COP17/Durban Kirchenbund: Klimagerechtigkeit bleibt Ziel

Klimagerechtigkeit heisst, die Rechte derer zu verteidigen, die unter dem Klimawandel leiden, so Kirchenbundpräsident Gottfried Locher mit Blick auf die Klimakonferenz COP17 in Durban. Bereits 2008 hat der Kirchenbund dazu die ethischen Kriterien in seiner Studie „Energieethik“ vorgelegt.
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Der Klimawandel findet statt. Die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre war 2010 so hoch wie nie zuvor. Und: Noch nie war die jährliche Zunahme so stark. Laut der neuesten Studie des Weltklimarates IPCC zeichnet sich ab: Diejenigen, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, werden immer häufiger unter Hitzewellen, Sturzregen, Erdrutschen und küstennahen Überflutungen leiden.

Schon 2009 haben sich die Schweizer Landeskirchen vor der Klimakonferenz in Kopenhagen für eine Treibhausreduktion um 40% für den Zeitraum 1990-2020 im Inland ausgesprochen. Zusätzlich plädierten die Kirchen für einen Beitrag der Schweiz in gleicher Höhe für Reduktions- und Anpassungsleistungen im Ausland. Wenige Tage vor Beginn der Klimakonferenz COP17 in Durban bekräftigt der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK seine Position.

„Klimagerechtigkeit heisst, die Rechte derer zu verteidigen, die unter dem Klimawandel leiden“, so Kirchenbundpräsident Gottfried Locher: „Wir sind und bleiben verantwortlich für die Folgen unserer Klimapolitik, hier und weltweit.“

In seiner bereits 2008 erschienenen Studie „Energieethik“ wirft der Kirchenbund die Frage nach der Anwendung politischer Steuerungsinstrumente auf. In diesem Zusammenhang begrüsst der Kirchenbund, dass die Bereitschaft zu einer Klimapolitik, die in der Schweiz selbst die Treibhausgasemissionen um 20% reduzieren will, im Parlament mehrheitsfähig ist. Der Kirchenbund unterstützt das Engagement der Schweiz für verbindliche internationale Vereinbarungen nach dem Auslaufen des Kyoto-Protokolls im kommenden Jahr.

Die Anpassung an den Klimawandel ersetzt nicht die Bemühung, den Klimawandel zu begrenzen. Beides beinhaltet Chancen, eine fairere und nachhaltigere gesellschaftliche Entwicklung voranzubringen. Klimagerechtigkeit ist ein bleibendes Ziel. Der Schweizerische Evangelische Kirchenbund appelliert an die Schweizer Delegation, sich an der Weltklimakonferenz in Durban in diesem Sinne einzusetzen.

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