Frauenkonferenz: Wider eine Politik mit der Angst

„Geteilte Sicherheit ist doppelte Sicherheit – Wider eine Politik mit der Angst“ lautete das Thema der Frühjahrs-Frauenkonferenz des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Am 26. März versammelten sich dazu rund 50 Delegierte und Gäste der Kirchen des Kirchenbundes in Bern.

Ängste sind nötige Ratgeber. Sie werden aber auch missbraucht, um mit Rollenklischees und Stereotypen die öffentliche Meinung zu manipulieren. Gründe für Ängste „sind tägliches Medienthema und werden begleitet vom Ruf nach Sicherheit und nach härteren Massnahmen“, so die Vorbereitungsgruppe: „Dennoch gehört beispielsweise Zürich zu den fünf sichersten Städten Europas.“

Ein sicheres Leben zu führen, heisst, in drei Bereichen geschützt zu sein, so Katrin Meyer, Philosophin und Programmkoordinatorin des Netzwerks Gender Studies CH am Zentrum Gender Studies der Universität Basel: „Sicherheit umfasst den Schutz vor physischer Gewalt, die Schaffung sozialer Solidarität und die Stärkung der autonomen Handlungsfähigkeit.“ Da, wo patriarchale Strukturen herrschten, seien Frauen in den drei Bereichen grundsätzlich verletzbarer, ihre Sicherheitslage sei „tendenziell prekärer“.

„Drei Formen geteilter Sicherheit“ präsentierte Meyer sodann. Zunächst stünde die „gerechte Verteilung materieller Sicherheit“ im Sinne einer Verteilungsgerechtigkeit im Vordergrund. Diese müsse ergänzt werden durch die „demokratische Teilung von Sicherheitsmacht“. Unverträglich mit einer solchen Gerechtigkeitsvorstellung sei es, das Sicherheitsbedürfnis einer bestimmten Bevölkerungsgruppe zu privilegieren. „An der Ausweitung der Partizipationsrechte der ausländischen Bevölkerung führt darum kein Weg vorbei“, so Meyer. Die „gemeinsam geteilte Sorge“ als dritte Form geteilter Sicherheit schaue insbesondere danach, „in welchem Ausmass Menschen im globalen Osten und Süden für die Sicherheitsansprüche der Menschen im Norden und Westen arbeiten und dadurch sich und die ihren allenfalls gefährden“.

Wie gehen Frauen mit Angst und Sicherheit um? Gibt es einen Genderaspekt beim Thema Sicherheit? In mehreren Workshops wurde dies diskutiert. Themen waren die ökonomische Krise, der Umgang mit Nachrichten in unsicheren Zeiten und die interkulturelle Begegnung. Die kommende Frauenkonferenz findet am 29. Oktober 2012 in Bern statt.

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