Die Abgeordneten des SEK tagen in Bern

Ordination und Globalisierung im Brennpunkt

Die Delegierten des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK tagen zu ihrer Herbst-Abgeordnetenversammlung am 7. und 8. November im Rathaus zu Bern. Die nationale Versammlung der evangelisch-reformierten Kirchen unterstrich die Dringlichkeit einer Diskussion grundlegender Fragen der Ordination, nahm vom Globalisierungspapier des Rates SEK zustimmend Kenntnis und forderte einen entsprechenden Aktionsplan. Beschlossen wurde zudem die Reduktion der Anzahl Ratsmitglieder für die nächste Amtszeit von neun auf sieben.

Ordination

Die Abgeordnetenversammlung (AV) beriet das Thema Ordination. Nicht im Widerspruch zur Leuenberger Konkordie – der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa, welcher der SEK angehört – steht die Ordination von unterschiedlichen Diensten über den Kreis von Pfarrerinnen und Pfarrern hinaus. Damit will nicht gesagt sein, dass die Ordination mehrerer Dienste (z.B. Diakone, Katecheten) angestrebt werden soll. Theologisch und historisch kann die Ordination sowohl eines Dienstes als auch mehrerer Dienste mit der Verkündigung des Evangeliums begründet werden. Zu diskutieren bleibt die Frage, welche Form der Ordination die heutige gesellschaftliche, kirchliche und ökumenische Lage erfordert. In der Diskussion wurde die Dringlichkeit unterstrichen, die grundlegenden Fragen zur Ordination wie zum Beispiel das Amt in der evangelischen Tradition, das Verhältnis zwischen Ordination und Installation oder die Möglichkeit der Sistierung der Ordination zu behandeln.

Globalisierung

Zustimmend zur Kenntnis genommen wurde das Positionspapier des Rates SEK «Globalance – Christliche Perspektiven für eine menschengerechte Globalisierung». Das Papier leistet einen Beitrag zur kirchlichen, wirtschaftlichen und politischen Meinungsbildung. Globalance als Wertebalance – das ist das Konzept des SEK für eine menschengerechte Globalisierung aus ethischer Sicht, mit dem er zahlreiche konkrete Empfehlungen an Kirche, Politik und Wirtschaft verbindet. In ihren Beratungen gaben die Delegierten dem Wunsch nach höherer Verbindlichkeit und konkreten Umsetzungsmassnahmen Ausdruck. Ein entsprechender Antrag wurde überwiesen. Nach der Vollversammlung des ÖRK in Porto Alegre soll der Rat SEK zu einem Hearing einladen, um den Mitgliedkirchen die Möglichkeit zu geben, mit den Teilnehmenden von Porto Alegre einen Aktionsplan zu erarbeiten.

Reduktion der Anzahl Mitglieder des Rates SEK

Die AV folgte dem Ratsantrag auf Reduktion der Zahl Ratsmitglieder von neun auf sieben. Dieses Ziel ist bis Ende der Amtsdauer 2007 bis 2010 zu erreichen. Im weiteren wählte die nationale Versammlung der evangelisch-reformierten Kirchen Dr. Margrit Schneider-Schardt (BS) in die Geschäftsprüfungskommission für den Rest der Amtsperiode 2003 bis 2006. Die Versammlung währt derweil noch in ihren Beratungen und wird am Dienstag, 8. November, gegen Mittag beendet werden.