Israel - Palästina: Der Zerstörung ein Ende setzen

Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK schliesst sich den nationalen und internationalen Protesten gegen die Eskalation des Krieges in den palästinensischen Gebieten an

Bereits anlässlich des Treffens mit Aussenminister Joseph Deiss zu Beginn dieses Jahres hatte sich der Rat des SEK äusserst besorgt über die Situation im Nahen Osten gezeigt. Bundesrat Deiss gab zu verstehen, dass er für die Probleme in Israel und in den palästinensischen Gebieten nur eine Lösung sehe, wenn die Staatengemeinschaft geschlossen interveniert.

Wende dringend erforderlich

Von kirchlicher Seite wurden für die Sicherung des Friedens folgende Bedingungen genannt: dem Teufelskreis aus Selbstmordattentaten und militärischer Repression muss ein sofortiges Ende gemacht, die militärische Besetzung und die jüdische Besiedlung der palästinensischen Territorien gestoppt werden. Der Israelische Staat braucht bindende Zusicherungen was seine Sicherheit anbelangt und das palästinensische Flüchtlingsproblem muss gelöst werden. Überdies sollen die territorialen Ansprüche an Jerusalem geklärt werden. Die Anwendung militärischer Mittel hat die Region in die schlimmste Krise seit Jahrzehnten geführt, ohne der einen oder anderen Partei wirklich zu Sicherheit, geschweige denn Frieden zu verhelfen.

In dieser Haltung sieht sich der Rat des SEK auch durch die aktuellsten Stellungnahmen des UNO-Sicherheitsrates und insbesondere seitens des Generalsekretärs Kofi Annan bestärkt. Der Rat des SEK erwartet eine Verbesserung der Situation alleine durch eine internationale Präsenz im Nahen Osten, die das Existenzrecht von Israelis und Palästinensern gleichermassen garantiert und je beiden Völkern ihr gesichertes staatliches Territorium gewährleistet.

Christliche Einrichtungen betroffen

Aus kirchlichen Kreisen häufen sich die Proteste. Die israelische Armee hat bei ihrer jüngsten militärischen Operation in Bethlehem ein Schul- und Rehabilitationszentrum teilweise zerstört, das von der Evangelisch-lutherischen Kirche in Jordanien betrieben wird. Der Rat des SEK stellt fest, dass der Krieg mehr und mehr zu Lasten der Zivilbevölkerung geht. Er fragt sich, ob unter solchen Bedingungen noch berechtigterweise von «Terrorbekämpfung» und «Selbstverteidigungsrecht» gesprochen werden kann.

Seit Jahrzehnten pflegen verschiedene reformierte Mitgliedkirchen und Gemeinden Beziehungen zu christlichen Kirchen und Gemeinden in Jerusalem und den besetzten Gebieten. Friedensfördernde Projekte in Israel und Palästina werden vom Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM), dem Christlichen Friedensdienst und der Stiftung für Kirche und Judentum mit Unterstützung von Brot für alle (BFA) durchgeführt. Auch diese Aktivitäten sind zum Teil von den aktuellen Ereignissen schwerwiegend betroffen.

Verfasser: 
SEK - Rat