SEK und Christlicher Rat in China vereinbaren engere Zusammenarbeit

Der Christliche Rat in China und der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK vereinbaren in Bern eine verstärkte Zusammenarbeit in der theologischen Ausbildung und diskutieren kirchliche Einheitsmodelle.

Eine Delegation des Christlichen Rates in China CCC besuchte vom 3.-7. Dezember 2010 die kirchlichen Partner in der Schweiz. Der 1980 gegründete Rat der Protestantischen Kirche in der Volksrepublik China diskutierte mit dem Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund SEK dabei das europäische evangelische Modell kirchlicher Einheit und vereinbarte eine engere Zusammenarbeit mit dem SEK.

„Aufgrund des rasanten Wachstums der Zahl der Protestanten in China stellt sich dort die Frage der Einheit der Kirche akut“, so SEK-Präsident Thomas Wipf. Die Suche nach Einheit verlaufe in China auf dem konfuzianischen Weg der „Einheit in Verschiedenheit“. In diesem Zusammenhang äusserte die Delegation des CCC ein starkes Interesse am europäischen evangelischen Modell der „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“ der Gemeinschaft Evangelischen Kirchen in Europa GEKE.

SEK und CCC verantworten weiterhin die Koordination der Kontakte zwischen den protestantischen Kirchen in der Schweiz und China. In Shanghai wurde 2005 erstmals eine entsprechende Vereinbarung mit dem SEK unterzeichnet. Das Schweizer Fernsehen soll den Pfingstgottesdienst 2011 aus einer evangelischen Kirche in Nanking übertragen, wurde während der Zusammenkunft als konkretes Projekt vereinbart. Zudem wird der wissenschaftliche Austausch zwischen den Universitäten verstärkt. So sollen einzelne Doktoranden aus China die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeit in der Schweiz fortzusetzen. Diskutiert wurde ferner die zeitweise Entsendung theologischer Lehrkräfte aus der Schweiz an eine der 20 Ausbildungsstätten des CCC und die Organisation gemeinsamer theologischer Konsultationen.

Das Zusammentreffen in Bern markierte den ersten Besuch der neu gewählten Führung des CCC und galt als Antwort auf den Delegationsbesuch aus der Schweiz im Jahr 2005. Die Zusammenarbeit schliesst weitere mit dem SEK verbundene Organisationen ein. Dazu gehört mission21. Sie pflegt die Beziehungen der Basler Mission weiter, die vor über 160 Jahren in China tätig wurde. Weiter gehören zum Chinanetzwerk des SEK die theologischen Fakultäten der Universitäten der Schweiz.