellung und Beziehung.
  66. F: Was ist ferner im fünften Gebot enthalten?
    A: Im fünften Gebot enthalten ist ein Versprechen eines langen Lebens und Wohlstandes allen, die dieses Gebot halten.
  67. F: Wie lautet das sechste Gebot?
    A: Das sechste Gebot heisst: Du sollst nicht töten.
  68. F: Was wird gefordert im sechsten Gebot?
    A: Das sechste Gebot fordert alle gesetzmässigen Bemühungen, das eigene Leben und das von anderen zu bewahren.
  69. F: Was ist verboten im sechsten Gebot?
    A: Das sechste Gebot verbietet das Wegnehmen unseres eigenen Lebens oder das Leben unseres Nächsten oder was auch immer dahin tendiert.
  70. F: Wie lautet das siebte Gebot?
    A: Das siebte Gebot heisst: Du sollst nicht die Ehe brechen.
  71. F: Was wird gefordert im siebten Gebot?
    A: Das siebte Gebot fordert das Bewahren unserer eigenen Keuschheit und der unseres Nächsten, im Herzen, im Reden und im Verhalten.
  72. F: Was ist verboten im siebten Gebot?
    A: Das siebte Gebot verbietet alle unkeuschen Gedanken, Worte und Taten.
  73. F: Wie lautet das achte Gebot?
    A: Da achte Gebot heisst: Du sollst nicht stehlen.
  74. F: Was wird gefordert im achten Gebot?
    A: Das achte Gebot fordert das gesetzmässige Erwerben und Fördern des Wohlstandes und des äusseren Besitzes von uns selbst und anderen.
  75. F: Was ist verboten im achten Gebot?
    A: Das achte Gebot verbietet was auch immer in ungerechter Weise unseren eigenen Wohlstand oder den unseres Nächsten hindert.
  76. F: Wie lautet das neunte Gebot?
    A: Das neunte Gebot heisst: Du sollst nicht falsches Zeugnis reden gegen deinen Nachbarn.
  77. F: Was wird gefordert im neunten Gebot?
    A: Das neunte Gebot fordert das Aufrechterhalten und Fördern der Wahrheit zwischen Mensch und Mensch, und des guten Namens von uns selbst und unseres Nächsten, besonders im Zeugnisgeben.
  78. F: Was ist verboten im neunten Gebot?
    A: Das neunte Gebot verbietet alles, was der Wahrheit oder unserem guten Namen oder dem unseres Nächsten schadet.
  79. F: Wie lautet das zehnte Gebot?
    A: Das zehnte Gebot heisst: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus, du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, noch seinen Knecht, noch seine Magd, noch seinen Esel, noch seinen Ochsen, noch irgend etwas, das deinem Nächsten gehört.
  80. F: Was wird gefordert im zehnten Gebot?
    A: Das zehnte Gebot fordert völlige Zufriedenheit mit unseren eigenen Umständen, mit einer rechten und wohltätigen Haltung des Geistes gegenüber unserem Nächsten und all dem, was ihm gehört.
  81. F: Was ist verboten im zehnten Gebot?
    A: Das zehnte Gebot verbietet alle Unzufriedenheit mit unserem eigenen Besitz, Neid oder Gier gegenüber dem Gut unseres Nachbarn und alle unrechtmässige Bewegung und Zuneigung gegenüber etwas, das ihm gehört.
  82. F: Ist irgendein Mensch fähig, die Gebote Gottes zu halten?
    A: Kein Mensch ist seit dem Fall fähig, in diesem Leben die Gebote Gottes vollkommen zu halten, sondern er bricht sie täglich in Gedanken, Worten und Taten.
  83. F: Sind alle Übertretungen des Gesetzes in gleicher Weise abscheulich?
    A: Einige Sünden sind auf Grund der zunehmenden Verderbnis schlimmer als andere in der Sicht Gottes.
  84. F: Was verdient jede Sünde?
    A: Jede Sünde verdient Gottes Zorn und Fluch, beides in diesem Leben und in dem Kommenden.
  85. F: Was fordert Gott von uns, um seinem Zorn und seinem Fluch, der aufgrund der Sünde auf uns ist, zu entrinnen?
    A: Um dem Fluch und Zorn Gottes, der aufgrund der Sünde auf uns ist, zu entrinnen, erwartet Gott von uns Glaube an Jesus Christus und Busse zum Leben, mit dem Eifrigen Gebrauch aller äusseren Mittel, wodurch uns Gott die Wohltaten der Erlösung vermittelt.
  86. F: Was ist Glaube an Jesus Christus?
    A: Glaube an Jesus Christus ist eine rettende Gnade, wodurch wir ihn empfangen und in ihm allein ruhen für unser Heil, wie er uns im Evangelium angeboten ist.
  87. F: Was ist Busse zum Leben?
    A: Busse zum Leben ist eine rettende Gnade, wodurch ein Sünder, aus einem wahren empfinden seiner Sünde und dem Verlangen nach der Gnade Gottes in Christus, mit Trauern und Hass gegen seine Sünde, sich von ihr abwendet hin zu Gott, mit der Absicht und dem Bemühen um den neuen Gehorsam.
  88. F: Was sind die äusseren, ordentlichen Mittel, wodurch Christus uns die Wohltaten der Erlösung vermittelt?
    A: Die äusseren und ordentlichen Mittel, wodurch uns Christus die Erlösung vermittelt, sind seine Anordnungen, im Besonderen das Wort, die Sakramente und das Gebet, all das, was wirksam gemacht ist für die Erwählten zum Heil.
  89. F: Wie ist das Wort wirksam zum Heil?
    A: Der Geist Gottes macht das Lesen, aber im Besonderen das Predigen des Wortes zu einem wirksamen Mittel zur Überführung und Bekehrung von Sündern, und um sie aufzubauen in Heiligkeit und Trost, durch Glauben zum Heil.
  90. F: Wie soll das Wort gelesen und gehört werden, damit es wirksam wird zum Heil?
    A: Damit das Wort wirksam wird zum Heil, müssen wir uns ihm nähern mit Fleiss, Vorbereitung und Gebet, wir müssen es mit Glauben und Liebe empfangen, es in unseren Herzen verbergen und es in unseren Leben praktizieren.
  91. F: Wie werden die Sakramente in unserem Leben wirksame Mittel zum Heil?
    A: Die Sakramente werden wirksame Mittel zum Heil, nicht wegen einer Tugend in ihnen selbst, oder in dem, der sie darreicht, sondern nur durch das Segnen Christi und das Wirken seines Geistes in denen, die sie im Glauben empfangen.
  92. F: Was ist ein Sakrament?
    A: Ein Sakrament ist eine heilige Anordnung, durch Christus eingesetzt. So werden durch greifbare Zeichen Christus und die Segnungen des neuen Bundes repräsentiert, versiegelt und angewandt.
  93. F: Welche sind die Sakramente des Neuen Testaments?
    A: Die Sakramente des Neuen Testaments sind die Taufe und das Abendmahl.
  94. F: Was ist die Taufe?
    A: Die Taufe ist ein Sakrament, worin die Waschung mit Wasser im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes unser Einswerden mit Christus darstellt, ebenso unser Teilhaben an den Segnungen des Bundes der Gnade und ebenso unser Verlöbnis mit dem Herrn.
  95. F: Wem soll die Taufe gewährt werden?
    A: Die Taufe soll nicht irgendjemandem ausserhalb der sichtbaren Gemeinde gewährt werden, solange er nicht seinen Glauben an Christus und Gehorsam ihm gegenüber bekennt. Aber die Kinder, die Mitglieder der sichtbaren Kirche sind, sollen getauft werden.
  96. F: Was ist das Abendmahl des Herrn?
    A: Das Abendmahl des Herrn ist ein Sakrament, worin durch das Austeilen und Empfangen des Brotes und des Weines nach der Einsetzung des Herrn, sein Tod dargestellt wird, und die würdigen Empfänger werden, nicht in körperlicher oder fleischlicher Weise, sondern durch den Glauben, Teilhaber seines Leibes und Blutes, mit all seinen Segnungen für ihre geistliche Ernährung und Wachstum im Glauben.
  97. F: Was ist nötig zum würdigen Empfangen des Abendmahls des Herrn?
    A: Von jenen, die würdig sein wollen am Abendmahl des Herrn, ist gefordert, dass sie sich üben in ihrer Erkenntnis, so dass sie den Leib des Herrn unterscheiden, im Glauben, so dass sie sich ernähren vom Ihm und in der Busse, Liebe und dem neuen Gehorsam, damit sie nicht, unwürdig werdend, sich selbst zum Gericht essen und trinken.
  98. F: Was ist Gebet?
    A: Gebet ist ein Darbringen unserer Begehren an Gott, für Dinge, die seinem Willen entsprechen, im Namen Christi, mit Bekenntnis unserer Sünden und dankbarem Anerkennen seiner Barmherzigkeit.
  99. F: Welche Regel hat Gott gegeben zu unserer Anleitung im Gebet?
    A: Das ganze Wort Gottes ist nützlich, uns im Gebet zu leiten, aber die besondere Regel ist die Form des Gebets, die Christus seine Jünger gelehrt hat, gewöhnlich das Gebet des Herrn genannt.
  100. F: Was lehrt uns das Vorwort des Gebets des Herrn?
    A: Das Vorwort des Gebets des Herrn, welches ist: Unser Vater, der du bist im Himmel, lehrt uns, uns Gott zu nähern mit aller heiligen Ehrfurcht und Zuversicht, als Kinder zu einem Vater, der fähig und bereit ist, uns zu helfen, und dass wir für und mit anderen beten sollen.
  101. F: Wofür beten wir in der ersten Bitte?
    A: In der ersten Bitte, welche ist: Geheiligt werde dein Name, beten wir, dass Gott uns und andere befähige, ihn zu verherrlichen in allem, worin er sich selbst zu erkennen gibt, und dass er alle Dinge zu seiner Ehre bereiten möge.
  102. F: Wofür beten wir in der zweiten Bitte?
    A: In der zweiten Bitte, welche ist Dein Reich komme, beten wir, dass Satans Reich zerstört werden möge, und dass das Königreich der Gnade fortschreiten, dass wir selber und andere in dasselbe hineingebracht und darin bewahrt werden, und dass das Königreich der Herrlichkeit rasch voranschreiten möge.
  103. F: Wofür beten wir in der dritten Bitte?
    A: In der dritten Bitte, welche ist: Dein Wille geschehe im Himmel wie auf Erden, beten wir, dass Gott in seiner Gnade uns fähig und willig mache, seinen Willen zu erkennen, zu befolgen und uns ihm zu beugen in allen Dingen, so wie es die Engel im Himmel tun.
  104. F: Was beten wir in der vierten Bitte?
    A: In der vierten Bitte, welche ist, Gib uns heute unser tägliches Brot, beten wir, dass wir von Gottes freier Gabe einen guten Anteil der guten Dinge dieses Lebens erhalten, und dass wir seinen Segen durch sie geniessen.
  105. F: Wofür beten wir in der fünften Bitte?
    A: In der fünften Bitte, welche ist, Und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, beten wir, dass Gott uns um Christi Willen grosszügig alle unsere Sünden vergibt, welches wir umso mutiger bitten, weil wir durch seine Gnade befähigt sind, anderen von Herzen zu vergeben.
  106. F: Wofür beten wir in der sechsten Bitte?
    A: In der sechsten Bitte, welche ist, Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Bösen, beten wir, dass Gott uns entweder davor bewahrt, zur Sünde versucht zu werden, oder uns stärkt und durchhilft, wenn wir versucht werden.
  107. F: Was lehrt uns der Schluss des Gebets des Herrn?
    A: Der Schluss des Gebets des Herrn, welcher ist, Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit, Amen, lehrt uns, unsere Ermutigung allein im Gebet und von Gott zu suchen und ihn in unseren Gebeten zu preisen, das Königreich, die Macht und Ehre allein ihm zuzuschreiben und im Zeugnis unserer Sehnsucht und Gewissheit, gehört zu werden, sagen wir Amen.