Abgeordnetenversammlung empfiehlt Kirchenbund gesamtschweizerische Planung kirchlicher Finanzen

Die Kommission Finanzanalyse des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes hat der Abgeordnetenversammlung in Bern Empfehlungen für eine gesamtschweizerische Planung kirchlicher Finanzen abgegeben.

Die Überprüfung der kirchenübergreifenden Aufgaben im Schweizer Protestantismus auf mögliche Synergiegewinne lautete die Aufgabe der Kommission Finanzanalyse des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK. Kommissionspräsident Andreas Zeller (Bern-Jura-Solothurn) legte heute der Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes einen Zwischenbericht vor.

Die Kommission macht der Abgeordnetenversammlung verschiedene Empfehlungen für eine gesamtschweizerische Planung kirchlicher Finanzen. In den kommenden Jahren wird eine leicht rückläufige Entwicklung der Finanzen erwartet. Gründe dafür sind die wirtschaftliche Entwicklung, Mitgliederrückgang und Steuerreduktionen auf politischer Ebene. Zwischen den 26 Mitgliedkirchen des Kirchenbundes verläuft die Entwicklung sehr unterschiedlich, je nachdem, ob eine Kirche von obligatorischen Kirchensteuern profitieren kann oder nicht.

Zu den Empfehlungen der Kommission zählt die Einrichtung einer gemeinsamen kirchenpolitischen Ebene zur Sprechung der Finanzen für die nationalen und sprachregionalen Aufgaben. Diese machen gesamthaft knapp 3,5% aller im Schweizer Protestantismus fliessenden Gelder aus. „Die Finanzen befinden sich also in erster Linie in den Kirchgemeinden“, so Andreas Zeller in seinem Bericht. Als weitere Massnahmen vorgeschlagen werden die Realisierung einer gemeinsamen Rechnungslegung, die Entwicklung neuer Finanzierungsmöglichkeiten wie Sponsoring und Spenden und die Identitätsstärkung durch ein gemeinsames Kommunikationskonzept.

Die 70 Delegierten der Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes beauftragten den Rat, der Abgeordnetenversammlung 2012 Anträge zur Umsetzung der Empfehlungen vorzulegen.