„Wir nehmen die Verpflichtung zur gemeinsamen Verkündigung ernst.“

Kirchenbundpräsident Gottfried Locher und Bischof Norbert Brunner, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz zum zehnjährigen Jubiläum der Unterzeichnung der Charta Oecumenica, einem der wichtigsten ökumenischen Dokumente in Europa seit der Jahrtausendwende.

10 Jahre Charta Oecumenica: „Mit der Charta verpflichten sich die Kirchen zum Dialog und zur Zusammenarbeit“, unterstreichen Bischof Norbert Brunner, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz SBK und Gottfried Locher, Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes SEK. Das programmatische ökumenische Dokument wurde 2001 von den Präsidenten der Konferenz Europäischer Kirchen KEK und des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen CCEE unterzeichnet. Die europäischen Kirchen verpflichten sich, „gemeinsam das Evangelium durch Wort und Tat für das Heil aller Menschen zu verkündigen“ und auf die sichtbare Einheit der Kirche hinzuwirken.

„Der Kirchenbund nimmt diese Verpflichtung zur gemeinsamen Verkündigung ernst. Kirchen, die miteinander das Evangelium verkündigen, werden glaubwürdiger“, so Gottfried Locher, anlässlich der heute in Freiburg (CH) stattfindenden Feierlichkeiten von KEK und CCEE zum Jubiläum. Es gelte deshalb, trotz aller Widerstände unerschrocken über die Konfessionsgrenzen hinweg Schritte aufeinander zu machen. „Die zahlreichen Selbstverpflichtungen der Charta Oecumenica sollen mehr werden als schöne Worte“, so Locher. „Sichtbare Einheit wächst nicht primär durch äusserliche Strukturen, sondern durch innere Glaubenskraft unserer Kirchen.“

Auch zehn Jahre nach Unterzeichnung warten wichtige Teile der Charta auf ihre Umsetzung. Bischof Norbert Brunner hebt mit Blick auf die Schwierigkeiten in der Ökumene hervor, dass „die Charta mit Recht Dialog und Zusammenarbeit nicht als Selbstzweck sieht, sondern als Voraussetzungen, um das Ziel der ökumenischen Bewegung zu erreichen: die Menschheit in der einen Kirche Jesu zu sammeln.“

Die Charta Oecumenica sei ein Dokument auch für die kirchliche Basis, betont der SEK-Präsident. „Ich freue mich über Kirchgemeinden, in welchen die Charta gelebt wird und Teil des kirchlichen Selbstverständnisses geworden ist. Das war die Absicht und Hoffnung der Übereinkunft vor zehn Jahren.“ In der Schweiz wurde das Dokument 2005 durch die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz unterzeichnet.

Verfasser: 
Schweizer Bischofskonferenz SBK/Schweizerischer Evangelischer Kirchenbund SEK