Kirchenbund empfängt christliche Politiker aus Ägypten

Zwei der zwölf christlichen Vertreter des ehemaligen ägyptischen Oberhauses besuchten die Abgeordnetenversammlung des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes und sprachen mit Schweizer Parlamentariern sowie einer EDA-Delegation.
von links Ehab El Kharrat, Freddy Elbaiady, Gottfried Locher

Solidarität mit den Christen im Nahen und Mittleren Osten. Unter diesem Motto stand der Besuch von Freddy Elbaiady und Ehab El Kharrat in Bern. Von Sonntag bis Mittwoch waren die beiden christlichen Mitglieder des inzwischen aufgelösten ägyptischen Oberhauses Gäste des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes.

Kirchenbundspräsident Gottfried Locher hatte die Parlamentarier während seines Besuches der ägyptischen Christen im Mai 2013 in die Schweiz eingeladen. Am Montag begrüssten die Präsidentin der Abgeordnetenversammlung Verena Enzler und Kirchenbundspräsident Locher Elbaiady und El Kharrat als Gäste der Abgeordnetenversammlung in Bern.

Der Wahlsieg von Mohammed Mursi habe nicht die versprochene Demokratie gebracht, so Elbaiady. Ganz im Gegenteil seien Minderheiten, darunter auch den Christen, Bürgerrechte abgesprochen worden. Viele christliche Kirchen seien Opfer von Übergriffen geworden. Mehr als 100‘000 christliche Familien hätten das Land bereits verlassen.

Evangelische Christen bilden mit weniger als einem Prozent eine absolute Minderheit innerhalb der ägyptischen Bevölkerung, ergänzte Er Kharrat. Die Solidarität der Schweizer Evangelischen Kirchen sei überlebenswichtig: „Wir brauchen kein Geld, keine Sachleistungen, sondern Ihre Anteilnahme, Ihre Ermutigung und Ihre Gebete – wir brauchen kirchliche Partnerschaften, damit wir den Mut nicht verlieren.“ Das Zustandekommen des Treffens in Bern sei ein lebendiger Beweis der Solidarität des Kirchenbundes und seiner sechsundzwanzig Kirchen, so Kirchenbundspräsident Gottfried Locher.

Der Kirchenbund konnte den Vertretern der christlichen Minderheit in Ägypten wichtige Kontakte zu politischen und zivilgesellschaftlichen Entscheidungsträgern in der Schweiz ermöglichen. Dem Besuch der AV folgten Treffen mit Schweizer Parlamentarierinnen und Parlamentariern sowie mit einer Delegation des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten EDA. Am heutigen Mittwoch setzen Elbaiady und El Kharrat ihre Reise nach Brüssel fort. Durch Vermittlung der Konferenz Europäischer Kirchen KEK finden dort Gespräche mit Abgeordneten des Europaparlaments statt.