ÖRK-Generalsekretär Samuel Kobia bei Bundespräsident Leuenberger

Bundespräsident Leuenberger und Bundesrätin Calmy-Rey haben Samuel Kobia, Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) zu ethisch-politischen Gesprächen empfangen. Das Treffen erfolgte im Rahmen des offiziellen Besuches beim Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK). Gesprächsthemen waren die ethischen Herausforderungen der Globalisierung, der Zugang zu Wasser als Menschenrecht sowie die Zukunft der Ökumene.

Am Mittwochnachmittag trafen Samuel Kobia und Thomas Wipf, Präsident des Rates SEK mit Bundespräsident Moritz Leuenberger zusammen. Der Besuch, der auf Initiative des SEK zustande kam, war das erste offizielle Treffen zwischen einem Generalsekretär des ÖRK mit Sitz in Genf und der Schweizer Regierung. Der ÖRK ist die weltweit umfassendste ökumenische Kirchengemeinschaft. «Die Rolle des ÖRK ist sowohl eine theologische als auch eine ethisch-wirtschaftliche», so Thomas Wipf. Themen des Gesprächs mit dem Bundespräsidenten waren der Beitrag der Kirchen im Aufbau einer menschlichen Gesellschaft, die schwierige Situation auf dem afrikanischen Kontinent und der Zugang zu Wasser als Menschenrecht.

Am Donnerstagmorgen kam Samuel Kobia auch mit Aussenministerin Micheline Calmy-Rey ins Gespräch über aktuelle Themen wie Israel-Palästina, Nordkorea und die UNO-Reform.

Die Begegnung mit dem Bundesrat stand im Rahmen des offiziellen Besuches der Delegation des ÖRK beim Kirchenbund. Hauptthema war die 9. Vollversammlung des ÖRK in Porto Alegre (14. bis 23. Februar 2006). Die Schweizer Delegation an der Vollversammlung wurde in einem festlichen Gottesdienst in der Französischen Kirche in Bern verabschiedet.

Der ÖRK umfasst rund 400 Millionen Christen in mehr als 340 Kirchen, Denominationen und kirchlichen Gemeinschaften in über 100 Ländern: Zu ihnen zählen zahlreiche protestantische Kirchen wie Anglikaner, Baptisten, Lutheraner, Methodisten und Reformierte, viele vereinigte und unabhängige Kirchen sowie die Mehrzahl der orthodoxen Kirchen.