ref-credo.ch

Commentaires

Tiziana Schmid de Basel a écrit le 08.07.2011 13:15 | e-mail

Das Nachdenken über Glaubensinhalte und als Ergebnis davon das Suchen nach neuen, modernen Bekenntnistexten ist sehr wertvoll. Wie der Beitrag von Professor Saxer gut aufzeigt, besteht die Gefahr, dass solche neuen Texte von einer bestimmten Ausrichtung geprägt werden, indem bestimmten Glaubensinhalten besondere Betonung zukommt und andere unbeliebtere oder schwieriger zu vermittelnde Inhalte ausgeklammert werden. Damit verlieren solche Texte an allgemeinem Charakter. Ich halte es nicht für vollends unmöglich, ein umfassendes und aus reformierter Sicht allgemeingültiges Glaubensbekenntnis in heutiger Sprache zu formulieren. Doch wird dies sehr schwierig sein. Die erneute Verwendung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses und allenfalls an hohen Feiertagen auch des umfangreicheren Bekenntnisses von Nizea-Konstantinopel im Gemeindegottesdienst könnte der praktikablere Weg sein - dies auch im Sinn eines Beitrags zur Ökumene. Es wäre ebenfalls kein einfacher Weg, denn nach 150 Jahren grossmehrheitlichen Schweigens und Weglassens könnten auch die altkirchlichen Bekenntnisse nicht von einem Tag auf den andern wieder in die Liturgie eingefügt werden. Es bräuchte das Glaubensgespräch und die Erläuterung durch die Pfarrerinnen und Pfarrer. Eine solche Herausforderung kann anspornen, aber auch verunsichern.


m de m a écrit le 27.06.2011 00:43 | e-mail

das auf kurt marti zurückgehende bekenntnis gefällt mir. zugleich stimme ich ernst saxer (12.06.2011) zu.

unter dem kreuz
mit christus gekreuzigt
gestorben
begraben

soll ein bekenntnis
der evangelisch-reformierten kirche
wenn es denn geschrieben werden soll
geschrieben werden

das erwähnte bekenntnis finde ich noch etwas zu patriarchalisch. theologie ist eine schwierige püez, man kann nicht einfach ein relativpronomen verwenden…

zitiert habe ich aus facebook.com dogmatik/notizen 5. bei den informationen schaffe ich dort auch transparenz - meinen namen gebe ich auf facebook vorerst nicht bekannt.
 


Prof. Dr. Ernst Saxer, Pfr. i.R. de Dübendorf a écrit le 12.06.2011 09:38 | e-mail

Ein neues „Credo“ (von Kappel)?

Dieses „Credo“ ist eine Umgestaltung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses im Sinne einer aktivistisch-befreiungstheologischen Tendenz. Damit spricht eine kirchliche Gruppe mit deren speziellem Verständnis der christlichen Botschaft. Das darf aber niemals als repräsentatives Bekenntnis der reformierten Kirche verstanden oder gar der Kirche aufgenötigt werden.
Denn bei diesem Vorgehen werden nun grundlegende Aussagen des christlichen Glaubens einfach weggelassen oder im Sinne der Verfasser uminterpretiert, so etwa: Gott der Allmächtige, Sohn Gottes, Himmelfahrt, Gottes Gericht und Vergebung.
Dies betrifft v.a. die folgenden Sätze: 
Zeile 3: Gott ist nicht nur „Schöpfer“, sondern durch alle Zeiten Bewahrer, Lenker und Vollender Himmels und der Erden.
Zeile 6: Jesus ist nicht allein „Messias der Bedrängten und Unterdrückten“, sondern unser aller Erlöser.
Zeile 11: Jesus wirkt weiter nicht nur als „unser Befreier“, sondern ebenso als Richter und Retter.
Zeile 15-18: Der Heilige Geist macht uns nicht einfach zu „Mitstreitern des Auferstandenen“ (was immer das sein mag, gemeint ist wohl so etwa wie „Nachfolge Jesu“), sondern ist mindestens ebenso sehr Beistand und Tröster. 
Zeile 21 : Nach meinem Verständnis des Evangeliums werden wir nirgendwo zum „Glauben an den Frieden auf Erden“ aufgefordert.
Und schliesslich fehlt das Bekenntnis zur Vergebung unserer Schuld durch Gott.
Prof. Dr. Ernst Saxer, Pfr. i.R., Dübendorf


Walser Martin de Koppigen a écrit le 08.06.2011 12:55 | e-mail

Drei neuere Bekenntnisse habe ich einer Bibelabend - Gruppe (eher konservativ) vorgestellt. Trotz einer gewissen Vertrautheit ( und lokalen Nähe) mit K. Marti’s Bekenntnis haben sich alle Teilnehmenden für das Apostolikum ausgesprochen.
Die Kürze und Vertrautheit waren für mich ausschlaggebend. Also soll ein neues Bekenntnis sich in Kürze auf die Trinität hin formulieren lassen.
Das Werkbuch war zu umfangreich, ev. für Theologiekurs Teilnehmer geeignet.


Martin keller de Aarau Rohr a écrit le 11.05.2011 08:01 | e-mail

In unserem Gesprächskreis „Religion im Gespräch“ haben wir einige Bekenntnisse aus dem Werkbuch „Reformierte Bekenntnisse“ diskutiert. Das von der Initiativgruppe für die Vernehmlassung vorgeschlagene Credo von Kappel wurde wohlwollend aufgenommen. Viel besser gefallen, weil lebensnaher, jedoch hat der Gruppe ein Bekenntnis von Thomas Bornhauser, ref. Pfarrer in Steffisburg. Schade, dass nicht auch ein Bekenntnis dieser Art in die Vernehmlassung gegeben wurde. Hier das Bekenntnis von Thomas Bornhauser: 

Ich glaube, dass hinter allem Leben ein Du steht, das Leben will, schafft und erhält; und ich nenne Dich Gott, den Schöpfer.

Ich erkennen, dass Du selbst ins Leben eingegangen bist, Freude und Leid erfährst, und nenne Dich Immanuel, Gott mit uns.

Ich fühle, dass ich in Dir mit allem Leben verbunden bin, wir Freude und Leid miteinander teilen, und nenne Dich Gott, den Geist.

Ich hoffe auf die Ewigkeit des Lebens, in der Du zur Vollendung kommst, und nenne Dich „Du wirst sein“, Gott alles in allem.

Ich liebe das Leben als Gabe und Aufgabe, ich liebe Dich, lebendiger Gott.

Ich denke, dieses Bekenntnis könnte Menschen erreichen, die mit Bekenntnissen traditioneller Prägung wie auch das Credo von Kappel ihre Mühe haben.
Martin Keller


Christoph Buff de 8260 Stein am Rhein a écrit le 04.05.2011 07:35 | e-mail

Die Diskussion an sich ist verdienstvoll. Im Papier des SEK fehlen mir aber weitgehend zwei Arten des reformierten Bekenntnisses: zum ersten das gesungene Bekenntnis, im Lied, schon bei den Reformatoren, den Hugenotten usw. Säulen für die „reformierte Identität“. Das Lied RG 271 „Ich glaube,m Gott ist Herr der Welt“ wird in vielen Gottesdiensten als Credo gesungen. Darüber hätte im SEK-Papier ein Abschnitt oder wenigstens ein Absatz zu lesen sein sollen. Zum andern fehlt darin das Bekennen durch die Tat, „das Tun des Guten“ (Bonhoeffer). Der diakonische Auftrag und die diakonische Praxis kommt in den aufgeführten Bekenntnissen zu kurz.


Beat Büchi de momentan Stellenbosch SA, später Basel a écrit le 13.04.2011 13:24 | e-mail

Die lancierte Bekenntnisdiskussion freut mich, auch wenn mich gewisse Reaktionen verwirren und emotional stimmen. Ich glaube, dass wir es uns im Allgemeinen zu leicht machen, dass unsere Diskussionen zu oberflächlich sind und die Dringlichkeit der Angelegenheit verkennen. Ich möchte einige Punkte nennen, die mich nachdenkenswert dünken:

1) Zu oberflächlich dünkt mich der liberalistische Ansatz. In der Abwehr einer kollektivstisch-autoritären Kirchlichkeit, die dem Einzelnen vorschreiben möchte, was er/sie zu glauben hat, schüttet diese Ansicht das Kind mit dem Bade aus. Im berechtigten ethischen Anliegen der individuellen Freiheit gegenüber doktrinären Glaubenszwängen bleibt dieser Ansatz für die Bekenntnisfreiheit des Individuums wachsam, beachtet aber die gleichzeitigen sozialen Auswirkungen in der Gemeinschaft der Kirche nicht. Jede Pfarrperson trägt sein/ihr Bekenntnis implizit auf die Kanzel und veröffentlicht dieses. Jede kleinste Entscheidung einer Kirchenpflege hat auch immer eine Bekenntnisdimension. Ich frage: Ein Bekenntniskatalog von 20 Bekenntnisschriften (von der Bibel bis heute) und einem Katechismus wird als problematisch für die individuelle Freiheit erklärt, aber die z.B. sonntäglich gesetzte Bekenntniswirklichkeit der Pfarrperson scheint von dieser Kritik unbetroffen! Kann mir das jemand erklären? Ist das für beide, das einfache Kirchenmitglied als auch die Pfarrperson zu verantworten? 
2) Der praktische Ort von Bekenntnisschriften sollte nicht einfach nur in der Erwachsenenbildung verortet werden. Und deren Notwendigkeit schon gar nicht in einem oft damit verbundenen konsumreligiösen Ansatz, reguliert über die Nachfragesituation entsprechender kirchlicher Veranstaltungen. Was ist zum Beispiel mit Leitungsinstitutionen wie der Synode oder Kirchenräten? Ich bin manchmal enttäuscht, wie wenig ernst gemacht wird mit der geistlichen Aufgabe der Synode. Für mich ist die Frage, ob zum Beispiel ein liturgisches Bekenntnis in den Sonntagsgottesdienst gehört, niemals in der Entscheidungskompetenz der Pfarrperson und ob sie/er dies der Gemeinde zumutet. Sind solche Fragen in reformierter Tradition nicht genuine Aufgaben der Synode? Ich frage: Können unsere Kantönli-Geist- Synoden diesen Auftrag wirklich fruchtbar wahrnehmen? Welchen Dokumenten setzten sich Synodale zum Beispiel aus, wenn es um die Revidierung der Kirchenverfassung (die ja in sich selbst in ihrem Bekenntnischarakter für die reformierte Tradition so wichtig ist) oder liturgischer Formulare (ebenfalls zentrale Bekenntnisdokumente) geht? Muss das in einer reformierten Kirche nicht auch im kritischen! Gespräch mit reformatorischer Theologie geschehen. 
3) Zugegebenermassen, auch die reformatorischen Bekenntnisschriften (die ja das biblische Zeugnis interpretieren wollen) sind ambivalente Schriften. Sie enthalten meinem Urteil nach hoch Problematisches wie z.B. die Ablehnung der Frauenordination etc. aber auch wunderbare reformatorische Gnadentheologie, bei der mir persönlich das Herz glüht. Aber ist die Bibel nicht genauso ambivalent? Im vollen Bewusstsein um die Souveränität Gottes und das letztlich nur der in diesen Dokumenten bezeugte Gott Autorität beanspruchen kann, hatten die reformierten Bekenntnisschriften aber immer eine eminent praktische Funktion. Unsere gemeinsame ganz konkrete kirchliche Lebenspraxis, hier und jetzt in unserem Kontext theologisch zu verantworten. Was mich in der ablehnenden Bewertung dieser Dokumente stört, ist die Unmittelbarkeitssehnsucht, die ich oftmals wahrzunehmen meine. Als gäbe es Gott unvermittelt, als gäbe es Jesus unvermittelt, als gäbe es Inspiration unvermittelt. Natürlich: eine solche Frömmigkeit braucht das brüchige Gotteszeugnis der biblischen Verfasser, das brüchige reformatorische Zeugnis, die brüchige gegenwärtige kirchliche Praxis nicht. Aber geht dann die Toleranz für die Brüchigkeit des Zeugnisses des anderen Menschen im Allgemeinen nicht auch verloren oder wird vergleichgültigt und alles endet entweder im individuellen Rückzug von der Kirche oder einer klerikalen Form von Pfarrpersonnachfolgeschaft oder simplem spirituellem Angebotstourismus? Ich glaube, in der Schweizer Bevölkerung gibt es viele reformierte Leichen, in denen noch so etwas wie eine Sehnsucht nach gemeinsamer, kritischer Nachfolgeschaft ruft, Sehnsucht eigentlich nach einem weltlich-klösterlichen Leben, die eine gemeinschaftliche Praxis mit gemeinschaftlichen öffentlichen und daher kritisierbaren Grundlagen pflegt, immer auch an das Individuum appellierend seine priesterliche Würde und Urteilskraft einzusetzen und alles aber wirklich alles kritisch zu prüfen und mit einem ehrlichen „hier stehe ich und kann nicht anders“ zu beurteilen. Meine Meinung ist: reformierte Frömmigkeit ist niemals nur „Selber denken“, aber immer „Mit-Denken“ 
Alles in allem wünsche ich mir von der Bekenntnisdiskussion ein Bewusstsein, die um die bleibende Ambivalenz von den Grössen Individualität und Sozialität weiss. Ein Bewusstsein, das weiss, dass Privatismus und Kollektivismus falsche Alternativen sind, weil beide nicht Mit-menschlich miteinander ringen und deshalb meinem Urteil nach eine Form des Nichtliebens des Anderen sind. Oder einfacher gesagt: wer nicht streiten will, liebt nicht!


Jürg-Christian Hürlimann de Zürich a écrit le 06.04.2011 12:30 | e-mail

Das Nachdenken über einen Bekenntnistext ist interessant und viele Vorschläge sind sehr wertvoll. Ich glaube jedoch nicht an eine Einigung auf einen einzelnen Text. Es ist schon viel gewonnen, wenn die Pfarrerinnen und Pfarrer den Mut finden, wieder einen Bekenntnisteil in die Liturgie ihres Sonn- oder Feiertagsgottesdienst aufzunehmen. Dies kann ein gesprochenes Bekenntnis sein. Im Kirchengesangbuch finden sich auch einige schöne Lieder mit Bekenntnischarakter. 
Im Ausland, auch bei den Reformierten, ist das Apostolikum noch immer der Regelfall, bei Festgottesdiensten oft auch das Bekenntnis von Nizäa-Konstantinopel (welches ich übrigens als literarisches Meisterwerk betrachte). Das häufig gehörte Argument, solche traditionellen Bekenntnistexte seinen altertümlich und würden von den Menschen nicht verstanden, vermag mich nicht zu überzeugen. Die einzelnen in den Texten angesprochenen Aussagen bilden gute Themen für Predigten und sollten eigentlich in kinder- und jugendgemässer Form ohnehin bis spätestens zum Zeitpunkt der Konfirmation im kirchlichen Unterricht diskutiert worden sein. Pfarrerinnen und Pfarrer dürfen den Teilnehmenden an ihren Gottesdiensten und ihrem Konfirmationsuntericht etwas geistige Beweglichkeit und etwas Interesse an Glaubensfragen zutrauen und müssen nicht immer glauben, das Volk ohne theologische Hochschulbildung sei sowieso überfordert. Wichtig scheint mir jedenfalls zu sein - unabhängig davon, ob ein explizites Bekenntnis in den Gottesdienst aufgenommen wird oder nicht -, dass über den Glauben öffentlich gesprochen werden darf und wird, durch die Pfarrerin und den Pfarrer in der Predigt, aber auch im Dialog mit und unter den Gemeindegliedern (in Veranstaltungen oder im spontanen Gespräch) ausserhalb des Gottesdienstes, und dass solche Gespräche nicht hinter die verschlossenen Türen der Einzelseelsorge (wo sie zweifelos auch ihren Platz haben) verbannt werden. Wahre reformierte Liberalität bedeutet für mich nicht das Schweigen über und In-Ruhe-Lassen der Kirchenmitglieder mit Glaubensfragen, sondern das Ermöglichen eben der Auseinandersetzung mit solchen Fragen unter Zulassung und Stehenlassen voneinander abweichender Ansichten.


Peter Dettwiler de Zürich a écrit le 05.04.2011 14:06 | e-mail | site web

Nach dem Minarettverbot 2009 haben wir - Hanna Kandal und Peter Dettwiler, Beauftragte für OeME und interreligiösen Dialog der ZH-Landeskirche, folgendes Bekenntnis formuliert - in der Überzeugung, dass die Einschränkung der Religionsfreiheit in unserem Land nach einem Bekenntnis ruft: 

Glauben und Handeln 
aus dem Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit

Wir glauben an den dreieinigen Gott.
Das Geheimnis der Liebe.
Seine wunderbare Schöpfung ist ein Geschenk an alle Menschen,
ihnen anvertraut sie zu pflegen und zu bewahren
und ihre Güter gerecht zu teilen.
Die Bedrohung der Erde 
durch die masslose Ausbeutung ihrer Ressourcen
bezeugt unsere Respektlosigkeit gegenüber dem Schöpfer
und gegenüber unseren Mitgeschöpfen.
Wir sind nicht Besitzer, sondern nur Verwalter dieser Erde.
Der Glaube an Gott den Schöpfer befreit uns 
von der Angst um Hab und Gut
und verpflichtet uns gleichzeitig zur Achtung vor dem Leben. 
In allem und hinter allem entdecken wir den,
der alles trägt und erhält. 
Aus seiner Liebe leben wir und erkennen, 
dass wir mit allen Menschen, ja mit allem Geschaffenen 
auf Gedeih und Verderben verbunden sind. 

Wir glauben an den dreieinigen Gott.
Das Geheimnis der Liebe,
die sich mit uns Menschen eins macht
in Jesus dem Menschensohn, dem Immanuel: Gott mit uns. 
In ihm ist Versöhnung und Befreiung,
Freiheit und Hingabe,
Vertrauen und Hoffnung.
Er macht uns zu Kindern Gottes 
und die Mitmenschen zu unseren Schwestern und Brüdern. 
Er ist das Ende der Religion
und der Anfang der Geschwisterlichkeit
über religiöse Grenzen hinweg. 
Der Glaube an Jesus Christus befreit uns
von der Angst um unsere christliche Identität
und verpflichtet uns zur Achtung vor den Menschen
anderer Kulturen und Religionen.
Jesus ist unser Weg zu Gott und zu den Mitmenschen,
er bezeugt uns die Wahrheit, die uns auch in anderen Religionen begegnet,
er ermöglicht uns ein Leben jenseits aller Trennungen und Abgrenzungen.
Er bewegt uns zur Solidarität mit den Benachteiligten 
und zum Einsatz für Gerechtigkeit
zusammen mit allen Menschen guten Willens. 

Wir glauben an den dreieinigen Gott,
Geist des Lebens und Geist der Gemeinschaft,
Gott in uns und Gott unter uns. 
Der Schlüssel zum Geheimnis der Liebe:
Ein Gott, der aus sich heraustritt
und sich verschenkt an die Menschen, 
die er nach seinem Bild geschaffen hat
und sie teilhaben lässt an seinem Geist –
nicht der Geist der Angst, 
sondern der Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit . 
Der Glaube an den Heiligen Geist befreit uns
zur Freiheit der Kinder Gottes ,
die nicht mehr um sich selbst kreisen
und nicht um ihre Anerkennung kämpfen müssen
und darum fähig sind, selbst jene zu lieben, die ihnen feind sind. 
Der Geist der Liebe öffnet uns den Weg zu den Andern
und hilft uns, sie zu verstehen,
sie in ihrer Fremdheit und Verschiedenheit zu achten. 

Wir glauben an den dreieinigen Gott,
der uns liebt,
erneuert,
sendet. 
In diesem Glauben setzen wir uns ein für eine bessere Welt. 
 


Claudia Förderer de Zürich a écrit le 01.04.2011 18:36 | e-mail

Ein interessanter Prozess, der hier im Gang ist. Ich persönlich favorisiere das Apostolicum. Es ist auf das Wesentliche reduziert und gäbe uns die Möglichkeit an den Quellen unserer geistlichen Wurzeln neu graben zu können. Ausserdem würde es unsere Beziehung zu den Katholiken auf eine neue Basis stellen, ohne, dass wir den reformierten Geist des eigenständigen Glaubens aufgeben müssten.


Tobler Ueli de Müntschemier a écrit le 25.03.2011 08:24 | e-mail | site web

An einer Retraite haben Kirchgemeinderat und Mitarbeiterteam aufgrund vorliegender Bekenntnisse ein „Inser Bekenntnis“ zusammengestellt. Folgende Anliegen sollten zum Tragen kommen:
Das apostolische Glaubensbekenntnis ist uralt, verbindet uns mit den Anfängen der Kirche und mit den andern christlichen Kirchen; es ist ein Kultur-Gut und soll Basis des aktuellen Bekenntnisses sein.
Eine zeitgemässe Fassung des Bekenntnisses ist nötig, weil viele Begriffe und Formulierungen des apost. Glaubensbekenntnisses heute, gerade auch für Jugendliche, schwer zugänglich sind. Als reformierte Kirche haben wir auch das Bekennen zu re-formieren. Kriterien für ein Bekenntnis:
• Knapp und verständlich
• Der drei-einige Gott: Schöpfer, Jesus Christus, Heiliger Geist
• Persönl. Verantwortung
• Glaube ist ein Geheimnis

Das „Inser Bekenntnis“:

Ich vertraue Gott,
der Licht ist 
Schöpfer von Himmel und Erde
von Zeit und Raum.
Ich glaube an Jesus,
Gottes menschgewordenes Wort,
Ich vertraue dem Heiligen Geist,
der in uns lebt,
uns bewegt, einander zu vergeben,
uns zu Mitstreitern des Auferstandenen macht,
zu Schwestern und Brüdern derer,
die dürsten nach der Gerechtigkeit. 


Peter Vogelsanger de Schaffhausen a écrit le 23.03.2011 10:38 | e-mail

Nach ein paar Anläufen (Kronenhofkurs in der Zwinglikirche, Pfarrkonvent, Männergruppe Herblingen, Kirchenstände) müssen wir uns eingestehen, dass wir einem thematischen Ladenhüter aufsitzen. Als Zeugnis gegen aussen dienen diese Arten von Glaubensbekenntnissen nicht. Das Interessen von kirchlichen insidern an dogmatischen Fragen ist klein. Die mühsamen Formulierungsversuche sind Schriftgelehrtengezänk und lenken uns von der Nachfolge von Jesus ab.


Michael Leicht de Zürich schrieb am 23.03.2011 03:15 | e-mail | site web

Als Quelle der Inspiration möchte ich im Folgenden die Glaubensquellen der amerikanischen Unitarian Universalists wiedergeben. Die Unitarian Universalists sind eine fortschrittliche, postchristliche Form des Protestantismus. Sie sind Vertreter einer liberalen Religion.
Ihre Glaubensquellen sind vielfältig (engl. Originaltext folgend):
- Direct experience of that transcending mystery and wonder, affirmed in all cultures, which moves us to a renewal of the spirit and an openness to the forces which create and uphold life; 
- Words and deeds of prophetic women and men which challenge us to confront powers and structures of evil with justice, compassion, and the transforming power of love; 
- Wisdom from the world’s religions which inspires us in our ethical and spiritual life; 
- Jewish and Christian teachings which call us to respond to God’s love by loving our neighbors as ourselves; 
- Humanist teachings which counsel us to heed the guidance of reason and the results of science, and warn us against idolatries of the mind and spirit; 
- Spiritual teachings of earth-centered traditions which celebrate the sacred circle of life and instruct us to live in harmony with the rhythms of nature. 
Website: www.uua.org


Bernd Berger de Oberbalm/BE a écrit le 21.03.2011 16:50 | e-mail | site web

In unserer kirchlichen Region haben wir 6 Abende zum Thema Bekenntnis durchgeführt (ein liturgischer Abschluss mit anschl. gemeinsamem Esse steht noch aus). Unter der Adresse www.reformiertesbekenntnis.wordpress.com sind Programm, verwendete Materialien und einzelne Ergebnisse nachzulesen. 
Das Credo von Kappel ist insgesamt auf ein sehr positives Echo gestossen. Als problematisch wurden einzelne Formulierungen wie „Gottes menschgewordenes Wort“ oder besonders die letzten vier Zeilen empfunden, die schwer verständlich sind. Positiv wurden die Ersetzung des allmächtigen Vaters durch den Gott, der Liebe ist, der Einbezug des eigenen Mithandelns in den Aussagen über den Geist und überhaupt die offene Sprache aufgenommen. 
Eine liturgische Verwendung würde bei unseren Teilnehmenden mehrheitlich begrüsst, eine Einführung als verbindliches reformiertes Bekenntnis stiess auf geteiltes Echo. 
Generell war zu beobachten, dass das Thema „Bekenntnis“ im Vergleich zu früheren EB-Veranstaltungen unserer kirchlichen Region eher auf ein bescheidenes Echo gestossen ist und eher als schwierige Thematik wahrgenommen wurde.