Abgeordnetenversammlung des Kirchenbundes tagt in Bern

Die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes diskutiert in Bern den aktuellen Stand der Vernehmlassung Verfassungsrevision, begrüsst DEZA-Direktor Martin Dahinden und wählt Mitglieder der Stiftungen sowie der Geschäftsprüfungskommission.
Gion Pfander

Zur Herbst-Abgeordnetenversammlung AV des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes tagen am 11. und 12. November 2013 die rund siebzig Delegierten der sechsundzwanzig evangelischen Kirchen der Schweiz im Berner Rathaus.

Vernehmlassung Verfassungsrevision
Im Juni 2013 hat der Kirchenbund einen Vorschlag für eine neue Verfassung in die Vernehmlassung unter seinen Kirchen geschickt. Der Präsident des Verfassungsausschusses Peter Schmid dankte heute für die bislang eingegangenen Antworten. Mit grossem Interesse erwarte der Kirchenbund die weiteren Reaktionen bis zum Abschluss der Vernehmlassung Ende November.

„Die bis jetzt vorliegenden Stellungnahmen unterstützen die Stärkung des Kirchenbundes. Er soll erkennbarer, verbindlicher, kirchlicher werden und an Bedeutung gewinnen“, so Schmid. Gleichzeitig wolle der Rat des Kirchenbundes dem Prozess mehr Zeit einräumen. Der Rat werde nach Abschluss und Auswertung der Vernehmlassung die Weichen für die Projektorganisation und einen angepassten Zeitplan stellen. Kirchenbundspräsident Gottfried Locher ermutigte die Kirchen zum Engagement: „Sagen Sie, wie viel evangelisch-reformierte Einheit Sie gut finden. Sagen Sie, wie wir unsere Kirchengemeinschaft gestalten sollen“, so Locher.

Martin Dahinden, DEZA
Zum Thema „Armut und Gerechtigkeit in der globalisierten Welt“ sprach Martin Dahinden, Direktor der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA. Die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit werde sich verändern, so Dahinden: „Sie wird sich stärker an Ansätzen orientieren, die eine Hebelwirkung entfalten. Wissens- und Technologietransfers werden wichtiger. Traditionelle Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit wie das Bauen und Betreiben von Schulen, von Gesundheitseinrichtungen und andere öffentliche Dienstleistungen werden mehr und mehr von den Entwicklungsländern selber an die Hand genommen.“

Es sei wichtig, bei all diesen Veränderungen die Frage der Gerechtigkeit nicht aus dem Auge zu verlieren. Dahinden: „Es geht um Solidarität für Benachteiligte. Aber es geht auch um unsere eigene Zukunft in der globalisierten Welt.“

Wahlen Stiftungsräte
Die AV wählte folgende Personen in Stiftungsräte: Brot für alle BFA: Florian Wettstein (SG) für den Rest der Amtsdauer 2012-2015 sowie Elisabeth Bürgi Bonanomi (BE), Angelika Hilbeck (ZH), Monika Hirt Behler (ZG) und Maja Ingold (ZH) für die Amtsdauer 2014-2017. Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz HEKS: Jacques-André Schneider (GE), Christoph Sigrist (ZH) und Martin Stingelin (BL) für die Amtsdauer 2014-2017. fondia – Stiftung zur Förderung der Gemeindediakonie im Kirchenbund: Urs Woodtli Stebler (ZH) für den Rest der Amtsdauer 2011-2014.

Felix Meyer trat an der AV als Mitglied der Geschäftsprüfungskommission GPK des Kirchenbundes zurück. Für ihn gewählt wurde Johannes Roth (ZG) für den Rest der Amtsdauer 2011-2014. Jean-Michel Sordet gab aufgrund der Amtsdauerbeschränkung von vier Jahren das GPK-Präsidium ab, bleibt aber Mitglied. Als neuer Präsident für den Rest der Amtsdauer 2011-2014 wurde Daniel Hehl (AG) gewählt.