CO2-Gesetz: SEK für stärkere Reduktionsverpflichtungen

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) spricht sich in der CO2-Gesetzesrevision für stärkere Reduktionsverpflichtungen mit dem Ziel „40% bis 2020“ aus. Er hält die vom Bund vorgelegten Alternativen für zu wenig anspruchsvoll.

Die beiden vom Bund vorgelegten Alternativen zur Revision des CO2-Gesetzes decken jeweils eine klimapolitische Strategie ab. Sie genügen aber dem Ausmass und der Dringlichkeit der Herausforderung des Klimawandels nicht. Dies stellt der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) in seiner heutigen Vernehmlassungsantwort zur Neuformulierung der Leitlinien der schweizerischen Klima- und Energiepolitik fest.

Die Alternativen des Bundes greifen politische Herausforderungen des Klimawandels auf. Aus volkswirtschaftlicher Sicht sind weit anspruchsvollere Reduktionen der Inland-Emissionen tragbar, als der Bund sie vorschlägt. Wenn statt Reduktionszielen im Inland lediglich Kompensationsverpflichtungen im Ausland festgelegt werden, steht dies in Spannung zu internationalen Klimaverhandlungen. Zudem haben die Vorschläge des Bundes eine Tendenz zur Leugnung der Klimakrise.

Der SEK spricht sich dafür aus, das künftige CO2-Gesetz mit dem Ziel „40% Treibhaus-Reduktion bis 2020“ neu zu formulieren. Dabei sind die berechtigten Anliegen beider vom Bund vorgelegter Alternativen zwar aufzunehmen, aber zu verstärken, sodass sie der Tendenz der wissenschaftlichen Diskussion besser Rechnung tragen. Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Chancen für ein entschlossenes Umsteuern hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft müssen genutzt werden.

In zeitgeschichtlicher Perspektive ist von einer Klimakrise zu sprechen, die den Übergang zum postfossilen Zeitalter markiert. Es gehört zu den Aufgaben der Kirche, dabei mitzuhelfen, dass die Gesellschaft die rückgewandten Trauerstadien der Krise hinter sich lassen kann. Statt einer Auflehnung gegen Veränderungen kennzeichnet der „Abschied von der Verschwendung“ das kirchliche Engagement in der Klima- und Energiekrise.

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