ISRAEL - PALÄSTINA: Der Gewalt entgegenwirken

Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK macht in einem Brief an Bundesrat Deiss auf die grosse Besorgnis seiner kirchlichen Partner im Nahen Osten aufmerksam. Er bittet ihn, kleine hoffnungsfördernde Initiativen wie den «Tisch der Mütter für eine friedliche Zukunft» zu unterstützen.

Der Rat des SEK ist mit seiner Sorge über die Eskalation der Gewalt im Nahen Osten mehrfach an die Öffentlichkeit getreten - zuletzt am 15. März dieses Jahres. «Seither hat sich die Lage der palästinensischen Bevölkerung durch die militärische Besetzung derart verschärft» schreibt der Rat «dass nicht nur politische, sondern auch kirchliche Vertreter beschlossen haben, die Mauer des Schweigens zu brechen.»

Geäussert hat sich der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes LWB, Dr. Ishmael Noko, der den sofortigen Rückzug der israelischen Armee aus den besetzten Gebieten und die Aufhebung der Belagerung Bethlehems gefordert hatte. Zugleich bezeichnete er die Anschläge palästinensischer SelbstmordattentäterInnen, als «moralisch untragbar und jenseits jeder Rechtfertigung.»

Zuvor hatte der ÖRK bereits vor der UNO-Menschenrechtskommission im Namen seiner Mitgliedkirchen, zu denen auch der Schweizerische Evangelische Kirchenbund zählt, seine Bestürzung über die «anhaltende Intensivierung grober und systematischer Verletzungen der Menschenrechte» zum Ausdruck gebracht und auf die «ernsthaften Verstösse gegen die Genfer Konvention zum Schutz der Zivilbevölkerung in Kriegszeiten» durch Israel hingewiesen.

Jüdische Friedensbemühungen

Der Rat des SEK teilt die Besorgnis des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes SIG, der in einer Erklärung «jegliche Form von Fundamentalismus und Gewalt ablehnt und seine Hoffnungen auf friedenswillige Politiker setzt, die gemeinsam den Weg zu einem dauerhaften Frieden und demokratischen Verhältnissen im Nahen Osten finden werden.»

In diesem Zusammenhang macht der Rat auf die Aktion «Tisch der Mütter für eine friedliche Zukunft» aufmerksam, die Alt-Nationalrat François Loeb und die Gesellschaft Schweiz-Israel initiiert haben. Zitat: «Es ist Zeit, dass die Mütter das Heft in die Hand nehmen und weiteres Blutvergiessen verhindern!» Der Rat erachtet diesen Willen israelischer und palästinensischer Frauen als hoffnungsvolles Zeichen, das er das EDA zu unterstützen bittet.

Ein friedliches Zusammenleben der Menschen in Israel und Palästina kann nur das Ergebnis von Verhandlungen, nicht von terroristischer Gewalt und militärischen Gegenschlägen sein. Weiter schreibt der Rat deshalb, dass er hofft, «dass die Schweiz zu diesem Zweck alle ihr zur Verfügung stehenden Massnahmen ergreift, um die Bereitschaft der Konfliktparteien zu stärken, der Gewalt, der militärischen Besetzung und dem Terror ein Ende zu machen.»

Verfasser: 
SEK - Rat