Der SEK nimmt Abschied von Thomas Wipf

Die Abgeordnetenversammlung des SEK verabschiedete gestern mit vielen nationalen und internationalen Gästen den Rat 2007-2010 und dessen Präsidenten Thomas Wipf.

„Der Protestantismus braucht eine Stimme, um in der Öffentlichkeit gehört zu werden.“ Dies betonte der Ratspräsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK Thomas Wipf, gestern vor der Abgeordnetenversammlung des SEK in Bern. „Viele Menschen erwarten für die Lösung dringlicher gesellschaftspolitischer Fragen einen fundierten Beitrag der evangelischen Kirchen.“ Wipf weiter: „Das Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und religiösen Wurzeln ist eine Herausforderung, die klare Analyse, Geduld, Pragmatismus und Kreativität verlangt. Es geht nicht nur darum, Probleme zu lösen, sondern auch um die Chancen gegenseitiger Bereicherung. Wir dürfen die Themen der Integration nicht länger politischen Scharfmachern überlassen.“

„Kirche gibt den Werten eine Stimme“, so Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf in ihrer Ansprache anlässlich der Verabschiedung des amtierenden Rates und Präsidenten des SEK. „Kirche soll sich Gehör verschaffen und sich zu Staat und Gesellschaft äussern, denn sie hat etwas zu sagen. Sie sprechen reflektiert und fundiert.“ Seit einigen Jahren gebe es zudem mit dem Schweizerischen Rat der Religionen SCR einen wichtigen Ort des Austauschs. Für die Initiative zu Gründung und Aufbau des Rates dankte Widmer-Schlumpf Thomas Wipf im Namen des Bundesrates.

„Dialogfähigkeit ist das Markenzeichen evangelischer Urteilsbildung“, so Wolfgang Huber. Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD dankte „für die kraftvolle Art, in der Thomas Wipf für die ökumenische Vision des Protestantismus eingetreten ist“.

„Der Schweizerische Protestantismus ist mit Thomas Wipf noch stärker und verlässlicher zum Motor im Zusammenwachsen der evangelischen Kirchen unseres Kontinents geworden“, so Michael Bünker, Generalsekretär der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE, in seinem Grusswort. Wipf habe sich „in der Schweiz und in Europa um das Zusammenwachsen des Protestantismus verdient gemacht, um aus dieser Einheit die Beziehungen zu den anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften zu gestalten“, bestätigte Norbert Brunner, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz.

Gemeinsame Antworten auf gesellschaftliche Fragen zu geben, werde für die Religionsgemeinschaften in Zukunft immer bedeutender, betonte Herbert Winter, Präsident des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes. „Es ist eine Errungenschaft für die Schweizer Gesellschaft, dass Minderheiten ihre Kultur leben und ihre Religion frei und selbstbestimmt ausüben können. Diese Errungenschaft muss bewahrt werden.“