Publikation: Das Friedensengagement der Kirchen im Nahen Osten

Mit einer jetzt erschienenen Publikation legt der Schweizerische Evangelische Kirchenbund SEK Rechenschaft über sein Friedensengagement im Nahen Osten ab und bezieht darin Stellung zum „Kairos-Palästina-Dokument“ christlicher Palästinenser.

Die kleine christliche Minderheit im Nahen Osten ist von Auswanderung und Radikalisierung unmittelbar betroffen. Im israelisch-palästinensischen Konflikt scheint die politische Konstellation hoffnungslos. Die Umbrüche des „arabischen Frühlings“ haben die Situation weiter zugespitzt. Der Rat des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes hat sich mit einer Reise Ende 2010 direkt vor Ort, im Libanon, in Syrien und Jordanien, Israel und Palästina ein Bild der komplexen Situation gemacht.

Mit der Publikation „Das Friedensengagement der Kirchen im Nahen Osten“ legt der Kirchenbund nun darüber Rechenschaft ab. Gleichzeitig bezieht der Kirchenbund Stellung zum „Kairos-Palästina-Dokument“ christlicher Palästinenser, einer Klage und einem Schrei der Hoffnung von Christen am Kreuzpunkt aller Spannungen in der Region.

Mit seiner Reise hat der Kirchenbund seiner Solidarität mit der bedrohten christlichen Minderheit der Region Ausdruck verliehen und aufschlussreiche Einblicke in das Friedensengagement der Religionen im Nahen Osten erlangt. Der Dialog der Religionen im Nahen Osten muss als Trialog zwischen Judentum, Christentum und Islam stattfinden, um verzerrte Wahrnehmungen zu überwinden, so die grundlegende Auffassung des Kirchenbundes.

In seiner Stellungnahme zum Kairos-Palästina-Dokument anerkennt der Kirchenbund die Dringlichkeit des Aufrufs christlicher Palästinenser. Wie dieser verurteilt er den Missbrauch biblischer Texte zur Rechtfertigung politischer Positionen oder zur Entschuldigung einer Missachtung des Völkerrechts. Er betont das Existenzrecht Israels sowie das eines palästinensischen Staates, möglicherweise mittels der international weithin anerkannten Grenzziehung der „grünen Linie“ von 1967.

Das Dokument enthält einen Boykott-Aufruf gegen Israel. Dies ist nach Einschätzung des Kirchenbundes jedoch kontraproduktiv und genau die Vergeltung, welche die Autoren des Kairos-Palästina-Dokuments eigentlich ablehnen. „Es ist hingegen zu überlegen, auf welche Weise die Vermarktung und der Konsum von Produkten aus illegalen Siedlungen gemieden und die palästinensische Wirtschaft gezielt gestärkt werden kann“, so die Position des Kirchenbundes.

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