Evangelische Kirchen Europas: gestärkt Richtung Reformationsjubiläum

Die Vollversammlung der GEKE in Florenz ist erfolgreich verlaufen, sagt die Kirchenbundsdelegation. Sie würdigt den scheidenden GEKE-Präsidenten Thomas Wipf.
Logo der GEKE-Vollversammlung 2012.

Die Evangelischen Kirchen Europas gehen gestärkt in Richtung Reformationsjubiläum 2017. Dieser Überzeugung ist die Delegation des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes zum Ende der Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa GEKE. Vom 20.-26. September haben Delegierte von 105 europäischen Kirchen in Florenz die Weichen für die GEKE der kommenden Jahre gestellt.

Während der Vollversammlung wurden Kirchenbundspräsident Gottfried Locher in das dreiköpfige Präsidium und der Ökumenebeauftragte Martin Hirzel zum stellvertretenden Ratsmitglied gewählt. Locher folgt dem ehemaligen Kirchenbundspräsident Thomas Wipf, der nach zwölf Jahren im Präsidium und nach sechs Jahren als geschäftsführender Präsident der GEKE sein Amt in Florenz niederlegte. „Thomas Wipf hat die GEKE zur Stimme der Protestanten in Europa gemacht. Die Kirchengemeinschaft präsentierte sich in Florenz lebendig wie nie zuvor“, würdigte Gottfried Locher den scheidenden Präsidenten.

In der kommenden Legislatur reflektiert die GEKE den Stand ihrer Kirchengemeinschaft und setzt sich mit der Pluralität der Religionen in Europa auseinander. Für diese Arbeitsfelder hat sich der Kirchenbund erfolgreich in Florenz eingesetzt. Weiter beschlossen die Delegierten das Projekt „Europa reformata“ zur Vorbereitung des Reformationsjubiläums 2017. Parallel dazu führt der Kirchenbund ein entsprechendes Projekt in der Schweiz.

Delegationsmitglied Michel Müller, Kirchenratspräsident der Reformierten Kirche Kanton Zürich, verwies auf die engagierten Debatten des Forumstages „Kirchen Europas im Aufbruch“. Erstmals habe eine gesamteuropäische Zusammenschau auf die Reformprozesse der Kirchen stattgefunden. „Die Diskussion der Erfahrungen des Scheiterns und des Gelingens hat uns wertvolle Impulse für die Prozesse in unseren Kirchen gegeben“, so Müller.

Ysabelle de Salis, Delegationsmitglied der Reformierten Kirche Neuenburg, hob die Netzwerkfunktion der GEKE hervor. Ein wichtiges Zeichen sei die in Florenz unterzeichnete Vereinbarung mit der Conférence des Églises Protestantes des Pays Latins d’Europe CEPPLE gewesen. „Zwanzig Minderheitskirchen aus sechs Ländern Südeuropas werden damit zu einer weiteren Regionalgruppe. Die französische Sprachregion innerhalb der GEKE wird gestärkt“, so de Salis.