Sommer-AV: Reformierte Kirchen lancieren Reformationsjubiläum

Kirchenbundspräsident Gottfried Locher eröffnet vor den Delegierten der Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes in Aarau die Diskussion über eine Kernbotschaft zu den Reformationsfeierlichkeiten.

„Wer glaubt, ist frei.“ Gottfried Locher, Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, eröffnete mit diesem Satz die Diskussion über eine Kernbotschaft zu den Reformationsfeierlichkeiten. An der Abgeordnetenversammlung, die vom 17.-19. Juni in Aarau tagt, diskutierten die rund siebzig Delegierten der 26 evangelischen Kirchen des Kirchenbundes über die anstehenden Feierlichkeiten zu 500 Jahren Reformation.

„In diesem Satz sehe ich zusammengefasst, was reformierte Theologie klarer von sich gibt als andere konfessionelle Stimmen“, so Locher, der in seinem „Wort des Ratspräsidenten“ für eine gemeinsame, verdichtete Botschaft plädierte: „Verdichten und konzentrieren – wenn uns das nicht gelingt, wird uns niemand hören.“

Das Plädoyer für eine Kernbotschaft habe Einfluss auf das Datum der Feierlichkeiten, betonte Locher. Ganz Europa feiere die Reformation im Jahr 2017, dem 500. Gedenken an den Thesenanschlag Martin Luthers in Wittenberg. Für die Schweizer Reformierten beginnen die Feierlichkeiten eigentlich erst mit dem 500. Jubiläum des Beginns des Wirkens Ulrich Zwinglis in Zürich 2019. „Mit einer guten Botschaft setzen wir ein Zeichen jedoch schon 2017“, so Locher.

Das Video der Rede von Gottfried Locher stellt der Kirchenbund auf seiner zur AV neu gestalteten Internetseite auf www.sek.ch zur Verfügung. Dort steht ausserdem das neue bulletin, das Magazin des Kirchenbundes, unter dem Titel „Wem gehört die Reformation?“ bereit. Ebenso findet sich dort ein vom Kirchenbund formuliertes Impulspapier zu den Reformationsubiläen.

Mit seiner Rede knüpfte Gottfried Locher an die nationale Kickoff-Konferenz des Reformationsjubiläums in der Schweiz vor wenigen Tagen in Zürich an. Die Tagung versammelte rund fünfzig Experten sowie Vertreter der Kirchen und diente der Diskussion der gemeinsamen Ziele und Strategien für die Reformationsfeierlichkeiten in den verschiedenen Kirchen und Kantonen.

Eine internationale theologische Tagung zum Reformationsjubiläum wird im kommenden Jahr gemeinsam mit der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD durchgeführt. Die Tagung soll die internationale Dimension der Jubiläen stärken.