Europäisches Treffen reformierter Kirchenleitender in Bern

Diskussion über die reformierte Zusammenarbeit in Europa

Auf Einladung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) und der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn trafen sich am 29. und 30. September 2005 in Bern Leitungsverantwortliche aus 24 reformierten Kirchen Europas sowie Mitglieder des Europäischen Gebietsausschusses des Reformierten Weltbundes (RWB). Zur Diskussion stand die verstärkte Zusammenarbeit der Reformierten in Europa.

Der RWB Europa vereint 39 reformierte Mitgliedkirchen in 26 Ländern. Als Teil des Reformierten Weltbundes bildet der RWB Europa eine Heimat für jene europäischen Mitgliedkirchen, welche ein gemeinsames reformiertes Erbe teilen. Die reformierten Kirchen erachten es dabei als ihre zentrale Herausforderung, angesichts des rasanten und vielfältigen Wandels im Europa des 21. Jahrhunderts die fundamentalen Werte des reformierten Glaubens zu bekräftigen. Zur Diskussion stand die Form und Gestalt ihrer Gemeinschaft auf dem Kontinent.

Verantwortlich für das Treffen in Bern zeichnete das Exekutivkomitee des RWB Europa, das bei der letzten europäischen Generalversammlung in Oradea (Rumänien) 2002 damit beauftragt worden war, ein Konzept für eine Neustrukturierung des RWB Europa auszuarbeiten und eine Konferenz der Kirchenleitenden zur Beratung hierzu einzuberufen. Am Treffen in Bern präsentierte das Exekutivkomitee nun ein entsprechendes Thesenpapier.

Der Präsident des Rates SEK, Pfarrer Thomas Wipf, hiess die Teilnehmenden in Bern willkommen und unterstrich die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen den reformierten Kirchen in Europa. Die Zukunft der reformierten Tradition liege ihm sehr am Herzen. Um diese Tradition mit ihren Werten und ihrer Kultur bewahren und leben zu können, sei eine enge Kooperation der reformierten Kirchen Europas unabdingbar. Für das zweitägige Treffen wünschte sich Thomas Wipf eine eingehende Erörterung der Frage, mit welchen Institutionen, Instrumenten und Initiativen eine solche verstärkte Zusammenarbeit realisiert werden könnte.

Eine Beschlussfassung wurde in Bern nicht angestrebt. Vielmehr standen die ökumenische Bedeutung einer Zusammenführung der reformierten Kirchenleitenden und die Erarbeitung der grossen Linien der zukünftigen Zusammenarbeit im Vordergrund. Über die Vorschläge des Exekutivkomitees fand ein reger Meinungsaustausch statt. Dabei fokussierten die Diskussionen sowohl die Rolle der europäischen Kirchen im Reformierten Weltbund als auch den Beitrag der Reformierten in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE).

Gegenwärtiger Präsident des RWB Europa ist Gottfried Locher, ehemaliger Leiter der Abteilung Aussenbeziehungen des SEK. Gottfried Locher zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis des Treffens: «Wir sind uns einig, dass die reformierte Einheit verstärkt werden muss, und wir sind bereit, uns dafür einzusetzen.»