Mehr kirchliches Selbstvertrauen

Thomas Wipf plädiert auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag im Gespräch mit dem EU-Ratspräsidenten Hans-Gert Pöttering für einen entschiedenen Beitrag der Kirchen zu einem friedlichen und sozialen Europa.

„Wir an der kirchlichen Basis müssen mehr Selbstvertrauen zeigen. Mit unserem Fachwissen können wir einen entscheidenden Beitrag zu einem friedlichen und sozialen Europa leisten.“ Die sagte der Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) und des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), Thomas Wipf, während des Podiums „Globalisierung gestalten: Die EU als friedliches und soziales Modell?“ auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln.

Hans-Gert Pöttering, Präsident des EU-Parlaments, unterstützte Wipf in seiner Aussage. „Die Welt wird von unten verändert.“ Für die Kirche wie für die Politik gelte, zu einem gemeinsamen Verständnis zu finden. Entsprechend der unverzichtbaren kirchlichen Bewegung sprach er sich für eine „politische Ökumene“ aus.

Auch der deutsche Bundespräsident Horst Köhler betonte die Notwendigkeit des Dialogs. Europa müsse „von einer Schicksalsgemeinschaft zu einer Lerngemeinschaft aller“ werden, um an Bürgernähe und damit an Glaubwürdigkeit zu gewinnen.

„Frieden ist Knochenarbeit. Sie kann nicht nur Organisationen und Politikern überlassen werden. Denken wir nicht zu gering. In unseren Kirchengemeinden beginnt die Arbeit.“ Damit schloss Wipf das letzte Podium in der Europahalle des 31. Kirchentages, das von über 5000 Menschen begleitet wurde.