Treffen in Bern zwischen Juden, Christen und Muslimen

Rat der Religionen wird geprüft

Kirchliche und religiöse Spitzenvertreter der Juden, Christen und Muslime haben sich am Dienstag in Bern getroffen. Das Gespräch fand in herzlicher Atmosphäre statt und war anregend und fruchtbar. Es wurde vereinbart, den interreligiösen Dialog weiter zu führen. Die Bildung eines «Rats der Religionen» wird geprüft.

Der 5. März 2003 war ein historischer Moment: Juden, Christen und Muslime trafen sich im Berner Münster zu Beginn des Irak-Kriegs zu einer interreligiösen Feier und unterzeichneten gemeinsam die Erklärung «Das Band des Friedens stärken – in der Schweiz und weltweit». Dieselben Spitzenvertreter, die damals die Erklärung unterschrieben hatten, trafen sich am Dienstag, 6. Juli 2004, in Bern wieder: Pfarrer Thomas Wipf, Präsident des Rates des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds (SEK); Bischof Amédée Grab, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz (SBK); Fritz-René Müller, Bischof der Christkatholischen Kirche der Schweiz; Prof. Dr. Alfred Donath, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds (SIG) sowie Dr. Farhad Afshar, Präsident der Koordination Islamischer Organisationen Schweiz (KIOS).

Wipf, Grab, Müller, Donath und Afshar bekräftigten in ihrem rund zweistündigen Gespräch, die im März 2003 geäusserten Anliegen gemeinsam weiter zu verfolgen. Den regelmässigen Austausch auf oberster Ebene zwischen Juden, Christen und Muslimen erachten alle als wichtig. Diskutiert wurde an dem Treffen auch der Vorschlag von SEK-Ratspräsident Wipf, einen ‹Rat der Religionen› zu schaffen, der als Plattform der gegenseitigen Verständigung und als Ansprechorgan für Anliegen des Bundes dienen könnte. Dies als weitere Option für einen institutionalisierten Dialog zwischen den Kirchen und Religionsgemeinschaften abrahamitischer Tradition. Die Bildung und Struktur eines ‹Rats der Religionen› wird nun geprüft.

Das nächste Treffen ist für kommenden Herbst vereinbart worden.