„Ihre Echtheit gibt der evangelischen Kirche ein Gesicht“

Der Ratspräsident des SEK Thomas Wipf gratuliert Margot Kässmann zur Wahl als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland.

„Mit Ihnen bleibt die Evangelische Kirche in Deutschland Gesellschaftskirche.“ Mit diesen Worten überbrachte Pfarrer Thomas Wipf, Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes (SEK), seine Glückwünsche an die heute gewählte Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Bischöfin Margot Kässmann.

„Ihre Echtheit macht den evangelischen Glauben auch für Menschen zugänglich, die wenig Kontakt zur Kirche haben“, so Wipf weiter. „Sie sind glaubwürdig, zugänglich, verständlich. Sie geben der Evangelischen Kirche in Deutschland ein Gesicht.“ Kässmann erinnere daran, dass der Einsatz für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung „zum Kirchesein schlechthin gehört. Gleichzeitig setze sie sich als profilierte evangelische Theologin dafür ein, „dass die Kirche sich in innovativer und offensiver Weise bemüht, Menschen zu einem Glauben zu führen, der sie befreit und ihr Leben erneuert“.

Zwischen EKD und SEK habe sich in den letzten Jahren „eine Zusammenarbeit ergeben, die zu einem regelmässigen Austausch über gemeinsame Themen geführt hat“. Dies sei auch im Hinblick auf die evangelische Zusammenarbeit in Europa wichtig, die in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) eine „neue Qualität und theologisch-gottesdienstliche Tiefe“ erhalte, sagte Wipf, der auch Präsident der GEKE ist.

„Behaltet Luther nicht für Euch allein!“, appellierte Wipf mit Blick auf die bis 2017 andauernde Reformationsdekade auch in seinem Grusswort vor der Synode der EKD in Ulm. „Wir haben Johannes Calvin, den Weiterentwickler und Globalisierer der Reformation auch mit Euch geteilt.“

Innerkirchliche, aber auch sensible gesellschaftspolitische Themen müssten vermehrt länderübergreifend angegangen werden, so Wipf weiter. „Wir müssen die unterschiedlichen kulturellen Voraussetzungen kennen, welche den öffentlichen Diskussionen zugrunde liegen.“ Den Menschen, „die unsere Kirche ausmachen“, könne „viel mehr an öffentlicher Debatte und Urteilskraft“ zugemutet werden.