Gold für einen Beitrag zur Sicherung politischer und menschlicher Gemeinschaft

Am Abstimmungswochende vom 22. September 2002 steht die Frage im Vordergrund, welche Werte bei einem unerwarteten Geldsegen unser Handeln bestimmen sollen. Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes begrüsst deshalb den Gegenvorschlag des Bundesrates "Gold für AHV, Kantone und Stiftung", weil so die verfassungsmässige Berücksichtigung der Kantone und das visionäre Element einer Solidaritätsstiftung verbunden werden können mit einem Beitrag an den AHV-Fonds.

Das Schweizer Volk kann am 22. September 2002 über die Verwendung eines ihm gleichsam unerwartet zugefallenen Sondervermögens abstimmen. Das ist eine ausserordentliche und gleichzeitig erfreuliche Situation. Dieses Sondervermögen sollte einem breiten Verwendungszweck zukommen. Neben einem Beitrag zur Idee der „Vorsorge“ und der verfassungsmässigen Berücksichtigung der Kantone sollte auch ein „visionäres“, zukunftsgerichtetes Element Eingang in den Verwendungsentscheid finden. Junge und Alte, private und öffentliche Hand, Menschen im In- und Ausland sollten gezielt an den Erträgen teilhaben können.

Die Initiative, welche die Erträge aus den überschüssigen Goldreserven allein dem AHV-Fonds zukommen lassen will, geht deshalb zu wenig weit.

Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) ist überzeugt, dass es zur christlichen Tradition und Kultur gehört, sich mit Projekten der Solidarität für eine menschenfreundliche Zukunft im In- und Ausland einzusetzen.

Die Stiftung Solidarität Schweiz würde erlauben, unbürokratisch und rasch Projekte zu realisieren wie:

Der Rat des SEK begrüsst deshalb den Gegenvorschlag des Bundesrates, der die Erträge des Goldes je zu einem Drittel der AHV, den Kantonen und der Stiftung Solidarität Schweiz zukommen lassen will. Dieser Vorschlag verbindet den im guten Sinn schweizerischen Kompromiss der Verteilgerechtigkeit für die Erträge mit einer in die Zukunft gerichteten und den nachhaltigen Aufbau der Gesellschaft fördernden Idee. Zudem bleibt der Ertrag aus den Goldverkäufen in seiner Substanz erhalten. In 30 Jahren kann eine neue Generation wiederum über den Verwendungszweck bestimmen.

Im Übrigen ermutigt der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes die Kantone, ihren Anteil am Ertrag der Goldreserven ebenfalls zukunftsgerichteten Projekten zur Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts in den Gemeinden und Regionen zukommen zu lassen.

Verfasser: 
SEK - Rat