Zivildienst

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Seit bald hundert Jahren setzen sich der Kirchenbund und seine Mitgliedkirchen für den Zivildienst ein. Zu Beginn des kirchlichen Engagements stand die Überlegung im Vordergrund, mittels eines zivilen Ersatzdienstes eine Lösung für Männer zu finden, die den Militärdienst aus Gewissensgründen ablehnen. So erliess die Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes im Jahre 1947 mit überwältigender Mehrheit eine Resolution zur Einführung eines Zivildienstes „zugunsten derjenigen unter den Dienstverweigern, deren Motive als unabweislich, ehrenhaft und uneigennützig erkannt sind.“ Später begann sich allmählich ein neues Verständnis zu entwickeln: Zunehmend wurde der Zivildienst nicht mehr nur als Ersatzdienst für Militärdienstverweigerer betrachtet, sondern als einen Dienst an der Gesellschaft. Angesichts der allgemeinen gesellschaftlichen Herausforderungen, die das Gemeinwesen heute zu bewältigen hat, ergibt eine Reduktion der Dienstpflicht auf den militärischen Bereich in der Tat wenig Sinn. Heute besteht vielmehr ein grosses Dienstleistungsbedürfnis der Gesellschaft etwa in den Bereichen der Ökologie, der Entwicklungshilfe oder der Pflege. Ein solcher Zivildienst, verstanden als Dienst an der Gesellschaft, wurde in der Schweiz im Jahre 1996 Wirklichkeit.

Der Zivildienst wird von kirchlichen Institutionen mitgetragen

Dem Kirchenbund nahestehende Werke (mission 21, DM – échange et mission, BFA und HEKS) tragen den Zivildienst aktiv mit, indem sie sich als Einsatzbetriebe engagieren. Als international tätige Organisationen vermögen sie dabei auch attraktive Einsatzmöglichkeiten im Ausland anzubieten. Zivildienstleistende können sich zudem an interessanten Tätigkeiten beteiligen, die in verschiedenen Kirchen des Kirchenbundes stattfinden. Die Mitwirkung von Zivildienstleistenden wird etwa im Bereich der Jugendarbeit, der Sozialarbeit, der Administration oder des Unterrichts geschätzt.