Globalance – Christliche Perspektiven für eine menschengerechte Globalisierung

Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) präsentiert sein Positionspapier «Globalance – Christliche Perspektiven für eine menschengerechte Globalisierung» und will damit einen Beitrag leisten für die kirchliche, wirtschaftliche und politische Meinungsbildung. Globalance als Wertebalance: Dies ist das Konzept des SEK für eine menschengerechte Globalisierung aus ethischer Sicht. Die Studie enthält zahlreiche konkrete Empfehlungen an Kirche, Politik und Wirtschaft.

Der Rat SEK hat am Freitag sein Positionspapier «Globalance – Christliche Perspektiven für eine menschengerechte Globalisierung» der Öffentlichkeit präsentiert. Er wird es seiner Abgeordnetenversammlung im November vorlegen. «Globalisierung ist ein Reizwort, das polarisiert. Der SEK will mit «Globalance» einen Beitrag leisten für die kirchliche, wirtschaftliche und politische Meinungsbildung. Er will Konfliktfelder und Positionen klären und sich dabei an Grundwerten orientieren, an denen der Prozess und die Auswirkungen der Globalisierung zu messen sind», erklärte Thomas Wipf, Präsident des Rates SEK, an der Medienkonferenz.

Die Opfer von Polarisierungen sind die Schwächeren. Eine Wertebalance setzt Werte, die als richtig anerkannt werden, aber in Spannung zueinander stehen oder gar entgegengesetzt sind, in eine Beziehung zueinander. Der Rat SEK legt fünf Werte-Paare dar: Freiheit und Gerechtigkeit, Veränderung und Bewahrung der Schöpfung, Empowerment/Macht und Verantwortung, Partizipation und Solidarität, Einheit und Vielfalt. «Damit soll Globalisierung in den Dienst des Menschen gestellt werden: Globalisierung braucht eine globale Wertebalance mit dem Ziel, Schwächere zu stärken und Ungerechtigkeiten mitsamt deren Ursachen abzubauen», erläuterte Christoph Stückelberger, Leiter des Instituts für Theologie und Ethik des SEK.

Arbeit fair verteilen, Finanzmärkte stabilisieren, Welthandel gerecht gestalten, öffentliche Güter wie Wasser sichern sowie Geschlechterbeziehungen gerecht gestalten – das sind einige der Handlungsbereiche, die im Positionspapier ausgeführt werden. Der Rat SEK richtet die Orientierungshilfe, welche zahlreiche konkrete Empfehlungen beinhaltet, an seine Mitgliedkirchen, deren Kirchgemeinden und an sich selbst. Er will damit aber auch mit Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit ins Gespräch kommen.

Der Kirchenbund ist Teil der weltweiten ökumenischen Bewegung und wird seine Position an der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) im Februar 2006 in Porto Alegre einbringen. «Die Studie ist ein wirtschaftsethisch fundiertes Grundlagenpapier zur Erläuterung der Position des SEK – unter anderem im Hinblick auf die Diskussionen am Open Forum 2006 in Davos» – so Peter Schmid, Mitglied des Rates SEK.

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