Frauenkonferenz diskutierte das Drehbuch Mutter

Unter dem Thema «Mutterbilder: Idealisiert – dekonstruiert – reformiert?» haben sich gestern rund 50 Teilnehmerinnen zur 13. Frauenkonferenz des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK in Bern versammelt. Im Mittelpunkt stand die Frage nach Realität und Deutung verschiedener Mutterbilder.

Traditionelle und neue Mutterbilder sowie die verschiedenen jüngst in der Öffentlichkeit diskutierten Ansätze um Rolle und Aufgaben von Müttern standen auf der 13. Frauenkonferenz des SEK im Mittelpunkt der Diskussionen.

Dr. Tania Oldenhage, Studienleiterin im Ev. Tagungs- und Studienzentrum Boldern, Männedorf, eröffnete mit der These, dass Mütter im Umgang mit ihrer Schwangerschaft, aber auch im Leben ihrer Mutterrolle unbewusst einem gesellschaftlich determinierten Drehbuch folgten. Dieses Social Script entspräche jedoch nicht mehr den vielfältigen Erfahrungen von Müttern und müsse demgemäß «aufgebrochen und weitergeschrieben» werden.

Zur Sprache kamen Mutterbilder in verschiedenen europäischen Kulturräumen, aber auch prominente Einzelpositionen: «Eva Herman will die Mutterschaft aufwerten. Sie tut aber das Gegenteil» so Sabine Scheuter, Präsidentin der Frauenkonferenz, zu dem Buch «Das Eva Prinzip» der deutschen Moderatorin. Statt die Tradition zu idealisieren, sollten die Errungenschaften der gesellschaftlichen Entwicklung der Mutterbilder nun auch die Chance erhalten, konstruktiv auf das Miteinander von Beruf und Familie für Frau und Mann wirken zu können.

Im geschäftlichen Teil wurde Helmute Conzetti-Weise als Ausschuss-Mitglied verabschiedet. Die Mitarbeiterin Gemeindedienste und Bildung der Reformierten Kirche Bern-Jura-Solothurn übte ihre Funktion seit der Gründung der Frauenkonferenz 1999 aus.

Das Hauptreferat «Muttergefühle – zwischen Erfahrung und Konstruktion» von Dr. Tania Oldenhage steht auf der Internetseite www.sek.ch zum kostenlosen Herunterladen bereit.

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Die Frauenkonferenz ist am 7. Juni 1999 gegründet worden und setzt sich aus 45 stimmberechtigten Mitgliedern aus den Mitgliedkirchen des SEK, dem Evangelischen Frauenbund der Schweiz EFS und der IG feministischer Theologinnen zusammen. Die Frauenkonferenz ist ein Ort des Austausches und der Vernetzung für die in der Konferenz zusammengeschlossenen Organisationen und Vertreterinnen und bearbeitet gesellschaftspolitische und kirchliche Themen und Fragen aus der Sicht der Frau. Sie leitet solche Themen und Forderungen an den SEK weiter und setzt sie kirchenpolitisch um.

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