Sterbehilfe

CC/Jeff Kubina

«Geboren werden hat seine Zeit, und Sterben hat seine Zeit.» (Pr 3,2). Aber, so muss heute der Gedanke des Predigers Salomo fortgesetzt werden, wie viel Zeit nehmen wir uns für das Leben und wie viel Zeit für das Sterben? Der Sehnsucht nach einem langen Leben entspricht die Hoffnung auf einen schnellen, leid- und schmerzlosen Tod. Die moderne Medizin kann den Tod immer weiter hinauszögern. Sie kann dem Menschen aber nicht sein Sterben ersparen. Im Gegenteil, die Frage drängt sich auf, ob nicht das Leben, sondern lediglich das Sterben verlängert wird. Die gesellschaftliche Diskussion um Sterbehilfe setzt bei diesen Befürchtungen und Ängsten an. Verfügt der Mensch mit seinem Leben auch über sein Sterben? Wie weit reicht menschliche Selbstbestimmung? Worauf kann der Mensch ein Recht beanspruchen? Was soll geschehen, wenn Leiden, Schmerzen und die Erfahrung von Sinnlosigkeit überhand nehmen und schier unerträglich werden? Diese Fragen fordern auch die Kirchen immer wieder neu heraus. Der Kirchenbund hat das Thema in der Vergangenheit aufgegriffen und wird sich ihm auch in Zukunft stellen. Die erarbeiteten Stellungnahmen haben – wie nach christlichem Verständnis das irdische Leben selbst – immer nur vorläufigen Charakter. Sie wollen einen Beitrag leisten in der ebenfalls unabschliessbaren gesellschaftlichen Diskussion zur Sterbehilfe.