Herbst-Abgeordnetenversammlung (AV) des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK) vom 8./9. November in Bern Präsidentin gewählt

In Bern hat sich am 8./9. November die Herbst-Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK) getroffen. Zur Präsidentin der AV für die nächste Amtsperiode ist Dorothea Leicht-Forster gewählt worden. Weitere Geschäfte sind in der Folge zusammengefasst. Über die Themen Abendmahl und Wiedertaufe ist separat informiert worden.

Wahlen Zur Präsidentin der AV für die Amtsdauer 2005/2006 ist Dorothea Leicht-Forster, bisher Vizepräsidentin, einstimmig gewählt worden. Die Aargauer Kirchenrätin und Physiotherapeutin ist 53-jährig, verheiratet und hat drei Kinder. Vizepräsident der AV wird Raymond Bassin (BE-JU-SO). Der 60-jährige Gemeindepfarrer von Vauffelin ist verheiratet und Vater dreier Kinder. Vorstoss Das Postulat der Evangelisch-reformierten Landeskirche des Kantons Zürich betreffend Grundsatzfragen in der Ökumene ist an den Rat überwiesen worden. Der Rat ist nun aufgefordert, über seine Zusammenarbeit mit der Schweizer Bischofskonferenz zu berichten, seine Ziele und Strategien für die Ökumene in der Schweiz zu definieren und in der Folge der AV zu unterbreiten.

Charta Oecumenica

Die AV hat den Rat SEK ermächtigt, die Charta Oecumenica am 23. Januar 2005 im Rahmen eines Gottesdienstes der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (AGCK-CH) der Schweiz im Namen der Mitgliedkirchen des SEK zu unterzeichnen. Die Charta Oecumenica ist gemäss Aussage des Rates ein Text der Hoffnung und befähigt zu ökumenischen Handeln, das heisst zur wachsenden Zusammenarbeit unter den Kichen in Europa. Bereits haben sich einige Mitgliedkirchen zur Charta Oecumenica bekannt.

Ziele und Strategien des Rates

Der Rat hat der AV die Ziele und Strategien für die laufende Legislatur zur Kenntnisnahme vorgelegt. Er hält darin an der Vision vom gewachsenen gesamtschweizerischen Kirchenbewusstsein fest. So will er mit den Mitgliedkirchen klären, «inwieweit der SEK als Evangelische Kirche der Schweiz spricht und handelt». In diesem Sinne soll die Medienarbeit des Schweizer Protestantismus auf wirkungsvolle Zusammenarbeit hin gefördert werden. Als neue Aufgabe sieht der Rat die Unterstützung der Integration von Migrationskirchen in die Mitgliedkirchen. Im Hinblick auf die interkulturelle Gesellschaft haben sich die evangelischen Kirchen auch immer wieder ihrer eigenen Identität zu vergewissern. In den Beziehungen zu den nationalen und internationalen Kirchenbünden will er in der Vielfalt der anfallenden Themen klare Prioritäten setzen. Durch die Überführung des Instituts für Sozialethik in das Institut für Theologie und Ethik unterstützt er die Werte evangelischer Theologie und Ethik in den politisch-wirtschaftlichen Diskurs.

Ländlicher Lebensraum unter Druck: Eine Herausforderung für die Kirchen – Referat

Die Abgeordneten haben die Studie im Auftrag des SEK «Ländlicher Lebensraum unter Druck: Eine Herausforderung für die Kirchen» zur Kenntnis genommen. Die Studie bildet den Auftakt zu einer breiten Diskussion, inwiefern und in welcher Form die Kirchen den zunehmend unter Druck stehenden Menschen in den ländlichen Lebensräumen unterstützen können. Thomas Schweizer, Pfarrer in Steffisburg und Präsident der Kommission Kirche und Tourismus des SEK, zeigte in seinem Referat verschiedene Handlungsfelder auf, zum Beispiel: Einmischung in die Gestaltung einer neuen Regionalpolitik durch Aktivierung der nationalen und kantonalen Beziehungsnetze zu Politik, Kultur und Wirtschaft sowie die Einleitung eines Nachdenk- und Sensibilisierungsprozesses in Bezug auf kirchliches Engagement in der Dorf- und Regionalgesellschaft. Auch die Kooperation zwischen Stadt- und (touristisch orientierten) Landkirchgemeinden könnte gefördert werden.