Reformationsjubiläum 2017: Gottfried Locher und Margot Kässmann für vertiefte Zusammenarbeit

Die Reformationsdekade ist für die evangelische Kirche eine grosse Chance, so Kirchenbundspräsident Gottfried Locher und die Botschafterin des Reformationsjubiläums der EKD Margot Kässmann heute in Zürich. „Wer glaubt, ist frei“, so Lochers Vorschlag für ein gemeinsames Motto.
Medienpark/Pfander

„Vor uns liegen Jahre voller Herausforderungen, unsere Kirche weiterzuentwickeln, neu aufzubauen“, so eröffnete Gottfried Locher heute das Spitzentreffen mit Margot Kässmann, der Botschafterin des Reformationsjubiläums der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD. Der Kirchenbundspräsident und die ehemalige Ratsvorsitzende der EKD vertieften heute in Zürich die gemeinsamen Planungen zum Reformationsjubiläum in Deutschland und der Schweiz. Das Treffen fand im Rahmen der Synode der Reformierten Kirche Kanton Zürich statt.

„Wer glaubt, ist frei“ schlug Locher als Motto für das Reformationsjubiläum vor. „Wer Kirche reformieren will, tut gut daran, sich auf drei Dinge zu besinnen: Stille, Bewegung, Gemeinschaft“, so Locher. Wer für eine Weile in die Stille gehe, befreie sich vom Lärm um sich herum: „Beide, Zwingli wie Luther, haben ihre reformatorischen Gedanken in der Stille eines Klosters entwickelt.“ Das Evangelium setze in Bewegung, „gibt uns den Blick frei für Neues und die Freiheit, Altes loszulassen“, betonte der Kirchenbundspräsident. Aus der Bewegung entstehe Gemeinschaft: „Wir sind Kirche miteinander.“ Die Trennung der Konfessionen sei „unmöglich das letzte Wort“. Ökumenische Fortschritte brauchten jedoch zunächst mehr Einheit unter den evangelischen Kirchen.

Die Reformationsdekade sei „keine Initiative der Abgrenzung“, bestätigte Margot Kässmann. 2017 sei das erste grosse Jubiläum nach hundert Jahren ökumenischer Bewegung. Die Botschafterin dankte Kirchenbund und EKD für das geplante gemeinsame Symposium zum Reformationsjubiläum im Herbst 2013 in Zürich. Hier könne die Überzeugung vertieft werden, dass „Verschiedenes nicht trennend“ sein muss. Die Reformation sei eine vielfältige Bewegung gewesen, die Staat wie Kirche verändert habe. Dies gelte es heute deutlich zu machen. „Das hat auch politische Konsequenzen“, so Kässmann. „Kirche muss Widerstand leisten, wo Menschenrechte mit Füssen getreten werden.“

„In einer säkularisierten Gesellschaft ist das gemeinsame Zeugnis der Christinnen und Christen von grossem Gewicht“, betonte die ehemalige Ratsvorsitzende der EKD. „Je stärker wir gemeinsam auftreten, desto eher werden wir gehört.“

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