„Geht hin…“: Kirchenbundskonferenzen zu alternativen Formen kirchlicher Arbeit

Ein Marktplatz zu neuen Formen lebendigen Kircheseins beschäftigte die gemeinsame Frauen- und Diakoniekonferenz des Kirchenbundes am 28. Oktober 2013 in Bern.

Die evangelischen Kirchen in der Schweiz suchen neue Wege zu den Menschen. Auch übermorgen noch lebendige Kirche zu sein, so lautet das gemeinsame Ziel. Denn: Die traditionellen Angebote erreichen nur noch einen kleinen Teil der Bevölkerung.

„Geht hin…“ lautete entsprechend das Thema der gemeinsamen Versammlung der Diakonie- und Frauenkonferenz des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes. Rund 100 Delegierte und Gäste der 26 Kirchen des Kirchenbundes trafen sich am 28. Oktober 2013 in Bern.

Hinzugehen ist herausfordernd und bisweilen ungewohnt. Die Teilnehmenden konnten auf einem „Marktplatz“ Praxisbeispiele verschiedener Kirchen kennenlernen. Milieustudien der Kirchen aus Zürich und Neuenburg waren ebenso darunter wie das Projekt „Évangile en chemin“ der Waadtländer Pfarrerin Hetty Overeem, die als Wander-Pfarrerin mit Hund, Eselswagen und Tipi unterwegs ist. Vorgestellt wurde unter anderem auch das Projekt „Heiland Sack“ aus der Region Basel zur Verteilung von Lebensmitteln und Gebrauchsartikeln an Bedürftige.

„Die Kirche muss von einer Komm-Struktur zu einer Geh-Struktur wechseln“, betonte Christina Aus der Au. Kirche müsse auch zu denen gehen, die sie nicht brauchen - weil sie gar nicht davon wissen -  „und die nach Religion und Spiritualität fragen“, so die theologische Geschäftsführerin des Zentrums für Kirchenentwicklung an der Universität Zürich. „Wenn Menschen vom christlichen Glauben nichts erwarten, weil sie ihn nicht kennen, ist es fraglich, ob auch sie in Zeiten der Freude und der Not nach der Pfarrerin fragen“, betonte die Referentin.

Die Botschaft sei so zu gestalten, „dass sie ihrer Herkunft und ihrem Auftrag treu bleibt, die Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit erreicht und tatsächlich relevant sein kann“. Kirche brauche ein offenes Ohr sowohl für das Wort Gottes als auch „für den konkreten Menschen hier auf Erden“.

Was für Menschen Kirche ansprechend macht, sei sehr verschieden. Das zeige die Arbeit mit den Lebensstilmilieus. Kirche müsse entstehen und wachsen, zusammen mit den Menschen und mit ihrem Lebensstil. „Menschen wollen sich beteiligen statt lediglich teilzunehmen“, so ein Echo der Konferenz.