Verkündigung heisst Übernahme von Verantwortung für Europa

Der Ratspräsident SEK und GEKE-Präsident Pfr. Thomas Wipf sprach in Tutzing mit Vertretern von Kirche, Ökonomie und Zivilgesellschaft über Global Governance.

Die Kirchen in Europa haben ein « enormes Handlungspotential zur Globalisierungsgestaltung, das längst nicht ausgeschöpft ist ». Dies sagte der Ratspräsident SEK und Präsident der GEKE Pfarrer Thomas Wipf heute während eines Podiumsgespräches in der Evangelischen Akademie in Tutzing.

Kirchen agierten auf gesellschaftlich verwurzelten Wertesystemen, die auf der Basis von Toleranz und Respekt langfristige Orientierung böten, so Wipf weiter. Zentral sei dabei die « Weltoffenheit » des Evangeliums, das als Zuspruch Gottes « keine dunklen Flecken oder Tabus » kenne. Die Verkündigung dieses Evangeliums heisse Übernahme von Verantwortung für Europa – auch und insbesondere im Bereich des Politischen.

Die Kirchen als Teil der Zivilgesellschaft sollten sich dabei ihrer spezifischen Verantwortung bewusst sein. Die GEKE als Zusammenschluß von 105 europäischen evangelischen Kirchen setze sich für ein Europa ein, das die Integration über die Grenzen der EU hinaus lebt und Sorge für Minderheiten und sozial Ausgegrenzte trägt. Entsprechend hat die GEKE anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Unterzeichnung der Römischen Verträge vor wenigen Tagen 5 « Glück-Wünsche » für die Zukunft Europas veröffentlicht.

Die Kirchen haben laut Wipf das stärkste zivilgesellschaftliche Netzwerk überhaupt. « Als Kirchen in Europa engagieren wir uns für die Gestaltung einer sozial und ökologisch nachhaltigen Globalisierung - weil die Welt nicht nur einem Teil der Menschheit gehört, der jetzt über sie verfügt. »

Ein solches Engagement zeigt die GEKE mit einer Konsultation vom 18.-20. April in Bad Godesberg. Dreissig junge Ökumenikerinnen und Ökumeniker aus ganz Europa werden dort über die Herausforderungen sozialer Gerechtigkeit für die evangelischen Kirchen arbeiten.

Verfasser: 
GEKE/SEK