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CR 16 : Concorde de Leuenberg

En allemand moderne

1 Die dieser Konkordie zustimmenden lutherischen, reformierten und aus ihnen hervorge­gangenen unierten Kirchen sowie die ihnen verwandten vorreformatorischen Kirchen der Waldenser und der Böhmischen Brüder stellen aufgrund ihrer Lehrgespräche unter sich das gemeinsame Verständnis des Evangeliums fest, wie es nachstehend ausgeführt wird. Dieses ermöglicht ihnen, Kirchengemeinschaft zu erklären und zu verwirklichen. Dank­bar dafür, dass sie näher zueinander geführt worden sind, bekennen sie zugleich, dass das Ringen um Wahrheit und Einheit in der Kirche auch mit Schuld und Leid verbunden war und ist.

2 Die Kirche ist allein auf Jesus Christus gegründet, der sie durch die Zuwendung seines Heils in der Verkündigung und in den Sakramenten sammelt und sendet. Nach reformato­rischer Einsicht ist darum zur wahren Einheit der Kirche die Übereinstimmung in der rechten Lehre des Evangeliums und in der rechten Verwaltung der Sakramente notwendig und ausreichend. Von diesen reformatorischen Kriterien leiten die beteiligten Kirchen ihr Verständnis von Kirchengemeinschaft her, das im folgenden dargelegt wird.

I. Der Weg zur Gemeinschaft

3 Angesichts wesentlicher Unterschiede in der Art des theologischen Denkens und des kirchlichen Handelns sahen sich die reformatorischen Väter um ihres Glaubens und Ge­wissens willen trotz vieler Gemeinsamkeiten nicht in der Lage, Trennungen zu vermei­den. Mit dieser Konkordie erkennen die beteiligten Kirchen an, dass sich ihr Verhältnis zueinander seit der Reformationszeit gewandelt hat.


1. Gemeinsame Aspekte im Aufbruch der Reformation

4 Aus dem geschichtlichen Abstand heraus lässt sich heute deutlicher erkennen, was trotz aller Gegensätze den Kirchen der Reformation in ihrem Zeugnis gemeinsam war: Sie gingen aus von einer neuen befreienden und gewissmachenden Erfahrung des Evange­liums. Durch das Eintreten für die erkannte Wahrheit sind die Reformatoren gemeinsam in Gegensatz zu kirchlichen Überlieferungen jener Zeit geraten. Übereinstimmend haben sie deshalb bekannt, dass Leben und Lehre an der ursprünglichen und reinen Bezeugung des Evangeliums in der Schrift zu messen sei. Übereinstimmend haben sie die freie und bedingungslose Gnade Gottes im Leben, Sterben und Auferstehen Jesu Christi für jeden, der dieser Verheissung glaubt, bezeugt. Übereinstimmend haben sie bekannt, dass Han­deln und Gestalt der Kirche allein von dem Auftrag her zu bestimmen sind, dieses Zeug­nis in der Welt aufzurichten, und dass das Wort des Herrn jeder menschlichen Gestaltung der christlichen Gemeinde überlegen bleibt. Dabei haben sie gemeinsam mit der ganzen Christenheit das in den altkirchlichen Symbolen ausgesprochene Bekenntnis zum drei­einigen Gott und der Gott-Menschheit Jesu Christi aufgenommen und neu bekannt.


2. Veränderte Voraussetzungen heutiger kirchlicher Situation

5 In einer vierhundertjährigen Geschichte haben die theologische Auseinandersetzung mit den Fragen der Neuzeit, die Entwicklung der Schriftforschung, die kirchlichen Erneue­rungsbewegungen und der wiederentdeckte ökumenische Horizont die Kirchen der Re­formation zu neuen, einander ähnlichen Formen des Denkens und Lebens geführt. Sie brachten freilich auch neue, quer durch die Konfessionen verlaufende Gegensätze mit sich. Daneben wurde immer wieder, besonders in Zeiten gemeinsamen Leidens, brüder­liche Gemeinschaft erfahren. All dies veranlasste die Kirchen in neuer Weise, das bibli­sche Zeugnis wie die reformatorischen Bekenntnisse, vor allem seit den Erweckungsbe­wegungen, für die Gegenwart zu aktualisieren. Auf diesen Wegen haben sie gelernt, das grundlegende Zeugnis der reformatorischen Bekenntnisse von ihren geschichtlich be­dingten Denkformen zu unterscheiden. Weil die Bekenntnisse das Evangelium als das lebendige Wort Gottes in Jesus Christus bezeugen, schliessen sie den Weg zu dessen ver­bindlicher Weiterbezeugung nicht ab, sondern eröffnen ihn und fordern auf, ihn in der Freiheit des Glaubens zu gehen.

II. Das gemeinsame Verständnis des Evangeliums

6 Im folgenden beschreiben die beteiligten Kirchen ihr gemeinsames Verständnis des Evangeliums, soweit es für die Begründung einer Kirchengemeinschaft erforderlich ist.


1. Die Rechtfertigungsbotschaft als die Botschaft von der freien Gnade Gottes

7 Das Evangelium ist die Botschaft von Jesus Christus, dem Heil der Welt, in Erfüllung der an das Volk des Alten Bundes ergangenen Verheissung.

8 a) Sein rechtes Verständnis haben die reformatorischen Väter in der Lehre von der Rechtfertigung zum Ausdruck gebracht.

9 b) In dieser Botschaft wird Jesus Christus bezeugt als der Menschgewordene, in dem Gott sich mit dem Menschen verbunden hat; als der Gekreuzigte und Auferstandene, der das Gericht Gottes auf sich genommen und darin die Liebe Gottes zum Sünder erwiesen hat, und als der Kommende, der als Richter und Retter die Welt zur Vollendung führt.

10 c) Gott ruft durch sein Wort im Heiligen Geist alle Menschen zu Umkehr und Glauben und spricht dem Sünder, der glaubt, seine Gerechtigkeit in Jesus Christus zu. Wer dem Evangelium vertraut, ist um Christi willen gerechtfertigt vor Gott und von der Anklage des Gesetzes befreit. Er lebt in täglicher Umkehr und Erneuerung zusammen mit der Ge­meinde im Lobpreis Gottes und im Dienst am anderen in der Gewissheit, dass Gott seine Herrschaft vollenden wird. So schafft Gott neues Leben und setzt inmitten der Welt den Anfang einer neuen Menschheit.

11 d) Diese Botschaft macht die Christen frei zu verantwortlichem Dienst in der Welt und bereit, in diesem Dienst auch zu leiden. Sie erkennen, dass Gottes fordernder und geben­der Wille die ganze Welt umfasst. Sie treten ein für irdische Gerechtigkeit und Frieden zwischen den einzelnen Menschen und unter den Völkern. Dies macht es notwendig, dass sie mit anderen Menschen nach vernünftigen, sachgemässen Kriterien suchen und sich an ihrer Anwendung beteiligen. Sie tun dies im Vertrauen darauf, dass Gott die Welt erhält, und in Verantwortung vor seinem Gericht.

12 e) Mit diesem Verständnis des Evangeliums stellen wir uns auf den Boden der altkirchli­chen Symbole und nehmen die gemeinsame Überzeugung der reformatorischen Bekennt­nisse auf, dass die ausschliessliche Heilsmittlerschaft Jesu Christi die Mitte der Schrift und die Rechtfertigungsbotschaft als die Botschaft von der freien Gnade Gottes Massstab aller Verkündigung der Kirche ist.


2. Verkündigung, Taufe und Abendmahl

13 Das Evangelium wird uns grundlegend bezeugt durch das Wort der Apostel und Propheten in der Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments. Die Kirche hat die Aufgabe, dieses Evangelium weiterzugeben durch das mündliche Wort der Predigt, durch den Zuspruch an den einzelnen und durch Taufe und Abendmahl. In der Verkündigung, Taufe und Abendmahl ist Jesus Christus durch den Heiligen Geist gegenwärtig. So wird den Menschen die Rechtfertigung in Christus zuteil, und so sammelt der Herr seine Gemeinde. Er wirkt dabei in vielfältigen Ämtern und Diensten und im Zeugnis aller Glieder seiner Gemeinde.

14 Die Taufe wird im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes mit Wasser vollzogen. In ihr nimmt Jesus Christus den der Sünde und dem Sterben verfallenen Men­schen unwiderruflich in seine Heilsgemeinschaft auf, damit er eine neue Kreatur sei. Er beruft ihn in der Kraft des Heiligen Geistes in seine Gemeinde und zu einem Leben aus Glauben, zur täglichen Umkehr und Nachfolge.

15 Im Abendmahl schenkt sich der auferstandene Jesus Christus in seinem für alle dahinge­gebenen Leib und Blut durch sein verheissendes Wort mit Brot und Wein. Er gewährt uns dadurch Vergebung der Sünden und befreit uns zu einem neuen Leben aus Glauben. Er lässt uns neu erfahren, dass wir Glieder an seinem Leibe sind. Er stärkt uns zum Dienst an den Menschen.

16 Wenn wir das Abendmahl feiern, verkündigen wir den Tod Christi, durch den Gott die Welt mit sich selbst versöhnt hat. Wir bekennen die Gegenwart des auferstandenen Herrn unter uns. In der Freude darüber, dass der Herr zu uns gekommen ist, warten wir auf seine Zukunft in Herrlichkeit.

III. Die Übereinstimmung angesichts der Lehrverurteilungen der Reformationszeit

17 Die Gegensätze, die von der Reformationszeit an eine Kirchengemeinschaft zwischen den lutherischen und reformierten Kirchen unmöglich gemacht und zu gegenseitigen Verwer­fungsurteilen geführt haben, betrafen die Abendmahlslehre, die Christologie und die Leh­re von der Prädestination. Wir nehmen die Entscheidung der Väter ernst, könne aber heu­te folgendes gemeinsam dazu sagen:


1. Abendmahl

18 Im Abendmahl schenkt sich der auferstandene Jesus Christus in seinem für alle dahinge­gebenen Leib und Blut durch sein verheissendes Wort mit Brot und Wein. So gibt er sich selbst vorbehaltlos allen, die Brot und Wein empfangen; der Glaube empfängt das Mahl zum Heil, der Unglaube zum Gericht.

19 Die Gemeinschaft mit Jesus Christus in seinem Leib und Blut können wir nicht vom Akt des Essens und Trinkens trennen. Ein Interesse an der Art der Gegenwart Christi im Abendmahl, das von dieser Handlung absieht, läuft Gefahr, den Sinn des Abendmahls zu verdunkeln.

20 Wo solche Übereinstimmung zwischen Kirchen besteht, betreffen die Verwerfungen der reformatorischen Bekenntnisse nicht den Stand der Lehre dieser Kirchen.


2. Christologie

21 In dem wahren Menschen Jesus Christus hat sich der ewige Sohn und damit Gott selbst zum Heil in die verlorene Menschheit hineingegeben. Im Verheissungswort und Sakra­ment macht der Heilige Geist und damit Gott selbst uns Jesus als Gekreuzigten und Auf­erstandenen gegenwärtig. 22 Im Glauben an diese Selbsthingabe Gottes in seinem Sohn sehen wir uns angesichts der geschichtlichen Bedingtheit überkommener Denkformen vor die Aufgabe gestellt, neu zur Geltung zu bringen, was die reformierte Tradition in ihrem besonderen Interesse an der Unversehrtheit von Gottheit und Menschheit Jesu und was die lutherische Tradition in ihrem besonderen Interesse an seiner völligen Personeinheit geleitet hat.

23 Angesichts dieser Sachlage können wir heute die früheren Verwerfungen nicht nachvoll­ziehen.


3. Prädestination

24 Im Evangelium wird die bedingungslose Annahme des sündigen Menschen durch Gott verheissen. Wer darauf vertraut, darf des Heils gewiss sein und Gottes Erwählung prei­sen. Über die Erwählung kann deshalb nur im Blick auf die Berufung zum Heil in Chri­stus gesprochen werden.

25 Der Glaube macht zwar die Erfahrung, dass die Heilsbotschaft nicht von allen angenom­men wird, er achtet jedoch das Geheimnis von Gottes Wirken. Er bezeugt zugleich den Ernst menschlicher Entscheidung wie die Realität des universalen Heilswillens Gottes. Das Christuszeugnis der Schrift verwehrt uns, einen ewigen Ratschluss Gottes zur defini­tiven Verwerfung gewisser Personen oder eines Volkes anzunehmen.

26 Wo solche Übereinstimmung zwischen Kirchen besteht, betreffen die Verwerfungen der reformatorischen Bekenntnisse nicht den Stand der Lehre dieser Kirchen.


4. Folgerungen

27 Wo diese Feststellungen anerkannt werden, betreffen die Verwerfungen der reformatori­schen Bekenntnisse zum Abendmahl, zur Christologie und zur Prädestination den Stand der Lehre nicht. Damit werden die von den Vätern vollzogenen Verwerfungen nicht als unsachgemäss bezeichnet, sie sind jedoch kein Hindernis mehr für die Kirchengemein­schaft.

28 Zwischen unseren Kirchen bestehen beträchtliche Unterschiede in der Gestaltung des Gottesdienstes, in den Ausprägungen der Frömmigkeit und in den kirchlichen Ordnun­gen. Diese Unterschiede werden in den Gemeinden oft stärker empfunden als die über­kommenen Lehrgegensätze. Dennoch vermögen wir nach dem Neuen Testament und den reformatorischen Kriterien der Kirchengemeinschaft in diesen Unterschieden keine kirchentrennenden Faktoren zu erblicken.

IV. Erklärung der Verwirklichung der Kirchengemeinschaft

29 Kirchengemeinschaft im Sinne dieser Konkordie bedeutet, dass Kirchen verschiedenen Bekenntnisstandes aufgrund der gewonnenen Übereinstimmung im Verständnis des Evangeliums einander Gemeinschaft an Wort und Sakrament gewähren und eine mög­lichst grosse Gemeinsamkeit in Zeugnis und Dienst an der Welt erstreben.


1. Erklärung der Kirchengemeinschaft

30 Mit der Zustimmung zu der Konkordie erklären die Kirchen in der Bindung an die sie verpflichtenden Bekenntnisse oder unter Berücksichtigung ihrer Traditionen:

31 a) Sie stimmen im Verständnis des Evangeliums, wie es in den Teilen II und III Ausdruck gefunden hat, überein.

32 b) Die in den Bekenntnisschriften ausgesprochenen Lehrverurteilungen betreffen entspre­chend den Feststellungen des Teils III nicht den gegenwärtigen Stand der Lehre der zu­stimmenden Kirchen.

33 c) Sie gewähren einander Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. Das schliesst die ge­genseitige Anerkennung der Ordination und die Ermöglichung der Interzelebration ein.

34 Mit diesen Feststellungen ist Kirchengemeinschaft erklärt. Die dieser Gemeinschaft seit dem 16. Jahrhundert entgegenstehenden Trennungen sind aufgehoben. Die beteiligten Kirchen sind der Überzeugung, dass sie gemeinsam an der einen Kirche Jesu Christi teilhaben und dass der Herr sie zum gemeinsamen Dienst befreit und verpflichtet.


2. Verwirklichung der Kirchengemeinschaft

35 Die Kirchengemeinschaft verwirklicht sich im Leben der Kirchen und Gemeinden. Im Glauben an die einigende Kraft des Heiligen Geistes richten sie ihr Zeugnis und ihren Dienst gemeinsam aus und bemühen sich um die Stärkung und Vertiefung der gewonne­nen Gemeinschaft.

36 Die Verkündigung der Kirchen gewinnt in der Welt an Glaubwürdigkeit, wenn sie das Evangelium in Einmütigkeit bezeugen. Das Evangelium befreit und verbindet die Kir­chen zum gemeinsamen Dienst. Als Dienst der Liebe gilt er dem Menschen mit seinen Nöten und sucht deren Ursachen zu beheben. Die Bemühung um Gerechtigkeit und Frieden in der Welt verlangt von den Kirchen zunehmend die Übernahme gemeinsamer Verantwortung.

37 Die Konkordie lässt die verpflichtende Geltung der Bekenntnisse in den beteiligten Kir­chen bestehen. Sie versteht sich nicht als ein neues Bekenntnis. Sie stellt eine im Zentra­len gewonnene Übereinstimmung dar, die Kirchengemeinschaft zwischen Kirchen ver­schiedenen Bekenntnisstandes ermöglicht. Die beteiligten Kirchen lassen sich bei der gemeinsamen Ausrichtung von Zeugnis und Dienst von dieser Übereinstimmung leiten und verpflichten sich zu kontinuierlichen Lehrgesprächen untereinander.

38 Das gemeinsame Verständnis des Evangeliums, auf dem die Kirchengemeinschaft beruht, muss weiter vertieft, am Zeugnis der Heiligen Schrift geprüft und ständig aktualisiert werden.

39 Es ist Aufgabe der Kirchen, an Lehrunterschieden, die in und zwischen den beteiligten Kirchen bestehen, ohne als kirchentrennend zu gelten, weiterzuarbeiten. Dazu gehören: Hermeneutische Fragen im Verständnis von Schrift, Bekenntnis und Kirche; Verhältnis von Gesetz und Evangelium; Taufpraxis; Amt und Ordination; Zwei-Reiche-Lehre und Lehre von der Königsherrschaft Jesu Christi; Kirche und Gesellschaft. Zugleich sind auch Probleme aufzunehmen, die sich im Hinblick auf Zeugnis und Dienst, Ordnung und Praxis neu ergeben.

40 Aufgrund ihres gemeinsamen Erbes müssen die reformatorischen Kirchen sich mit den Tendenzen theologischer Polarisierung auseinandersetzen, die sich gegenwärtig abzeich­nen. Die damit verbundenen Probleme greifen zum Teil weiter als die Lehrdifferenzen, die einmal den lutherisch-reformierten Gegensatz begründet haben.

41 Es wird Aufgabe der gemeinsamen theologischen Arbeit sein, die Wahrheit des Evangeli­ums gegenüber Entstellungen zu bezeugen und abzugrenzen.

42 Durch die Erklärung der Kirchengemeinschaft werden kirchenrechtliche Regelungen von Einzelfragen zwischen den Kirchen und innerhalb der Kirchen nicht vorweggenommen. Die Kirchen werden jedoch bei diesen Regelungen die Konkordie berücksichtigen.

43 Allgemein gilt, dass die Erklärung der Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft und die ge­genseitige Anerkennung der Ordination die in den Kirchen geltenden Bestimmungen für die Anstellung im Pfarramt, die Ausübung des pfarramtlichen Dienstes und die Ordnun­gen des Gemeindelebens nicht beeinträchtigen.

44 Die Frage eines organisatorischen Zusammenschlusses einzelner beteiligter Kirchen kann nur in der Situation entschieden werden, in der diese Kirchen leben. Bei der Prüfung die­ser Frage sollten folgende Gesichtspunkte beachtet werden:

45 Eine Vereinheitlichung, die die lebendige Vielfalt der Verkündigungsweisen, des gottes­dienstlichen Lebens, der kirchlichen Ordnung und der diakonischen wie gesellschaftli­chen Tätigkeit beeinträchtigt, würde dem Wesen der mit dieser Erklärung eingegangenen Kirchengemeinschaft widersprechen. Andererseits kann aber in bestimmten Situationen der Dienst der Kirche um des Sachzusammenhanges von Zeugnis und Ordnung willen rechtliche Zusammenschlüsse nahelegen. Werden organisatorische Konsequenzen aus der Erklärung der Kirchengemeinschaft gezogen, so darf die Entscheidungsfreiheit der Mino­ritätskirchen nicht beeinträchtigt werden.

46 Indem die beteiligten Kirchen unter sich Kirchengemeinschaft erklären und verwirkli­chen, handeln sie aus der Verpflichtung heraus, der ökumenischen Gemeinschaft aller christlichen Kirchen zu dienen.

47 Sie verstehen eine solche Kirchengemeinschaft im europäischen Raum als einen Beitrag auf dieses Ziel hin. Sie erwarten, dass die Überwindung ihrer bisherigen Trennung sich auf die ihnen konfessionell verwandten Kirchen in Europa und in anderen Kontinenten auswirken wird, und sind bereit, mit ihnen zusammen die Möglichkeit von Kirchenge­meinschaft zu erwägen.

48 Diese Erwartung gilt ebenfalls für das Verhältnis des Lutherischen Weltbundes und des Reformierten Weltbundes zueinander.

49 Ebenso hoffen sie, dass die Kirchengemeinschaft der Begegnung und Zusammenarbeit mit Kirchen anderer Konfessionen einen neuen Anstoss geben wird. Sie erklären sich bereit, die Lehrgespräche in diesen weiteren Horizont zu stellen.


En français moderne

1 En approuvant la présente Concorde, les Églises luthériennes et réformées, les Églises unies qui en sont issues, ainsi que les Églises des Vaudois et des Frères moraves qui leur sont apparentées et dont l’origine est antérieure à la Réforme, constatent, sur la base de leurs entretiens doctrinaux, qu’elles ont une compréhension commune de l’Évangile, telle qu’elle est exposée ci-dessous. Cela leur permet de déclarer entre elles la communion ecclésiale, et de la réaliser. Reconnaissantes d’avoir été amenées à se rapprocher les unes des autres, elles confessent en même temps que le combat pour la vérité et l’unité dans l’Église a aussi été et demeure marqué par le péché et la souffrance.

2 L’Église a pour unique fondement Jésus-Christ, qui par la communication de son salut dans la prédication et les sacrements, la rassemble et l’envoie. C’est pourquoi, selon la conviction des Réformateurs, la condition nécessaire et suffisante de la vraie unité de l’Église est l’accord dans la prédication fidèle de l’Évangile et l’administration fidèle des sacrements. Les Églises participantes font découler de ces critères hérités de la Réforme leur compréhension de la communion ecclésiale telle qu’elle est exposée ci-après.

I - Le cheminement vers la communion

3 En raison des différences considérables dans les modes de pensée théologique et de pratique ecclésiastique, les Réformateurs, par obéissance à leur foi et à leur conscience, n’ont pu éviter des divisions, en dépit de nombreux éléments communs. Par la présente Concorde, les Églises concernées reconnaissent que depuis l’époque de la Réforme leurs relations mutuelles se sont modifiées.


1. Éléments communs à l’origine de la Réforme

4 Avec le recul, on reconnaît plus clairement aujourd’hui ce que, malgré toutes les oppositions, les Églises de la Réforme avaient de commun dans leur témoignage: elles se fondaient au départ sur une expérience nouvelle de l’Évangile comme porteur de liberté et de certitude. En prenant fait et cause pour la vérité reconnue de l’Évangile, les Réformateurs se sont heurtés à des traditions ecclésiastiques de leur temps. Unanimement, ils ont confessé que le témoignage pur et originel de l’Évangile dans l’Écriture est la norme de la vie et de la doctrine. Unanimement, ils ont témoigné de la grâce libre et inconditionnelle de Dieu, manifestée dans la vie, la mort et la résurrection de Jésus-Christ et offerte à quiconque met sa foi en cette promesse. Unanimement, ils ont confessé que seule la mission impartie à l’Église de proclamer ce témoignage dans le monde doit déterminer l’action et les structures ecclésiales, et que la Parole du Seigneur demeure souveraine par rapport à n’importe quelle structuration humaine de la communauté chrétienne. En même temps, ils ont reçu et confessé à nouveau, de concert avec toute la chrétienté, la foi exprimée dans les Symboles de l’Église ancienne, foi au Dieu trinitaire ainsi qu’à la divinité et à l’humanité de Jésus-Christ.


2. Conditions différentes de la situation ecclésiale actuelle

5 Au cours de quatre siècles d’histoire, les questions théologiques des temps modernes, l’évolution de la recherche scripturaire, les mouvements de renouveau ecclésial et la redécouverte de la perspective œcuménique, ont conduit les Églises de la Réforme à des formes de pensée et de vie nouvelles et semblables. Ces facteurs ont, il est vrai, provoqué à leur tour de nouvelles oppositions, qui se manifestent au sein même des confessions. D’autre part, on a fait toujours à nouveau l’expérience de la communion fraternelle, surtout dans les périodes de souffrance commune. Tout cela a amené les Églises, notamment depuis les mouvements de réveil du XIXe siècle, à actualiser de façon nouvelle pour le temps présent le témoignage biblique ainsi que les confessions de foi de la Réforme. De cette façon les Églises ont appris à faire la différence entre le témoignage fondamental des confessions de foi de la Réforme et leur forme historique. Parce qu’elles témoignent de l’Évangile comme de la Parole vivante de Dieu en Jésus-Christ, les confessions de foi ne ferment pas la voie à la recherche d’une nouvelle expression normative de l’Évangile, mais l’ouvrent au contraire et incitent à s’y engager dans la liberté de la foi.

II - La compréhension commune de l’Évangile

6 Les Églises participantes décrivent comme suit leur compréhension commune de l’Évangile, se limitant aux aspects déterminants pour leur communion ecclésiale.


1. Le message de la justification en tant que message de la libre grâce de Dieu

7 L’Évangile proclame Jésus-Christ, le salut du monde, accomplissement de la promesse faite au peuple de l’ancienne Alliance.

8 a) Les Réformateurs en ont la juste compréhension dans la doctrine de la justification.

9 b) Ce message rend témoignage à Jésus-Christ, l’incarné en qui Dieu s’est lié à l’homme; le crucifié et le ressuscité qui a pris sur lui le jugement de Dieu et manifesté ainsi l’amour de Dieu pour le pécheur, et celui qui vient et qui, comme juge et sauveur, conduit le monde à son accomplissement.

10 c) Par sa parole, Dieu appelle dans le Saint-Esprit tous les hommes à la conversion et à la foi, et confère au pécheur qui croit sa justice en Jésus-Christ. Celui qui met sa confiance en l’Évangile est justifié devant Dieu à cause de Christ et libéré de l’accusation de la Loi. Appelé à la conversion et au renouvellement quotidiens, il vit avec la communauté, dans la louange de Dieu et le service du prochain, dans l’assurance que le Règne de Dieu s’accomplira. Ainsi, Dieu crée une vie nouvelle et instaure au sein du monde le commencement d’une humanité nouvelle.

11 d) Ce message rend les chrétiens libres pour un service responsable dans le monde, et prêts aussi à souffrir dans ce service. Ils reconnaissent que la volonté de Dieu, qui exige et qui donne, englobe le monde entier. Ils s’engagent pour la justice terrestre et la paix entre les individus et entre les peuples. Il est nécessaire, en conséquence, qu’ils recherchent avec d’autres hommes des critères rationnels appropriés et qu’ils participent à l’application de ceux-ci. Ils le font dans la certitude que Dieu maintient le monde, et en assument la responsabilité devant son jugement.

12 e) En comprenant l’Évangile de cette façon, nous nous plaçons sur le terrain des Symboles de l’Église ancienne et reprenons à notre compte la conviction commune aux confessions de foi de la Réforme que l’exclusive médiation salvatrice de Jésus-Christ est le centre de l’Écriture et que l’annonce de la justification, en tant qu’annonce de la libre grâce de Dieu, est la norme de toute prédication de l’Église.


2. Prédication, baptême et cène

13 L’Évangile nous est fondamentalement attesté par la parole des apôtres et des prophètes dans les saintes Écritures de l’Ancien et du Nouveau Testaments. L’Église est chargée de transmettre cet Évangile par la parole orale dans la prédication et par l’exhortation individuelle, par le baptême et la cène. Dans la prédication, le baptême et la cène, Jésus-Christ est présent par le Saint-Esprit. La justification en Christ est ainsi accordée à l’homme et le Seigneur assemble ainsi son Église. Il y agit par de multiples ministères et services, et par le témoignage de tous les membres de son Église.

14 Le baptême est administré avec de l’eau au nom du Père, du Fils et du Saint-Esprit. Dans le baptême, Jésus-Christ accueille l’homme tombé dans l’esclavage du péché et de la mort, et l’introduit de façon irrévocable dans la communion de son salut, afin qu’il devienne une nouvelle créature. Il l’appelle, par la force du Saint-Esprit, à s’agréger à son Église, à vivre dans la foi, à se convertir et à le suivre chaque jour.

15 Dans la cène, Jésus-Christ, le ressuscité, s’offre lui-même, en son corps et en son sang donnés pour tous, par la promesse de sa parole, avec le pain et le vin. Il nous accorde ainsi le pardon des péchés et nous libère pour une vie nouvelle dans la foi. Il renouvelle notre assurance d’être membres de son corps. Il nous fortifie pour le service des hommes.

16 En célébrant la cène, nous proclamons la mort du Christ par laquelle Dieu a réconcilié le monde avec lui-même. Nous confessons la présence du Seigneur ressuscité parmi nous. Dans la joie de la venue du Seigneur auprès de nous, nous attendons son avènement dans la gloire.

III – L’accord face aux condamnations doctrinales de l’époque de la Réforme

17 Les controverses qui rendirent impossible dès l’époque de la Réforme une communion ecclésiale entre Églises luthériennes et réformées, et qui menèrent à des condamnations réciproques, concernaient la doctrine de la cène, la christologie et la doctrine de la prédestination. Nous prenons au sérieux les décisions des pères, mais nous sommes en mesure de déclarer aujourd’hui d’un commun accord ce qui suit:


1. Cène

18 Dans la cène, Jésus-Christ le ressuscité se donne lui-même en son corps et son sang, livrés à la mort pour tous, par la promesse de sa parole, avec le pain et le vin. De la sorte, il se donne lui-même sans restriction à tous ceux qui reçoivent le pain et le vin; la foi reçoit la cène pour le salut, l’incrédulité la reçoit pour le jugement.

19 Nous ne saurions dissocier la communion avec Jésus-Christ en son corps et en son sang de l’acte de manger et de boire. Toute considération du mode de présence du Christ dans la cène qui serait détachée de cet acte risque d’obscurcir le sens de la cène.

20 Là où existe un tel accord entre les Églises, les condamnations contenues dans les confessions de la Réforme ne concernent pas la doctrine effective de ces Églises.


2. Christologie

21 Dans le vrai homme Jésus-Christ, le Fils éternel, et donc Dieu lui-même, s’est donné à l’humanité perdue afin de la sauver. Dans la parole de la promesse et dans le sacrement, le Saint-Esprit, et donc Dieu lui-même, nous rend présent Jésus le crucifié et le ressuscité.

22 Dans la foi en ce don que Dieu a fait de lui-même en son Fils nous estimons, eu égard au caractère historiquement conditionné des formes de pensée héritées du passé, que notre tâche est de remettre en valeur ce qui a incité la tradition réformée à s’intéresser en particulier à l’intégrité de la divinité et de l’humanité de Jésus, et ce qui a incité la tradition luthérienne à s’intéresser en particulier à la pleine unité de sa personne.

23 Étant donné cette situation, nous ne pouvons plus reprendre à notre compte aujourd’hui les condamnations du passé.


3. Prédestination

24 L’Évangile promet l’adoption inconditionnelle du pêcheur par Dieu. Quiconque met sa confiance en cette promesse peut être assuré du salut et rendre grâce pour son élection par Dieu. Il ne saurait donc être question de l’élection que dans la perspective de la vocation au salut en Christ.

25 La foi fait certes l’expérience que le message du salut n’est pas reçu par tous; elle respecte néanmoins le mystère de l’action de Dieu. Elle témoigne à la fois du sérieux de la décision humaine et de l’universelle volonté de salut de Dieu. Le témoignage rendu au Christ par l’Écriture nous interdit d’admettre un dessein éternel de Dieu, rejetant définitivement certaines personnes ou tout un peuple.

26 Là où existe un tel accord entre les Églises, les condamnations contenues dans les confessions de la Réforme ne concernent pas la doctrine effective de ces Églises.


4. Conséquences

27 Là où l’on reconnaît les faits constatés ci-dessus, les condamnations contenues dans les confessions de la Réforme à propos de la cène, de la christologie et de la prédestination ne concernent pas la doctrine dans son état actuel. En disant cela, nous ne prétendons pas que les condamnations prononcées par nos pères aient été déplacées; toutefois, elles ne sont plus un obstacle à la communion ecclésiale.

28 Entre nos Églises subsistent d’importantes différences dans l’ordonnance du culte, dans l’expression de la piété et dans la constitution (discipline) ecclésiastique. Ces différences sont souvent ressenties plus fortement par nos communautés que les divergences théologiques héritées du passé. Cependant, d’après le Nouveau Testament et les critères de la communion ecclésiale établis par la Réforme, nous ne pouvons pas voir dans ces différences des facteurs entraînant une séparation entre les Églises.

IV - Déclaration et réalisation de la communion ecclésiale

29 La communion ecclésiale au sens de la présente Concorde signifie que des Églises de traditions confessionnelles différentes, se fondant sur l’accord auquel elles sont parvenues dans la compréhension de l’Évangile, se déclarent mutuellement en communion quant à la prédication et à l’administration des sacrements et s’efforcent de parvenir à la plus grande unité possible dans le témoignage et le service envers le monde.


1. Déclaration de la communion ecclésiale

30 En souscrivant à la Concorde, les Églises, dans la fidélité aux confessions de foi qui les lient et aux traditions dont elles se réclament, déclarent ce qui suit:

31 a) Elles s’accordent sur la compréhension de l’Évangile, telle qu’elle est exprimée dans les IIe et IIIe parties.

32 b) Les condamnations doctrinales prononcées par les confessions de foi ne concernent pas, comme on le constate dans la IIIe partie, l’état actuel de la doctrine des Églises souscrivant à la Concorde.

33 c) Elles se déclarent mutuellement en communion quant à la prédication et à l’administration des sacrements. Cela inclut la reconnaissance mutuelle des ordinations et la possibilité de l’intercélébration.

34 Ces constatations constituent une déclaration de communion ecclésiale. Les divisions qui s’opposaient à cette communion depuis le XVIe siècle sont supprimées. Les Églises participantes ont la conviction qu’elles font partie ensemble de l’unique Église de Jésus-Christ, et que le Seigneur les libère pour l’engagement dans un service commun.


2. Réalisation de la communion ecclésiale

35 La communion ecclésiale se réalise dans la vie des Églises et des paroisses. Dans la foi et la force unifiante du Saint-Esprit, elles s’acquittent de leur témoignage et leur service en commun et s’efforcent d’affermir et d’approfondir la communion réalisée.

36 La prédication des Églises gagne en crédibilité dans le monde quand elles rendent à l’Évangile un témoignage unanime. L’Évangile libère et lie les Églises pour un service commun. Exercé dans l’amour, ce service concerne l’homme dans sa détresse et vise à éliminer les causes de cette détresse. La recherche de la justice et de la paix dans le monde exige de plus en plus que les Églises assument une responsabilité commune.

37 La Concorde maintient la validité des confessions de foi qui lient les Églises participantes. Elle ne veut pas être une nouvelle confession de foi. Elle constitue un accord réalisé sur des points centraux, accord qui rend possible la communion ecclésiale entre Églises de statut confessionnel différent. Les Églises participantes se laissent guider par cet accord dans leur témoignage et leur service communs, et s’engagent à poursuivre leurs entretiens doctrinaux.

38 La compréhension commune de l’Évangile sur laquelle est fondée la communion ecclésiale doit continuer à être approfondie, examinée à la lumière du témoignage de l’Écriture sainte et sans cesse actualisée.

39 Il appartient aux Églises de poursuivre l’étude des différences doctrinales qui persistent au sein des Églises participantes et entre elles sans entraîner de séparation ecclésiale. Ce sont en particulier: les questions herméneutiques relatives à la compréhension de l’Écriture, de la confession de foi et de l’Église; la relation entre la Loi et l’Évangile; la pratique du baptême; le ministère et l’ordination; la doctrine des deux règnes et la doctrine de la royauté de Jésus-Christ; l’Église et la société. Il faut considérer également les problèmes nouveaux qui surgissent à propos du témoignage et du service, ainsi que de la constitution et de la pratique des Églises.

40 Sur la base de leur héritage commun, les Églises issues de la Réforme doivent se préoccuper des tendances à la polarisation théologique qui se manifestent actuellement. Certains des problèmes qui leur sont liés sont plus importants que les différences de doctrine qui ont jadis provoqué la controverse luthéro-réformée.

41 Il appartiendra au travail théologique commun d’attester et de définir la vérité de l’Évangile face à ses déformations.

42 La déclaration de la communion ecclésiale n’anticipe pas sur le règlement au plan du droit ecclésiastique, des questions particulières entre Églises et à l’intérieur des Églises. Les Églises auront cependant à tenir compte de la Concorde dans l’établissement de ces règlements.

43 D’une façon générale, il est convenu que la déclaration de communion quant à la prédication et à l’administration des sacrements et la reconnaissance mutuelle des ordinations ne portent pas atteinte aux dispositions en vigueur dans les Églises concernant l’engagement au ministère pastoral, l’exercice de ce ministère et l’organisation de la vie paroissiale.

44 La question d’une fusion organique entre certaines des Églises participantes ne peut être tranchée que dans la situation où vivent ces Églises. Lorsqu’on examinera cette question il faudra prendre en considération les points de vue suivants:

45 Une unification qui porterait atteinte à la pluralité vivante des formes de la prédication, de la vie cultuelle, de l’ordre ecclésial et de l’activité diaconale et sociale, contredirait l’essence de la communion ecclésiale conclue par la présente déclaration. D’autre part, dans certaines situations, le service de l’Église peut pousser à une unification juridique en raison d’une dépendance entre témoignage et ordre. Si l’on tire de la déclaration de la communion ecclésiale des conséquences sur le plan de l’organisation, il ne faudra pas porter atteinte à la liberté de décision des Églises minoritaires.

46 En déclarant et en réalisant entre elles la communion ecclésiale, les Églises participantes sont mues par l’impératif de servir la communion œcuménique de toutes les Églises chrétiennes.

47 Elles considèrent une telle communion ecclésiale dans le cadre européen comme une contribution à la réalisation de ce but. Elles espèrent que leur effort pour surmonter leur séparation séculaire se répercutera sur les Églises qui leur sont apparentées de par leur confession en Europe et sur d’autres continents, et se déclarent prêtes à examiner avec celles-ci la possibilité d’une communion ecclésiale.

48 Cette attente vaut également pour les relations entre la Fédération luthérienne mondiale et l’Alliance réformée mondiale.

49 Elles espèrent également que la communion ecclésiale donnera une nouvelle impulsion à la rencontre et à la collaboration avec les Églises d’autres confessions. Elles se déclarent prêtes à placer les entretiens doctrinaux dans cette perspective plus vaste.