«Die Kirche spielt eine fundamentale Rolle in der Entwicklung der südafrikanischen Gesellschaft»

Eine Delegation der Uniting Reformed Church in Southern Africa (URCSA) traf sich gestern mit dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK). Die Vertreter der URCSA bekräftigten die Notwendigkeit der Vereinigung der durch die Apartheid getrennten reformierten Kirchen.

«Die Kirche spielt eine fundamentale Rolle in der Entwicklung der südafrikanischen Gesellschaft. Sie kann sich nicht vollständig von der politischen Bühne zurückziehen.» Diesen Schluss zog die Botschafterin Südafrikas in der Schweiz, Dr. Konji Sebati, während eines Treffens mit einer Delegation der URCSA und dem SEK. Die URCSA vereinigt zwei der drei Kirchen, welche die reformierte Kirche Hollands in Südafrika seinerzeit für die schwarze und gemischtfarbige Bevölkerung gegründet hatte. Für den SEK sind diese Kontakte mit der URCSA eine Folge seiner Aufarbeitung der Beziehungen zwischen den Schweizer Kirchen und Südafrika während der Apartheid.

Die neu gewählte Leitung der URCSA hält sich gegenwärtig auf Einladung des Rates SEK in der Schweiz auf. Der Delegation unter der Leitung des URCSA-Präsidenten, Professor Thias Kgatla, gehört auch Allan Boesak an. Boesak war ehemaliger Präsident des Reformierten Weltbundes (RWB) sowie eine der Führungsfiguren der Antiapartheid-Bewegung in Afrika und der ökumenischen Bewegung in den 80er Jahren. Zwölf Jahre nach der offiziellen Beendigung des Apartheid-Regimes und einer ersten Wiedervereinigung der Kirchen ist das Leben der URCSA noch stark geprägt von den Wirren dieser Periode und von den Konflikten mit der ehemaligen ‹weissen› Kirche. Für Professor Kgatla gibt es jedoch keine Alternative zur Wiedervereinigung der einstmals aufgrund der Apartheid getrennten Kirchen: «Dies ist die Aufgabe, die Gott uns gestellt hat.»