Die Rolle der reformierten Kirchen in der damaligen Heim- und Verdingkinderpraxis

Tagung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK)

Montag, 21. März 2016, 9.00 Uhr

Paul Senn, FFV, Kunstmuseum Bern, Dep. GKS.@GKS.Paul Senn, FFV, Kunstmuseum Bern, Dep GKS.©GKS.

Der Tagungsbeitrag beträgt CHF 70.-; Sie erhalten mit der Anmeldebestätigung einen Einzahlungsschein. Im Tagungsbeitrag inbegriffen sind die Pausenverpflegung und das Mittagessen. Vergünstigungen sind auf Anfrage möglich.


Organisation / Informationen

Tagungsort: Kirchgemeindehaus Paulus, Freiestrasse 20, 3012 Bern

Ab Westausgang Bahnhof Bern (Welle) mit Bus Nr. 12 Richtung Länggasse, bis zur Haltestelle Unitobler. Zebrastreifen überqueren und geradeaus weiter in die Muesmattstrasse. Vorbei am Restaurant Länggass-Stübli, dem Coop, bis die nächste Querstrasse kommt (Freiestrasse). Links abbiegen, der erste Hauseingang (Nr. 20) ist das Kirchgemeindehaus Paulus. Der Bus verkehrt regelmässig, ca. alle 10 Minuten.

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Tagungssprache und Übersetzung

Die Tagungssprachen sind Deutsch und Französisch. Referate und Diskussionen werden simultan in die andere Sprache übersetzt. 

Bis ins Jahr 1981 haben die fürsorgerischen Zwangsmassnahmen viel Leid verursacht. Nachdem damalige Verdingkinder, Zwangssterilisierte und administrativ Versorgte die Öffentlichkeit während langer Jahre weitgehend erfolglos auf ihr Schicksal aufmerksam zu machen versuchten, so ist seit wenigen Jahren doch Vieles in Bewegung geraten: Im Frühling 2013 fand ein nationaler Gedenkanlass statt, unterdessen hat der Bundesrat auf der Basis von Empfehlungen des «Runden Tisches» einen Gesetzesentwurf zur Aufarbeitung der fürsorgerischen Zwangsmassnahmen erarbeitet. Zudem ist die damalige Fremdplatzierungspraxis Inhalt zahlreicher historischer Studien, politischer Vorstösse sowie einer nationalen Initiative. Die reformierten Kirchen haben von Anfang an ihr Interesse an einer Aufarbeitung der Fremdplatzierungspraxis betont. Der Kirchenbund begründet die Notwendigkeit einer Aufarbeitung mit der Tatsache, dass fremdplatzierte Kinder und Jugendliche unter Ausbeutung und Missbrauch litten, wobei die zuständigen Behörden weggeschaut haben. Zu diesem dunklen Kapitel der Schweizer Geschichte gehört dazu, dass sich auch kirchliche Vertreterinnen und Vertreter, insbesondere im Heim- und Verdingkinderwesen, Verfehlungen haben zukommen lassen. Während staatliche Programme zur historischen Aufarbeitung die Praxis fürsorgerischer Zwangsmassnahmen aus einer allgemeinen Perspektive behandeln, so ist es dem Kirchenbund ein Anliegen, im Rahmen der vorliegenden Tagung der Frage nachzugehen, in welcher Art und Weise kirchliche Vertreterinnen und Vertreter in die damalige Praxis fürsorgerischer Zwangsmassnahmen involviert waren. Es freut uns ausserodentlich, dass wir zur Diskussion dieser Frage ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung, Kirche und Wissenschaft gewinnen konnten.