SEK bittet Bundesrat um Unterstützung für verfolgte Christen im Irak

Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK wendet sich mit einem Brief an Bundesrätin Calmy-Rey. Er bittet um Massnahmen zugunsten der christlichen Minderheiten im Irak.

Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK ist in grosser Sorge über die Lage der Angehörigen christlicher Kirchen im Irak. Die Berichte über Verfolgungen und Gewaltanwendungen haben in den letzten Tagen stark zugenommen. Mit einem Brief wendet sich der SEK heute an die Schweizerische Aussenministerin Micheline Calmy-Rey.

Der SEK hat sich im Frühjahr 2009 mit der Publikation „Solidarisieren und Handeln“ eingehend mit der Situation von religiösen Minderheiten auseinandergesetzt, unter anderem auch mit der Situation der Christen im Irak. Eine SEK-Delegation hatte im Oktober 2010 in Damaskus Gelegenheit, mit irakischen Flüchtlingen über die Lage in deren Heimat zu sprechen. Der SEK ist davon überzeugt, dass sich die ohnehin schon dramatische Menschenrechtslage für Christen im Irak weiter verschärft.

Der Rat des SEK bittet Bundesrätin Calmy Rey, bei den Vereinten Nationen UNO Massnahmen zugunsten der christlichen Minderheiten im Irak einzufordern, sei dies durch verstärkten Schutz oder vermehrte Beobachter. Er bittet die Vorsteherin des Aussendepartements auch, sich beim Bundesrat für die Aufnahme eines Kontingents irakischer Flüchtlinge einzusetzen, die einen humanitären Notfall darstellen.

Die irakischen Christen gehören seit 2000 Jahren zur Geschichte und Kultur des Zweistromlandes und haben Anspruch auf eine Existenz in ihren angestammten Regionen. Sie geraten aber immer mehr zwischen die Fronten konkurrierender islamischer Gruppierungen und verlieren ihre Lebensgrundlage. Die Abwanderung von irakischen Christen infolge Gewalt und Einschüchterung entspricht einer gewaltsamen Vertreibung und ist als Menschenrechtsverletzung zu verurteilen.