Frauenkonferenz fordert mehr Einsatz für Gleichstellung

Für die Frauenkonferenz des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK) ist das Ziel der Gleichstellung von Frau und Mann noch nicht erreicht. Der SEK und die Mitgliedkirchen sollen zu mehr Engagement aufgefordert werden.

Die Gleichstellung der Geschlechter gilt in den Mitgliedkirchen des SEK als selbstverständlich. Gewisse Grundprinzipien wie der Zugang zu allen Ämtern oder gleicher Lohn für gleiche Arbeit sind weitgehend verwirklicht. Dennoch besteht Bedarf zu weiterem Handeln, stellten die rund 40 Teilnehmerinnen der Frauenkonferenz des SEK am 10. März fest. Das Thema war «Gleichstellung im Recht der evangelischen Kirchen und Organisationen: Realitäten und Zukunftsperspektiven».

Es gibt bedeutsame Lücken in der Gleichstellung, so Sabine Scheuter, Pfarrerin und Präsidentin der Frauenkonferenz. Die Bundesverfassung von 1981 enthalte zwar einen Artikel zur Gleichberechtigung, der ausserdem eine rechtliche Gleichstellung fordere. «Gleichberechtigung ist aber nicht das gleiche wie tatsächliche Gleichstellung», so Scheuter. Letztere verlange eine aktive Förderung. Das Ziel von damals sei noch nicht erreicht. Dies gelte auch für die Kirchen: Eine Umfrage habe ergeben, dass nur etwa die Hälfte der befragten Mitgliedskirchen des SEK einen Gleichstellungsartikel in ihrer Kirchenordnung verankert hat. Gemäss Katharina Willi, Juristin und Mediatorin, kann «die tatsächliche Gleichstellung nur erreicht werden, wenn die Verantwortlichen explizit beauftragt sind, die rechtlichen Bestimmungen umzusetzen».

Als Konsequenz fordert die Frauenkonferenz mehr Einsatz für die Gleichstellung. Sie beauftragte ihren Ausschuss, sich für eine «Genderpolicy» im SEK einzusetzen. Zudem soll der SEK seine Mitgliedkirchen darin unterstützen, die tatsächliche Gleichstellung von Frau und Mann weiter zu fördern und umzusetzen.

Ausserdem wurden die Anwesenden über den Stand der Petition « Euro 08 gegen Frauenhandel » informiert. Die Frauenkonferenz unterstützt die Petition, die zum Ziel hat, im Herbst 50.000 Unterschriften dem Bundesrat und dem Parlament zu übergeben. Schliesslich wurde Elisabeth Zogg Hohn (BE) als neues Mitglied in den Ausschuss der Frauenkonferenz gewählt.

Die nächste Frauenkonferenz findet am 11. November zum Thema « Du sollst gesund sein. Einflüsse und Auswirkungen auf das Frauen- und Männerbild » gemeinsam mit der Diakoniekonferenz statt.

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