Open Forum Davos: Religion und Menschenrechte

„Religion und Menschenrechte – ein Widerspruch?“, so das Thema des dritten von sieben Panels des Open Forum Davos 2009. Die von Micheline Calmy-Rey eingeleitete Debatte wurde von reger Beteiligung aus dem Publikum ergänzt.

In ihrem Eingangsbeitrag hob die Schweizer Aussenministerin Micheline Calmy Rey den „wertvollen Beitrag der Religionen zum Schutz der Menschenrechte“ hervor. Gleichzeitig verurteilte Calmy-Rey den religiösen Fundamentalismus, der in jeder Religion dasselbe Gesicht habe. Der demokratische und pluralistische Staat müsse sich klar gegen religiös motivierte Menschenrechtsverletzungen zur Wehr setzen. „Toleranz ist kein laissez-faire“, so Calmy-Rey.

„Menschenrechte verfolgen keine religiösen Ziele“, so Frank Mathwig, Beauftragter für Ethik im Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund (SEK). Mathwig verwies zudem auf die Unabhängigkeit der Menschenrechte und der Menschenwürde von moralischen Kategorien. Die Würde sei jedem Menschen unabhängig davon gegeben, was er denkt oder tut. „Moralische Würdebegriffe sind falsch“, so Mathwig, denn so könnten jedem Menschen die Würde und damit auch die Menschenrechte abgesprochen werden.

Für Serap Cileli, Schriftstellerin und Frauenrechtlerin, sind das Recht auf freie Partnerwahl, die sexuelle Selbstbestimmung und die freie Berufswahl drei Felder, in denen die Religionen teilweise noch heute die Freiheit besonders der Frauen einschränken. Dies könne in einer demokratischen und aufgeklärten Gesellschaft nicht geduldet werden.

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